Oktober: mehr als 1.500 Unfälle pro Tag - ältere Menschen besonders betroffen

Der Oktober neigt sich dem Ende zu. Laut "Sicher Leben" ereignen sich durchschnittlich rund 47.100 Freizeitunfälle, die in einem Krankenhaus behandelt werden müssen.

Wien (OTS) - Fast jeder Dritte dieser Unfälle betrifft ältere Menschen - sie verletzen sich vor allem durch Stürze auf rutschigen Wegen außer Haus oder in den eigenen vier Wänden. Sicher Leben gibt Tipps wie Sie Ihre Wohnung sicherer machen können.

Jeder Sommer - so heiß er auch sein mag - hat irgendwann ein Ende:
Der Winter hat nun endgültig Einzug gehalten. Nach der Zeitumstellung auf die Winterzeit am vergangenen Wochenende werden die Tage merkbar kürzer. Auf Grund der Witterung - Regen und Kälte - hält man sich in der kalten Jahreszeit mehr in den eigenen vier Wänden auf als die Monate zuvor.

47.100 Freizeitunfälle im Oktober
Abseits von Verkehr und Arbeit ereignen sich mehr Unfälle, die im Spital behandelt werden müssen, als man glaubt. Das Institut "Sicher Leben" rechnet mit 47.100 Unfällen alleine im Oktober, das entspricht 1.500 Unfällen pro Tag. Besonders gefährdet sind SeniorInnen. Zum einen hält man sich verstärkt in der eigenen Wohnung auf, die oft eine Stolperfalle nach der anderen zulässt, andererseits sind Spaziergänge an der frischen Luft auch nicht ganz ungefährlich - man bedenke, dass heuer bereits im Oktober sogar durch Schnee und Eis Rutschgefahr besteht.

Anstieg der Unfälle bei älteren Menschen
Annähernd jeder dritte Freizeitunfall, der im Oktober im Krankenhaus behandelt wird, betrifft Menschen über 59 Jahre. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Anstieg um 29 Prozent (September: rund 10.800, Oktober: rund 13.900), wobei vor allem Frauen betroffen sind (71%). Drei von vier SeniorInnen (77%) verletzen sich durch einen Sturz so schwer, dass eine Spitalsbehandlung erforderlich ist. Acht Prozent durch einen Zusammenstoß. Jeder zweite ältere Mensch erleidet einen Knochenbruch (52%), jeder vierte eine Quetschung oder Prellung (24%).

40% der SeniorInnen verletzen sich zu Hause
Besonders tragisch ist die Tatsache, dass sich rund 5.500 ältere Menschen dort verletzen, wo sie sich am sichersten fühlen - nämlich zu Hause. Fast 90 Prozent verunfallen durch einen Sturz! Jedes zweite dieser Unfallopfer erleidet einen Knochenbruch (53%). Die häufigsten Verletzungsursachen sind: Stolpern über Teppiche, Läufer, Kabel und Türschwellen, Ausrutschen auf nassen Fliesen und Parkett, Stürze von Leitern, Sesseln und Hockern und Stürze von und über Stufen und Treppen.

SeniorInnen bewegen sich vielfach in einer Wohnung und einem Wohnumfeld, dass auf die besonderen Sicherheitsbedürfnisse älterer und/oder gebrechlicher Menschen keine Rücksicht nimmt: Stolperfallen, rutschende Teppiche, Stufen ohne Handlauf, Badezimmer ohne Haltegriffe, mangelhafte Beleuchtung, usw. sind im Alltag allgegenwärtig. Die Mängel der gebauten Umwelt sind andererseits der aussichtsreichste Ansatzpunkt für die Verhütung der Unfälle:
Stolperfallen können beseitigt, Treppen können mit Handläufen, Badezimmer mit Haltegriffen ausgestattet werden", rät Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts "Sicher Leben".

"Sicher Leben"-Tipps für eine sichere Wohnung:
-) Kabeln von Elektrogeräten, Fernsehern, Computern, Stehlampen, Heizgeräten u.a. in Kabelschächten oder mit Kabelschellen an den Wänden/Böden befestigen!
-) Teppiche sollten keine hochstehenden Kanten und Ecken haben und am Boden mit rutschsicheren Gittergummimatten oder Doppelklebeband am Boden fixiert sein!
-) Hausschuhe mit rutschhemmenden Sohlen anziehen!
-) Wer Vorhänge an Vorhangkarnisen aufhängt, erspart sich die gefährliche Leiter!
-) Stolperfallen wie etwa Türschwellen in der Wohnung oder zum Balkon entfernen!
-) Wer seine Nacht- oder Wandlampe vom Bett aus erreichen kann, braucht im Finstern nicht mehr aufstehen!
-) Telefon oder Notrufgerät neben dem Bett platzieren!
-) Haltegriffe bei der Badewanne, in der Dusche und am WC!
-) Rutschfeste Badewannenmatte, Badewannenbrett oder ein Duschklappsitz ermöglichen ein sicheres Duschen!
-) Rutschsichere Bodenbeläge schützen vor dem Ausrutschen!
-) Täglich gebrauchte Küchengegenstände sollten in Augenhöhe stehen, um sich nicht häufig strecken oder bücken zu müssen!
-) Schuhe im Sitzen und mit einem langen Schuhlöffel anziehen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren!

Weitere Informationen zum Thema "Sicherheit zu Hause" können Sie aus folgenden Informationsmaterialien entnehmen: Broschüre: "Sicherheit zu Hause" und Folder "Sicherheitstest für Seniorenhaushalte". Diese Materialien können Sie beim Institut "Sicher Leben" kostenlos unter der Tel: 01/ 715 66 44 - 313 bestellen.

Rückfragen & Kontakt:

Institut Sicher Leben
Pressestelle
Mag. Alexandra Ludvik
Tel.: (++43-1) 71 770/225

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