Bundesministerin reagiert auf Konfitüre-Debatte

Brief an EU-Kommissar Franz Fischler

Wien (OTS) - Bundesministerin Maria Rauch-Kallat hat auf die Aufregung, die derzeit um die von der EU verbotenen Bezeichnung Marmelade herrscht, reagiert. Rauch-Kallat: "Ich verstehe den Unmut der Österreicherinnen und Österreicher, vor allem der Marmelade produzierenden Bäuerinnen sehr gut." Sie habe daher in einem Schreiben an den zuständigen EU-Kommissar Franz Fischler um eine Prüfung in dieser Sache gebeten. Der EU-Kommissar wird demnach evaluieren, ob es nicht doch noch eine Möglichkeit gibt, den österreichischen Begriff Marmelade zu behalten bzw. wieder einzuführen.

Denn die derzeit geltenden sogenannten "Frühstücksrichtlinien", in die auch besagte Konfitürenrichtlinie fällt, wurden bereits 1995 beschlossen und abgesegnet. Die Erstellung dieser Konfitürenverordnung erfolgte damals übrigens in Zusammenarbeit mit der Codexkommission, also allen Sozialpartnern. Die Konfitürenverordnung 1995 besagt, dass nur Produkte aus Zitrusfrüchten die Bezeichnung Marmelade tragen dürfen und nicht Erzeugnisse aus anderen Früchten, wie Kirschen, Erdbeeren, Äpfel, etc. Diese müssen als Konfitüre bezeichnet werden.

Rauch-Kallat: "Man darf bei aller Aufregung nicht übersehen, dass es sehr wohl Sinn macht im Zeitalter der zusammenwachsenden Wirtschaftsräume auf eine akkordierte Sprachregelung Bedacht zu nehmen." Schließlich könnten entsprechende Unterschiede in der Bezeichnung eines Produktes für die verarbeitende Industrie zu einem Handelshemmnis führen. Dennoch sei die Ministerin davon überzeugt, dass in der Direktvermarktung oder am Bauernmarkt sowie für Produkte, die eine Anerkennung als geschütztes Qualitätserzeugnis vorweisen können, eine von den EU-Richtlinien abweichende Kennzeichnung möglich sein sollte. "Es geht jetzt nicht darum, herauszufinden, wer wann bei welcher Richtlinie auf die Marmelade vergessen hat, sondern darum, auf sachlicher Ebene zu prüfen, wieweit es Möglichkeiten gibt, nachträglich eine Änderung der Konfitürenverordnung zugunsten der österreichischen Bezeichnung Marmelade zu erreichen", sagte Rauch-Kallat im Hinblick auf die derzeit laufende mediale Diskussion. Sie werde sich jedenfalls um eine positive Lösung in der Causa Marmelade bemühen, schloss die Ministerin.

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