GLOBAL 2000: Etappensieg im Kampf für gentechnikfreies Saatgut

Festlegung hoher Gentech-Grenzwerte vorerst abgewendet

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßt einen gestern ausgehandelten Kompromiss der EU-Kommission zur Festlegung von Grenzwerten der Genkontaminationen im Saatgut. "Das ist ein Etappensieg im Kampf für gentechnikfreies Saatgut. Die drohende Festlegung der hohen Grenzwerte von 0,3 bis 0,7 Prozent in Saatgut ist vorerst abgewendet. Die Chance den österreichischen Grenzwert auf Basis der Nachweisgrenze im zuständigen Komitee durchzusetzen ist jetzt deutlich gestiegen", erläutert Werner Müller, Gentechnikexperte von GLOBAL 2000. "Durch diese Änderung wird es leichter sein, eine Mehrheit für die Nulltoleranz von gentechnischer Verunreinigung zu bekommen." Die EU-Kommission begründet ihren prozeduralen Schwenk damit, dass die Kontamination von konventionellem Saatgut mit GVO nicht nur ein rein technisches Agrar-Problem ist. Erstmals gesteht sie ein, sondern dass damit auch Umweltbelange betroffen sind. "Um eine Mehrheit für strengste Grenzwerte zustande zu bringen, müssen Landwirtschaftsminister Minister Pröll und Gesundheitsministerin Rauch-Kallath jetzt die Lobbybemühungen weiter verstärken und intensive Überzeugungsarbeit leisten", so Müller weiter.

Hierbei kann Österreich auf die guten Praxiserfahrungen mit dem strengen Grenzwert verweisen. "Seit der Einführung der Nulltoleranz von GVO in konventionellem Saatgut haben sich die Vermehrungsflächen für konventionelles Maissaatgut verdoppelt", so Müller. Besonders wichtig ist gentechnikfreies Saatgut für den Biolandbau. "Gibt es hohe Toleranzgrenzen für Gentech-Verschmutzung, wird es fast unmöglich sein, gentechnikfreies Saatgut für den Biolandbau herzustellen. Damit wird die Gentechnik durch die Hintertür in den Biolandbau eingeschleust", so Müller weiter. "Saatgut ist die Basis der Landwirtschaft, das heißt ohne gentechnikfreies Saatgut gibt es auch keine gentechnikfreie Landwirtschaft. Landwirtschaftsminister Pröll muss in den Verhandlungen mit der EU-Kommission hart bleiben und für die gentechnikfreies Saatgut sorgen", so Müller abschließend. Vor dem gestern ausgehandelten Kompromiss wollte die Kommission im vereinfachten Verwaltungsverfahren über die Grenzwerte abstimmen lassen. Nun soll die Entscheidung auf Basis der Freisetzungsrichtlinie 2001/18 erfolgen.

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