Tag der Offenen Tür im Geriatriezentrum Am Wienerwald

Etliche Besucher machten sich vor Ort ein Bild von der Pflegeeinrichtung

Wien (OTS) - Beim Tag der offenen Tür im Geriatriezentrum Am Wienerwald hatten am Montag alle Interessierten die Möglichkeit, sich über das Leistungsangebot der Pflegeeinrichtung zu informieren. Im Rahmen einer Medienkonferenz präsentierte die Leitung des Geriatriezentrums Zahlen und Fakten rund um die Pflegeeinrichtung.

Das Geriatriezentrum Am Wienerwald verfügt über insgesamt elf medizinische Abteilungen mit unterschiedlichen Fachrichtungen sowie Rehabilitationseinrichtungen, eine eigene Station zur Betreuung von Wachkomapatienten und fünfzehn verschiedene Geriatrische Ambulatorien. Das Personal gliedert sich in Ärzte, Psychologen, Krankenpflegepersonen, Medizinisch Technisches Personal, Sanitätshilfspersonal, Abteilungshelfer sowie Verwaltungs- und Betriebspersonal. Die größte Gruppe macht das Krankenpflegepersonal mit insgesamt 59 Prozent des Gesamtpersonals aus. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.862 Personen im Geriatriezentrum Am Wienerwald aufgenommen. 814 Menschen konnten wieder nach Hause entlassen werden.

Das Leistungsangebot im Geriatriezentrum Am Wienerwald

o Geriatrisches Assessment

Beim Geriatrischen Assessment erarbeiten die unterschiedlichen Berufsgruppen im interdisziplinären Team ein individuelles Betreuungskonzept für jeden Patienten. Dabei werden erreichbar scheinende Therapie- und Rehabilitationsziele festgelegt und die für den Patienten optimale Betreuungsform gewählt.

o Geriatrische Langzeitpflege

In der geriatrischen Langzeitpflege wird stationäre Pflege und medizinische Behandlung über einen längeren Zeitraum - oftmals bis zum Lebensende - angeboten. Gezielte Förderung, körperliches und geistiges Training sowie individuelle medizinische Betreuung machen es möglich, den Patienten Lebensqualität in ihren "späten" Lebensjahren zu bieten. Vordringlichstes Ziel ist es, dann einzuspringen, wenn Unterstützung gebraucht wird: behutsame körperliche und "geistige" Mobilisation, Hilfestellung beim Ankleiden, Essen und bei der Körperpflege. Neben der gezielten ärztlichen Behandlung von Grundkrankheiten sowie der Schmerzbekämpfung durch sinnvollen und ausreichenden Medikamenteneinsatz nimmt die so genannte reaktivierende Pflege zur Förderung der Selbstständigkeit einen hohen Stellenwert ein.

o Geriatrische Rehabilitation

Dieses Angebot richtet sich an PatientInnen, die nach schweren Erkrankungen oder Unfällen nicht direkt aus dem Akutkrankenhaus nach Hause entlassen werden können. Sie sollen durch eine umfassende Rehabilitation in intensiver Zusammenarbeit mit dem Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Defizite und Möglichkeiten in einem Zeitrahmen von etwa drei Monaten wieder in die Lage versetzt werden, in der häuslichen Umgebung so selbständig wie möglich zurechtzukommen. Die Entlassungsquoten liegen bei 60 Prozent in etwa zwei Monaten.

o Abteilung für Akutgeriatrie

Die Abteilung für Akutgeriatrie verfügt neben dem geriatrisch erfahrenen Ärzte- und Pflegeteam zusätzlich über Physio- und Ergotherapeuten sowie einen Psychologen und einen Sozialarbeiter. Dieses interdisziplinäre Team hat die Aufgabe, neben der medizinischen Versorgung der geriatrischen Patienten gleichzeitig auch die funktionellen Fähigkeiten, die zur Bewältigung des täglichen Lebens nötig sind, zu erhalten bzw. zu reaktivieren. Dazu werden im Rahmen eines multidimensionalen geriatrischen Assessments Defizite und Ressourcen des Patienten festgestellt und darauf aufbauend der individuelle Therapie- und Trainingsplan inklusive Hilfsmittelversorgung erstellt. Besonderes Augenmerk gilt der Entlassungsvorbereitung. Hier wird versucht, ein möglichst stabiles Betreuungsnetz für zuhause zu knüpfen.

o Demenzbetreuung

Neben zwei klassischen Demenzstationen mit insgesamt 50 Betten, bietet das Geriatriezentrum Am Wienerwald die so genannte "Demenzstation Light", eine reine Frauenstation für Patientinnen, die noch nicht im weit fortgeschrittenen Stadium der Krankheit sind. Zudem laufen etliche Projekte zum Thema Demenz. Zum Training der geistigen Fähigkeiten steht die Memory-Clinik zur Verfügung.

o Palliativmedizinische Geriatrie

Die Palliative Geriatrie sieht es als ihre wichtigste Aufgabe an, alten Menschen bis zuletzt ein beschwerdearmes und würdiges Leben zu ermöglichen. In den vergangenen Jahren wurden Behandlungskonzepte entwickelt, mit deren Hilfe Schmerzen, belastende körperliche Symptome (z.B. Atemnot, Übelkeit, Angst) und seelische Nöte gelindert werden können. Sie schaffen zwar Leiden und Sterben nicht aus der Welt, helfen aber entscheidend mit, unnötiges Leid zu vermeiden und die Lebensqualität zu verbessern. Den Wünschen und Bedürfnissen sehr alter Menschen gerecht zu werden ist eines der Hauptziele der Abteilung.

o Urlauberbetten

Patienten, die von ihren Angehörigen zuhause gepflegt werden, können für die Dauer von maximal fünf Wochen pro Jahr aufgenommen werden. Auch pflegende Angehörige benötigen Urlaub, vielleicht einen Kuraufenthalt oder sind durch eine Erkrankung vorübergehend nicht in der Lage, die Betreuung weiter zu übernehmen. Aufgenommen werden Patienten aller Pflegestufen. Folgendes wird geboten:

o Pflege- und Betreuung rund um die Uhr o medizinische Versorgung rund um die Uhr o Diagnostik und Therapie o psychotherapeutische Interventionen o Physio- und Ergotherapie o Beratung

o Apallikerbetreuung (Wachkomapatienten)

Gerade der Bereich Langzeitbetreuung von Patienten mit apallischem Syndrom war bis vor zwei Jahren ein weißer Fleck in der Betreuungslandschaft. Aus dieser Situation heraus hat die Neurologische Abteilung im Geriatriezentrum Am Wienerwald im Herbst 2000 begonnen, in einem umfangreichen interdisziplinären und multiprofessionellen Projekt eine Modellstation für die Langzeitbetreuung von 25 Patienten mit apallischem Syndrom aufzubauen.

Einige aktuelle Projekte im Geriatriezentrum Am Wienerwald

o Integrative Demenzbetreuung auf drei Modellstationen der 10. Med. Abt. o Geriatrische Neuro-Rehabilitation o Adäquate Betreuung für Alkoholkranke o Gezielte Betreuung von Patienten mit Mangelernährung o Betreuungskonzept zur Harninkontinenz o Gartentherapieprojekt

(Schluss) bw

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Wiener Krankenanstaltenverbund/Public Relations
Birgit Wachet
Tel.: 53114/60103
birgit.wachet@wienkav.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0004