Pirklhuber: Erster Erfolg der Saatgut-Kampagne für Gentechnikfreiheit

Rückenstärkung für strenge österreichische Saatgut-Gentechnik-Verordnung

Wien (OTS) "Unser massiver Druck auf die Kommission hat sich gelohnt. Dieser Schritt ist ein erster Erfolg für unsere Kampagne "Hände weg von unserem Saatgut", die die Grünen gemeinsam mit vielen NGO’s in ganz Europa für die Sicherung von gentechnikfreiem Saatgut angestrengt haben," erklärt Wolfgang Pirklhuber, Landwirtschaftssprecher der Grünen. Pirklhuber bezieht sich auf die ursprüngliche Absicht der EU-Kommission, die Grenzwerte für gentechnische Verunreinigungen von Saatgut in einem einfachen Verwaltungsverfahren abstimmen zu lassen. Nach intensiven Bemühungen der Grünen im Europäischen Parlament soll diese Entscheidung nun nach der Freisetzungsrichtlinie von gentechnisch veränderten Organismen im Ständigen Ausschuss zu Freisetzungen von GVO im Regelungsverfahren entschieden werden. Damit konnten die Grünen erreichen, dass die Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen in der Landwirtschaft auch im Falle des Saatgutes nach den Prinzipien der Rückverfolgbarkeit, Rückholbarkeit und Registrierung erfolgen müsse. "Dies ist ein erster Schritt und die richtige Richtung für die Erhaltung von gentechnikfreiem Saatgut und damit einer gentech-freien Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion", unterstreicht Wolfgang Pirklhuber die Bedeutung dieser Entscheidung.

"Allerdings bleibt nach wie vor viel zu tun, denn das Kommissionspapier schlägt vor, dass auch gentechnikfreies Saatgut in Zukunft ohne Kennzeichnung zwischen 0,3 und 0,7 Prozent gentechnisch veränderte Organismen enthalten kann", so Pirklhuber an die Adresse von Bundesminister Pröll. Der Landwirtschaftsminister müsse sich auf europäischer Ebene nun endlich offensiv für die Etablierung eines Schwellenwertes analog zur Regelung in der österreichischen Saatgut-Gentechnik Verordnung, an der technischen Nachweisgrenze von 0,1 Prozent, einsetzen. "Es ist dringend geboten, dass der Landwirtschaftsminister mit den zuständigen Kommissaren Byrne, Fischler und Wallström substantielle Gespräche führt, um ihnen die positiven Erfahrungen mit der österreichischen Saatgut-Regelung darzulegen, denn es kann den KonsumentInnen nicht zugemutet werden, dass wegen zu hoher Grenzwerte im Saatgut künftig alle Lebensmittel gentechnisch verunreinigt sind", fordert Pirklhuber.
Wolfgang Pirklhuber wird morgen, Freitag, zu diesem Thema mit EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler in der Ständigen Vertretung der EU-Kommission in Wien ein Treffen haben.

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