Agrarreform muss Umweltschutz stärken

Förderprogramme müssen alle Landwirte gleich berücksichtigen

Wien (OTS) - Die Reform 2003 ist die bedeutendste Systemänderung
in der österreichischen Landwirtschaft. Um den neuen Herausforderungen gewachsen zu sein, müssen die Betriebe gestärkt werden. Größere Bauern sind wichtige Arbeitgeber im ländlichen Raum und Innovationsträger. Zudem leisten sie auf ihren landwirtschaftlichen Flächen einen großen Beitrag zum Umweltschutz. Dieser Einsatz darf nicht bestraft werden.

"Wir sind für eine Kostenentlastung der österreichischen Landwirtschaft", betont Felix Montecuccoli, Vizepräsident der Land-und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs. "Auch Investitionsschwerpunkte wie Stallumbauten und ökologische Maßnahmen befürworten wir. Es müssen jedoch die Leistungen aller Bauern gleich anerkannt werden."

Größere Betriebe sind schon bei den Förderungen der ländlichen Entwicklung stark benachteiligt. Sie werden aus der Investitionsförderung ausgeschlossen und durch Obergrenzen bei der Ausgleichszahlung für benachteiligte Gebiete behindert. Im Umweltprogramm ÖPUL werden Betriebe mit über 100 Hektar besonders diskriminiert: Sie erhalten für ihren Einsatz um bis zu 35 Prozent weniger. Mit der ökologischen Pflege ihrer Wiesen und Felder leisten diese Bauern einen großen Beitrag zum Umweltschutz. Es darf daher nicht sein, dass sie bei Stützungsprogrammen für die Zukunft ausgeschlossen werden.

Um den Bauern Planungs- und Rechtssicherheit zu geben, sollte das neue europäische Agrarsystem ehest möglich, also mit 1. Jänner 2005, eingeführt werden. Ab diesem Zeitpunkt werden die Direktzahlungen entkoppelt: Die Landwirte werden nicht mehr für die erzeugten Produkte und Mengen bezahlt, sondern erhalten für ihre Leistungen Pauschalzahlungen. Größere Betriebe werden in Zukunft weniger Geld erhalten. "Bevor die neuen Maßnahmen umgesetzt werden, müssen jedoch alle Fragen zu Grundverkehr und Steuern geklärt sein", so Montecuccoli. "Der Agrarkompromiss wird auch bei größeren Bauern zu Einkommensverlusten führen. Sie dürfen nicht zusätzlich belastet werden."

Rückfragen & Kontakt:

Kristin Dawes
Presse und Kommunikation
Hauptverband der Land- und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs
Tel.: 01/533 02 27-17
dawes@hvlf.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | LUF0001