Metall-Einkommen: Wirtschaftskonformer Abschluss, kreative Regelungen

Sozialpartnerschaft funktioniert auf Branchenebene weiterhin

Wien (GMT/GPA/ÖGB) "Der Abschluss in der Metallindustrie zeigt sehr gut, dass Kollektivvertragspolitik viel mehr ist, als die Erhöhung von Löhnen und Gehältern", sagt Rudolf Nürnberger, Vorsitzender der Gewerkschaft Metall - Textil, nach dem Abschluss des Kollektivvertrages für Metallindustrie und Bergbau am 20. Oktober.++++

Nach der Forderungsübergabe Ende September und zwei Verhandlungsrunden einigten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften auf folgenden Abschluss:
Erhöhung der kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter um 2,1 Prozent,
Erhöhung der Ist-Löhne und -gehälter um 2,1 Prozent,
die Erhöhung muss jedoch mindestens 35 Euro ausmachen; Lehrlingsentschädigungen, Zulagen und Aufwandsentschädigungen steigen ebenfalls um 2,1 Prozent. Der neue Kollektivvertrag tritt mit 1. November 2003 in Kraft.
Die Gewerkschaften haben außerdem wichtige Verbesserungen des Rahmenrechtes erreicht, insbesondere die Entschärfung der Falle Kinderbetreuungsgeld und die Anpassung der Altersteilzeitregelung.

Niedrige Einkommen begünstigt

"Durch die Erhöhung der Gehälter um mindestens 35 Euro werden vor allem die BezieherInnen von niedrigen Einkommen begünstigt", sagt Karl Proyer, Chefverhandler der GPA. "Für diese Gruppen liegt die Erhöhung dadurch weit über 2,1 Prozent. Somit konnten wir unser Verhandlungsziel, für einen kräftigen Kaufkraftimpuls zu sorgen, durchsetzen. Im Rahmenrecht ist es gelungen, die Problematik der negativen Auswirkungen der jüngsten Pensionsreform als Thema in eine Arbeitsgruppe der KV-Partner einzubringen, in der kollektivvertragliche Vorruhestandsmodelle entwickelt werden sollen."

KV-Partner für Verbesserungen

Das vereinbarte "Frühwarnsystem" für Eltern in Karenz - es soll die Fallen, die im Kinderbetreuungsgeld stecken, beseitigen - und die Regelungen für die integrative Berufsausbildung beweisen für Nürnberger, "dass die Kollektivvertragspartner in der Metallbranche in der Lage und vor allem willens sind, die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten immer wieder anzupassen und Verbesserungen vorzunehmen. Beide Teile wissen, dass man sich immer wieder anstrengen muss, um gemeinsam für eine gute Entwicklung der Branche zu sorgen. Das ist uns auch heuer wieder gut gelungen."

ÖGB, 21. Oktober 2003
Nr. 880

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