ÖGB: Aktuelle Studie zeigt Mängel bei Forschung und Innovation auf

Leitender Sekretär Dr. Leutner fordert bessere Studienangebote, Förderung von Frauen und Anerkennung von Vorkenntnissen und beruflicher Erfahrung

Wien (ÖGB). Die Ergebnisse einer von ÖGB, AK, Industriellenvereinigung, WKÖ und den Bundesministerien für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie für Wirtschaft und Arbeit in Auftrag gegebenen Studie zum Thema "Innovation und Hochschulbildung - Chancen und Herausforderungen einer technisch-naturwissenschaftlichen Qualifizierungsoffensive für Österreich" wurden heute bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Für den ÖGB zeigt die rund 260 Seiten umfassende Studie, die vom Österreichischen Institut für Berufsbildungsforschung (öibf) und dem Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) erstellt wurde, Mängel bei Forschung und Innovation auf. "Bessere Studienangebote für Berufstätige, Förderung von Frauen in technisch-naturwissenschaftlichen Studien und eine bessere Anerkennung von Vorkenntnissen und beruflicher Erfahrung sind notwendig", stellte der Leitende Sekretär im ÖGB, Dr. Richard Leutner, fest.++++

Ausgangspunkt der Studie war einerseits die allgemein akzeptierte Auffassung des wachsenden Stellenwerts technisch-naturwissenschaftlichen Wissens im Beschäftigungssystem und wachsender Investitionen in Forschung und Entwicklung bei der Schaffung von Wohlstand und Arbeitsplätzen, andererseits der Umstand, dass sich für Österreich bei einschlägigen Indikatoren relativ ungünstige - jedenfalls in hohem Maße aufklärungsbedürftige - Werte zeigen.

Gelerntes nicht nochmals prüfen

Auf Basis der vorliegenden Studie fordert der ÖGB daher bessere Studienangebote für Berufstätige. Leutner: "Das lässt sich beispielsweise durch bessere Öffnungszeiten der Institute aber auch durch Vorlesungsangebote am Abend erreichen." Darüber hinaus sei eine adäquate Anerkennung von Vorkenntnissen, beispielsweise durch eine bessere Verbindung von HTLs und technischen Hochschulen, und beruflichen Erfahrungen zur Effizienzsteigerung des Mitteleinsatzes und zur Erhöhung der Studierquote erforderlich. "Bereits Gelerntes soll anerkannt und nicht nochmals geprüft werden", macht der Leitende Sekretär deutlich.

Aus Sicht des ÖGB sei auch die Vernetzung der ForscherInnen untereinander zu verstärken, um einen besseren Informationsaustausch zu erzielen. Dies würde eine Steigerung der Mobilität der ForscherInnen ermöglichen. Um den geringen Anteil von Frauen in zentralen Studienrichtungen mit technisch-naturwissenschaftlichen Inhalten zu erhöhen, fordert Leutner eine verstärkte Sensibilisierung potenzieller StudienanfängerInnen, insbesondere von MultiplikatorInnen wie Studien- und BerufsberaterInnen, aber auch LehrerInnen, deren Aufgabe es sein muss, durch Beratung StudienanfängerInnen bestimmte Studienrichtungen schmackhaft zu machen.

Forschung als Beruf interessant machen

Nicht zuletzt seien aber auch stabile und attraktive Arbeitsverhältnisse sowie interessante Höherqualifizierungsmöglichkeiten nötig, um Forschung als Beruf interessant zu machen. Dies gelte für Unternehmen ebenso wie für Hochschulen. "Eine Forschungsinitiative, die Weiterbildung ermöglicht, ist erforderlich, um ForscherInnen im Land zu halten", so Dr. Leutner abschließend. (ew)

Hinweis: Die Kurzfassung der Studie kann auf der ÖGB-Homepage www.oegb.at, die Langfassung unter www.oeibf.at downgeloadet werden.

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