Iranische Vizepräsidentin zu Besuch bei Minister Bartenstein

Gute Export-Chancen Österreichs im Umwelttechnologie-Bereich

Wien (BMWA/OTS) - Österreichische Unternehmen haben ein großes Interesse, den iranischen Wirtschaftsboom zu nützen, betonte heute Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Martin Bartenstein gegenüber der Vizepräsidentin der Islamischen Republik Iran, Dr. Massoumeh Ebtekar, mit der er zu einem Arbeitsgespräch zusammengetroffen ist. Bartenstein begrüßte auch den Kompromiss bei der Kontrolle des iranischen Atomprogrammes und der Unterzeichnung des IAEA-Zusatzprotokolls. Sie hoffe, so die iranische Vizepräsidentin, dass es durch den Kompromiss bei den Atominspektionen zu einer Belebung der Verhandlungen für ein EU-Iran-Handels- und Kooperationsabkommen kommen werde. Darüber hinaus gratulierte ihr Minister Bartenstein, dass heuer der Friedensnobelpreis an die iranische Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi vergeben worden ist. ****

Die Vizepräsidentin, die auf Einladung von Bartenstein Österreich einen Besuch abstattet, ist auch Leiterin der iranischen Umweltbehörde. Im Umweltbereich ergeben sich für die heimische Exportwirtschaft aufgrund des steigenden Energieverbrauches im Iran und den zunehmenden Herausforderungen im Umweltschutz - insbesondere in den Bereichen Recycling, Müllentsorgung, Abwasseraufbereitung sowie Alternativenergien - gute Chancen. Neben diesem Bereich bestehen auch gute Export-Aussichten in den Sektoren Fahrzeug- und Fahrzeugzulieferindustrie, Stahlindustrie, Kraftwerksbau, Infrastrukturbau (U-Bahnnetz Teheran), Kommunikationstechnologie sowie in der Gasindustrie.

Zwischen Österreich und dem Iran besteht eine besonders enge wirtschaftliche Zusammenarbeit, die sich in den letzten Jahrzehnten dynamisch entwickelt hat. Der Iran ist heute Österreichs wichtigster Handelspartner in Vorderasien. Das große Potential als wachsender Markt und das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften im Iran stellen für österreichische Unternehmen einen großen Anreiz dar. Der Iran wird ständig von rd. 165 österreichischen Exportfirmen bearbeitet; 20 Firmen unterhalten Repräsentanz - Büros oder Joint Ventures. Der bilaterale Handel hat 2002 ein Volumen von 240 Millionen Euro erreicht (Exporte: -11% auf 222 Millionen Euro; Importe: +9% auf 18 Millionen Euro.). Von Jänner bis Juli 2003 verzeichneten die Exporte einen Anstieg um +34 %. (Importe: -38%). Den wertmäßig größten Teil der österreichischen Exporte in den Iran machen Maschinen und Geräte, Papier und Pappe, Schienenfahrzeuge, organische Verbindungen, Holz und Holzwaren, Eisen und Stahl sowie Fabrikationsanlagen aus. Die Einfuhren aus dem Iran bestehen überwiegend aus Teppichen, Kunstgegenständen, Früchten, Halbfertigwaren und Rohstoffen.

Im Rahmen des Besuches der iranischen Vizepräsidentin sind auch Termine mit dem Herrn Bundespräsidenten und den Bundesministern Ferrero-Waldner, Pröll sowie Rauch-Kallat vorgesehen. Weiters wird sie in der WKÖ die Umweltsituation im Iran, Pläne der iranischen Regierung sowie Projekte vor rund 40 österreichischen Umweltfirmen darstellen sowie umweltrelevante Anlagen besichtigen.

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