DIE WIDERSPENSTIGE ZÄHMUNG DER VERKEHRSSÜNDER...

KfV-Forderung Maßnahmenpaket gegen Hochrisikolenker bei Experten-sitzung diskutiert - Kampf gegen notorische Verkehrssünder überfällig

Wien (OTS) - Die schlechte Unfallbilanz des ersten Halbjahres 2003 zeigt deutlich, dass wieder mehr für die Verkehrssicherheit getan werden muss. 429 Getötete waren zu verzeichnen. Zahlreiche Maßnahmen, die im Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramm verankert sind, warten nur mehr auf ihre Umsetzung. Eine der wichtigsten - der Kampf gegen die gefährlichen Hochrisikolenker - hat nun eine Chance realisiert zu werden. Bei der gestrigen Expertensitzung über die Erfassung von Hochrisikolenkern und Wiederholungstätern hat Verkehrsminister Gorbach einen Gesetzesentwurf angekündigt, der noch im November in Begutachtung geschickt wird.

Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), begrüßt diesen Vorstoß und die konstruktiven Gespräche beim Experten-Hearing: "Ein weiterer Schritt, für dringend notwendige Maßnahmen gegen Hochrisikolenker ist damit getan. Notorische Verkehrssünder, die durch ihr riskantes Verhalten alle anderen Verkehrsteilnehmer extrem gefährden, sind eine Gefahr. Mit einem individuellen Vormerksystem können bedrohliche Lenkerkarrieren frühzeitig erkannt und gestoppt werden. Unbescholtene Lenker sind davon nicht betroffen und auch harmlose Parkdelikte sollen nicht vermerkt werden".

Ob Punkteführerschein oder Vormerksystem: Beides stoppt Wiederholungstäter

Die seit Jahren vom KfV geforderten Maßnahmen gegen Hochrisikolenker gelten als wirksamer Schutz gegen Verkehrsrowdies und sind auch bei der Bevölkerung gern gesehen. Laut KfV-Studien sind 77 Prozent der Bevölkerung für zusätzliche Maßnahmen gegen gefährliche Lenker. Aus dem Punkteführerschein wurde ein Vormerksystem - das Resultat ist dasselbe: Es gilt als wesentlicher Beitrag zur Senkung der Anzahl der Verkehrstoten: 60 bis 100 Menschenleben pro Jahr könnten dadurch eingespart werden. Auch der Behördenaufwand wird sich gewaltig verringern. "Unverbesserliche Raser, die bisher Strafen ohne mit der Wimper zu zucken bezahlt haben, werden vorgemerkt und müssen es sich gut überlegen zu Wiederholungstätern zu werden. Wer schon keine Skrupel in Bezug auf Menschenleben hat, muss zumindest um seinen Führerschein fürchten", so Thann.

Der Vorstoß von Minister Gorbach als deutliche Ansage zur Senkung der Anzahl der Verkehrstoten - bis 2010 sollen es um 50 Prozent weniger sein - ist auch international gern gesehen. Schließlich gibt es innerhalb der EU ein Aktionsprogramm mit dem Ziel, die Zahl der Unfallopfer zu halbieren. In zahlreichen anderen Ländern ist der Punkteführerschein Gesetz, u.a. Deutschland (seit 1974!), Großbritannien (seit 1982) und Frankreich (seit 1992). Notorische Rowdies kommen hierzulande zudem recht billig davon: Österreich hat europaweit die geringsten Strafsätze vorzuweisen.

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