IMADEC: Ehrendoktorat an Alexandre Lamfalussy, Max Turnauer erster Ehrensenator, Maria Schaumayer Ehrenbürgerin

Akademische Ehrungen für herausragende Persönlichkeiten Wien (OTS) - Im Rahmen der Graduierungsfeier für IMADEC University MBA-StudentInnen am Montag in den Räumen der Österreichischen Lotterien wurde die ehemalige Präsidentin der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) Maria Schaumayer Ehrenbürgerin der ältesten österreichischen Privatuniversität. Alexandre Lamfalussy, Vorsitzender des Weisenrates zur Regulierung der Europäischen Wertpapiermärkte, erhielt ein Ehrendoktorat der IMADEC University verliehen, und der Industrielle Max Turnauer wurde - begleitet von Laudator Otto Habsburg - zum ersten Ehrensenator ernannt.

Zu Beginn der akademischen Feier, die von der Europahymne eingeleitet wurde, dankte IMADEC-Präsident Christian Joksch den Mitgliedern des Universitätsbeirates - darunter Yost Krauss, Aufsichtsratspräsident von Kraft Foods Austria, Bundesrat Vincenz von Liechtenstein, Beirats-Vorsitzender, Archim Türesin (T&T Textil) und OeNB-Direktor Peter Zöllner - für ihre Bemühungen um die Stärkung der Allianz zur Wirtschaft sowie ihre Supervision des IMADEC-Studienangebotes im Sinne einer Ausrichtung an wirtschaftliche Erfordernisse.

Im Wettbewerb um akademische Anerkennung

Erster Ehrensenator der IMADEC University wurde Max Turnauer, den Otto von Habsburg in seiner Laudatio als "hervorragenden Menschen", den seine "phänomenalen Leistungen" wie auch "unternehmerischer Mut" auszeichneten. Habsburg bezeichnete die Globalisierung als "logische Entwicklung", bei der es darauf ankäme, "was wir daraus machen". Für eine erfolgreiche Bewältigung dieser Herausforderung brauche es "hervorragende Ökonomen", wie sie an der IMADEC University ausgebildet würden.

Den derzeit rund 300 MBA-Programmen im deutschen Sprachraum sei der Wettbewerb um die akademische Anerkennung gemeinsam, erklärte IMADEC University Vizepräsident Univ.-Prof. Paul Röttig, wobei "die einen die Qualität von Lehre und Forschung durch international anerkannte Beziehungen und bewährte Akkreditierungsinstitute ständig verbessern und verfestigen" und "die anderen ihre Qualität durch die Nähe zu öffentlichen Universitäten oder durch staatliche Anerkennung zementieren wollen". Privatuniversitäten müssten dem internationalen Wettbewerb standhalten, die IMADEC University erreiche dies durch "eine klare Ausrichtung auf die akademische Qualität", so Röttig. Diese basiere auf zwei Fundamenten: "Einerseits ist dies unsere international anerkannte Fakultät, andererseits sind dies unsere Studenten, die sich in Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Kultur bereits bewährt haben."

IMADEC international führend

Von einem "Privileg", mit der IMADEC University arbeiten zu können, sprach Robert G. May von der US-Partnerinstitution University of Texas at Austin. Er habe an Business Schools in Washington, Seattle und Kalifornien gelehrt, erklärte May, seine Erfahrungen zeigten, dass die IMADEC-StudentInnen zu den besten zählten. Laut May werde die IMADEC University daher sehr bald "als führende Institution" international anerkannt sein.

Von einer "hervorragenden europäischen Persönlichkeit" sprach Maria Schaumayer in ihrer Laudatio an Alexandre Lamfalussy. Seine herausragenden Talente, seine Loyalität, seine Voraussicht wie auch sein kreatives Denken hätten den Karriereweg des 1948 aus Ungarn nach Österreich geflüchteten Lamfalussy begründet, der nach dem Studium an der Katholischen Universität in Louvain/Belgien sein Doktorat in Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Oxford erwarb. Schaumayer würdigte Lamfalussys Verdienste als Mitglied des "Delors-Komitees", das die Grundlagen für die Wirtschafts- und Währungsunion erarbeitete, als Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich BIZ sowie als erster Präsident und "Mastermind" des Europäischen Währungsinstitutes EWI, der 1994 gegründeten Vorläuferinstitution der Europäischen Zentralbank EZB sowie für das Europäische System der Notenbanken. Schaumayer sprach von einer "noblen Geste" des "logischen EZB-Präsidenten", die Präsidentschaft Hollands Notenbankchef Wim Duisenberg überlassen zu haben: Lamfalussy sei "nie eine Primadonna gewesen", habe immer "hart gearbeitet" und "seine eigenen Regeln gesetzt", die immer zum besten Erfolg geführt hätten. Sein Ruhestandsantritt 1997 hätten ihn nicht veranlasst, "mit dem Arbeiten aufzuhören", so Schaumayer:
Lamfalussy unterrichtet am Institut für Europäischen Studien an der Katholischen Universität von Louvain und ist Vorsitzender des Weisenrates zur Regulierung der europäischen Finanzmärkte.

Lamfalussy-Prozess vereinfacht EU-Gesetzeswerdung

In seinem Festvortrag betonte Lamfalussy seine Überzeugung, dass eine einheitliche europäische Finanzmarktaufsicht "auf längere Sicht" notwendig sein werde. Als sehr schwierig bezeichnete Lamfalussy die Übertragung auf die europäische Banken- und Versicherungswirtschaft des nach ihm benannten beschleunigten Gesetzgebungsverfahrens, das auf vorher stattfindende Konsultationen aufbaut. In der europäischen Versicherungsindustrie etwa gebe es sehr wenige Kooperationen. Zudem gebe es grundlegende Unterschiede zwischen der Gesetzgebung betreffend Banken und der allgemeinen Finanzmarktgesetzgebung. Während die allgemeine Finanzmarktgesetzgebung auf Transparenz, gutes Funktionieren und Fairness aufbaue, würden 90 Prozent der die Banken betreffenden Regelungen für das Management gelten. Kritik übte Lamfalussy auch hinsichtlich der zu geringen Zahl an gut ausgebildeten Mitarbeitern in den Fachausschüssen: "Die Essenz der Konsultationen ist der Dialog und die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen. Wir brauchen eine bestimmte Anzahl an hoch qualifizierten Mitarbeitern." Immer mehr EU-Direktiven würden den vom Weisenrat vorgeschlagenen vierstufigen Prozess durchlaufen, der eine schnellere, flexiblere und qualitativ bessere Gesetzgebung ermögliche. Beim so genannten Lamfalussy-Prozess geht es um die vereinfachte Anwendung von Befugnissen bei der Gesetzgebung über Finanzdienstleistungen, wie sie von der Weisengruppe unter der Leitung von Lamfalussy erarbeitet und vom EU-Gipfel im März 2001 in Stockholm als Grundsatz angenommen wurde.

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