- 23.10.2003, 12:26:02
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Rauch-Kallat: Wege der Reformen muss man miteinander gehen
Parteien, die sich nicht mit den Fragen der Generationen beschäftigen, werden in der Tagesarbeit stecken bleiben
Wien, 23. Oktober 2003 (ÖVP-PD) Den Weg der Reformen könne man
nicht gegeneinander, sondern müsse man miteinander gehen, sagte
heute, Donnerstag, Bundesministerin für Gesundheit und Frauen, Maria
Rauch-Kallat, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der
Bundesobfrau der Jungen ÖVP, Abg.z.NR Silvia Fuhrmann, und dem
Generalsekretär des Österreichischen Seniorenbundes Heinz Becker.
Unter dem Titel "Generationen.Leben" wurde im Sommer diesen Jahres
von der ÖVP ein Dialog zur Generationen-Partnerschaft ins Leben
gerufen. Rauch-Kallat präsentierte heute die ersten Ergebnisse der
fünf gebildeten Arbeitsgruppen. ****
Es gehe der ÖVP darum, die richtige Balance zwischen
Eigenverantwortung und Rahmenbedingungen zu finden, aber der Staat
dürfe sich nicht aus der Verantwortung bei den Themenbereichen
Kinder, Familie, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Schaffung von
neuen Arbeitsmodellen, bei den Kinderrechten oder bei der Anhebung
oder Abflachung der Lebensverdienstkurve zurückziehen, sagte Rauch-
Kallat. Bei einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf
sei es ein wichtiges Ziel der ÖVP, mehr Väter zu ermutigen, in Karenz
zu gehen und die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten
zu ermöglichen, die seit Jahren von der SPÖ verhindert werde.
In den Arbeitskreisen sei es gelungen in der Diskussion sowohl
die Ängste der Jugend als auch die Ängste der älteren Generation
anzuhören. "Die aufgestellten Forderungen und Lösungsansätze aus dem
Dialog der Generationen werden nicht nur in die Programmarbeit der
ÖVP, sondern auch in die Regierungsarbeit einfließen", so die
Ministerin. Denn eine Partei, die sich nicht permanent mit diesen
Fragen auseinandersetze, werde in der "Tagesarbeit stecken bleiben."
Die ÖVP bewältige neben der Tagesarbeit auch programmatische
Zukunftsarbeit. So sei der Dialog der Generationen keineswegs
abgeschlossen, sondern werde auch in den kommenden Monaten
weitergeführt.
"Österreich steht vor einer Fülle von Herausforderungen, die sich
aus der Veränderung der Altersstrukturen der österreichischen
Bevölkerung ergeben", so Rauch-Kallat. Oberstes Prinzip jeder Reform
müsse es sein, jeder Generation zu ermöglichen, die Lebenskonzepte
und die Lebenswünsche der jeweils anderen Generation zu respektieren
und zu garantieren. Jede Generation sei verpflichtet, auch ihren
Kindern und Enkelkindern die gleiche lebenswerte Welt zu
hinterlassen, die sie selbst vorfindet, so die Ministerin.
Es gebe keinen Begriff, bei dem Politik, Wirtschaft und
Gebietskörperschaften ein derartiges Unbehagen verspüren, wie bei dem
Begriff der demografischen Entwicklung. "Ihre Auswirkungen umfassen
nicht nur unser Pensionssystem, sondern alle Lebensbereiche wie das
Gesundheitssystem, die Wirtschafts- bzw. Arbeitswelt oder den
Pflegebereich", so Rauch-Kallat weiter. Neben den
Finanzierungsaspekten sei es allerdings die schwierigste Aufgabe, in
der Gesellschaft eine Bewusstseinsänderung zu bewirken.
In den fünf Arbeitskreisen des Dialogs habe man fünf vorrangige
Themen diskutiert: Erstens die Rolle von Frau und Mann in Familie und
Beruf. Denn auch für den Mann haben sich aus der Emanzipation der
Frauen Veränderungen ergeben. "Die Emanzipation der Frauen wird nur
dann erfolgreich sein können, wenn auch die Männer ihre Rolle neu
definieren", sagte Rauch-Kallat.
Ein zweiter Arbeitskreis diskutierte die Anorderungen an eine
neue Arbeitswelt. Die Österreichischen Volkspartei habe immer eine
"familiengerechte Arbeitswelt und keine arbeitsgerechte Familienwelt"
gefordert. Ein dritter Arbeitskreis hat sich mit den Verbesserungen
im Pflegebereich auseinander gesetzt, ein vierter mit der Möglichkeit
einer Veränderung der Lebensverdienstkurven und ein fünfter hat sich
mit den Herausforderungen an Demokratie und Migration befasst.
Rückfragehinweis: ÖVP Bundespartei, Abteilung Presse und Medien
Tel.:(01) 401 26-420; Internet: http://www.oevp.at
OTS0161 2003-10-23/12:26
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