Finanzierung und Steuerung des Gesundheitssystems aus einer Hand

Hauptverbands-Sprecher Josef Kandlhofer zum runden Tisch zur Gesundheitsreform

Wien (OTS) - "Alle Akteure des Gesundheitswesens - die Politik,
die Sozialpartner, die Ärzte und die Pharmawirtschaft - sind gefordert, Konzepte auszuarbeiten und vorzulegen, welche an den tatsächlichen strukturellen Defiziten und Mängeln der medizinischen Versorgung ansetzen. Eine nachhaltige Gesundheitsreform muss endlich die seit Jahren bekannten nachgewiesenen Mängel beheben und Fehlentwicklungen wirksam entgegensteuern. Im Mittelpunkt aller Überlegungen muss aber immer der Patient stehen, der sich darauf verlassen können soll, dass ihm im Bedarfsfall die bestmögliche medizinische Versorgung und Betreuung zur Verfügung steht.": Große Hoffnungen setzt der Sprecher der Geschäftsführung im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Josef Kandlhofer, in den heute, Montag, begonnenen Dialog zur Reform des Gesundheitssystems. Kandlhofer: "Ich erwarte mir, dass am Ende dieses nun eingeleiteten Diskussionsprozesses die Politik in der Lage ist, Maßnahmen zu setzen, die geeignet sind, dass die soziale Krankenversicherung spätestens 2005 ausgeglichen bilanzieren kann".
Der Sprecher des Hauptverbandes bezeichnet die Defizitprognosen der Krankenkassen bis 2005 zwar nicht als sehr erfreulich, will diese aber auch nicht dramatisieren. "Erstens hat die soziale Krankenversicherung", so Kandlhofer, "im eigenen Bereich durch einen radikalen Sparkurs bei den Verwaltungskosten und der Einführung von exakten Zielvorgaben bei der Vergabe von Finanzmitteln aus dem Ausgleichsfonds der Krankenversicherungen begonnen, ihre Hausaufgaben zu erledigen". Und zweitens hat die Bundesregierung durch das Budgetbegleitgesetz für das kommende Jahr bereits Maßnahmen gesetzt, die die Einnahmen- und Ausgabensituation der sozialen Krankenversicherung nachhaltig verbessern werden. Dennoch erwartet sich der Hauptverband von der Politik noch eine Reihe weiterer Maßnahmen:
Eine Wirtschaftspolitik, die mehr Beschäftigte und weniger Arbeitslose schafft. Jeder Beschäftigte bringt der sozialen Krankenversicherung deutlich mehr Beitragseinnahmen als ein Arbeitsloser.
Eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Medikamente. Mit 20 Prozent hat Österreich hinter Dänemark (25 Prozent) in Europa den mit Abstand höchsten Mehrwertsteuersatz auf Medikamente.
Ein Einsparvolumen in Höhe von 250 Millionen Euro im Bereich der im kommenden Jahr neu auszuverhandelnden Krankenhausfinanzierung.
"Die Zusammenfassung der Finanzierung für den gesamten Gesundheitsbereich in einer Hand ist", so Kandlhofer weiter, "ein wesentlicher Reformschritt, der die Voraussetzung für weitere Reformmaßnahmen darstellt ". Insbesondere im stationären Bereich ortet der Sprecher des Hauptverbandes ein deutliches Auseinanderklaffen von Kompetenz und Finanzierung: "In den vor vier Jahren geschaffenen Strukturkommissionen für die Spitäler ist die soziale Krankenversicherung gemessen an ihrer Finanzierungsleistung bei weitem nicht ausreichend vertreten". Aus diesem Grund kann der Hauptverbandssprecher der jetzt diskutierten Schaffung von neun Gesundheitsagenturen unter dem Dach einer Bundesgesundheitsagentur viel Positives abgewinnen. Insbesondere dann, wenn es gelingt, die Schnittstelle zwischen dem von der Sozialversicherung zu mehr als der Hälfte finanzierten stationären Bereich und den zur Gänze finanzierten niedergelassenen Bereich etwa durch ein konsequentes Entlassungsmanagement zu verbessern.

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