AK: Österreich hat zuwenig Absolventen in Technik und Naturwissenschaften

Quote an Hochschul-Absolventen im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich deutlich unter EU-Durchschnitt

Wien (AK) In Österreich ist die Anzahl an Hochschul-Absolventen im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich sehr niedrig. So liegt die Quote an technisch Hochqualifizierten in Österreich mit 6,7 Prozent deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 14 Prozent. In Ländern wie etwa Schweden wird sogar eine Quote von 22 Prozent erreicht. Die gegenwärtigen AbsolventInnenzahlen entsprechen nicht dem von den Unternehmen gemeldeten Bedarf und auch bei den Ausbildungsrichtungen klaffen Studienangebote und Wirtschaftsnachfrage auseinander. So fehlen nach Schätzungen etwa 250 bis 400 Absolventen an technischen und naturwissenschaftlichen Hochschulen. Die von der AK mit in Auftrag gegebene Studie "Innovation und Hochschulbildung" belegt dieses Defizit. Schon im vorgelagerten Schulbereich in den von den Jugendlichen nachgefragten Zweigen gibt es zuwenig Plätze. Die AK fordert daher eine Ausbildungsinitiative im Hochschulbereich, eine Verkürzung der Studien durch den Ausbau des Fachhochschulsektors und mehr Berufsorientierung an den Schulen.

Österreich hat eine sehr niedrige Quote an Frauen in diesen Studienbereichen. So haben 2001/02 1.420 Männer ein technisches Studium absolviert, aber nur 351 Frauen. Durch Doppelgleisigkeiten und mangelhafte Anrechnungen auf den verschiedenen Bildungsebenen gibt es unnötige Reibungsverluste durch lange Ausbildungszeiten und nicht durchlässige Ausbildungswege. Die Angebote für eine Höherqualifizierung von Berufstätigen sind ungenügend.

Die AK fordert daher:
+ Eine Ausbildungsinitiative im Hochschulbereich, d.h. die Bereitstellung entsprechender finanzieller und personeller Ressourcen, um für die Studierenden die notwendigen Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige Ausbildung sicherzustellen.
+ Eine Verkürzung der langen Studienzeiten im technischen Bereich durch den Ausbau des Fachhochschulsektors. Auch die Bakkalaureatsstudien im Fachhochschul- und Unibereich müssen ausgebaut werden.
+ Die Berufsorientierung an den Schulen muss dazu beitragen, dass die Studienwahl auf Angebote in Fachrichtungen mit guten Berufsmöglichkeiten fällt.
+ Berufsorientierung und Förderprogramme müssen mehr Frauen in die technisch-naturwissenschaftlichen Studien führen.
+ Die Angebote für Berufstätige müssen ausgebaut und nach den Bedürfnissen dieser Gruppe gestaltet werden.
+ AbsolventInnen aus dem Bereich der berufsbildenden höheren Schulen müssen ihre Ausbildlung für Studien im Hochschulbereich angerechnet bekommen.

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