Rieder: Besondere Hilfe für Langzeitarbeitslose in Wien

Erfolgreiche Bilanz für Leiharbeits-Projekt "flexwork": Über 3.300 Langzeitarbeitslose vermittelt, 1.300 fanden Dauerjob

Wien (OTS) - "Langzeitbeschäftigungslosen, älteren Menschen oder SozialhilfeempfängerInnen ermöglichen wir mit flexwork den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Zuerst mit einer Anstellung bei flexwork, das die Arbeitskräfte an andere Firmen weiterverleiht, und dann - im Idealfall - mit einem fixen Engagement bei einer unserer 400 Partnerfirmen. Damit helfen wir genau jener Gruppe, die es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer hat, den Langzeitarbeitslosen", erklärte Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp RIEDER bei der Bürgermeister-Medienkonferenz am Dienstag, bei der er gemeinsam mit Mag. Fritz Meissl, Geschäftsführer des Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (WAFF), Bilanz über das seit 1997 erfolgreich laufende Projekt "flexwork" zog. Seit 1997 wurden insgesamt 3.234 Personen bei flexwork angestellt, 1.336 davon konnten ein fixes Angestelltenverhältnis erreichen. Das sind mehr als 40 Prozent, denen wir so den Wiedereinstieg ins Berufsleben und eine Reintegration ermöglicht haben.

Langzeitarbeitslose erhalten Chance, Partnerfirmen die passenden Mitarbeiter

"Wir geben damit jenen Arbeitssuchenden eine Chance, die mit besonderen Problemen auf ihrem Weg zurück ins Berufsleben kämpfen -Langzeitarbeitslosen. Mit einer großen Lücke im Lebenslauf sind die Erfolgsaussichten bei einer Bewerbung sehr gering", so Rieder. "Unsere Betreuung und das maßgeschneiderte Anbieten der passenden Personen bei den richtigen Firmen erhöhen die Chancen unserer Kunden, den richtigen Partner zu finden. "Einerseits für Arbeitssuchende, die eine ihren Fähigkeiten entsprechende Chance erhalten und andererseits unsere Partnerfirmen, die nicht lange nach den richtigen Arbeitskräften suchen müssen."

400 zufriedene Partnerfirmen

Rund 400 Unternehmen gehören seit 1997 zu den Partnern von flexwork, die 3.234 Personen über flexwork beschäftigen. Für mehr als die Hälfte dieser ehemaligen Arbeitslosen war flexwork das Sprungbrett in ein neues reguläres Arbeitsverhältnis. Sie wurden entweder von jenen Firmen, die sie als Zeitarbeitskräfte beschäftigt haben, übernommen oder konnten sich erfolgreich bei einem anderen Unternehmen bewerben. Nicht zuletzt aufgrund eines besonderen Vorteils, den flexwork im Unterschied zu anderen Leiharbeitsfirmen bietet: In jenen Stehzeiten, in denen die Leiharbeitskraft mangels Auftragslage nicht vermittelt werden kann, bleibt sie bei flexwork angestellt. Die Zeit wird genutzt, um den flexworker weiter zu bilden und seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich zu verbessern. Das gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassungsunternehmen "flexwork GmbH" ist eine Tochter des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff).

Erfolgsbilanz: Insgesamt 3.300 Personen vermittelt, heuer bereits 425

Seit 1997 haben 3.234 vormals Arbeitslose bei flexwork ein Dienstverhältnis begründet. flexwork gehört mittlerweile zu den größten Zeitarbeitsfirmen in Wien und beweist damit eindrucksvoll, dass es möglich ist, soziale Verantwortung mit professioneller Dienstleistung für Unternehmen zu verbinden.

Alleine im Jahr 2003 haben bisher 425 Personen einen Arbeitsvertrag mit flexwork abgeschlossen (Stand Sept. 2003). Insgesamt wurden im laufenden Geschäftsjahr 783 Personen betreut. Die Zahl der Zeitarbeitskräfte von flexwork schwankte 2003, je nach Auftragslage, zwischen 350 und 450 Personen. Der Frauenanteil liegt derzeit mit 45 Prozent deutlich über dem österreichischen Branchendurchschnitt (2001: rund 15 Prozent). 31 MitarbeiterInnen sind das Stammteam von flexwork.

Brücke zum regulären Arbeitsverhältnis

Beinahe 80 Prozent der Zeitarbeitskräfte von flexwork sind arbeitssuchende Personen mit eingeschränkten Chancen am Arbeitsmarkt. Für viele von ihnen erweist sich die Beschäftigung bei flexwork als Brücke zu regulären Arbeitsverhältnissen. Im Geschäftsjahr 2002 wurden 57 Prozent aller MitarbeiterInnen, die flexwork verlassen haben, von den Beschäftigerbetrieben übernommen oder bewarben sich erfolgreich bei anderen Unternehmen.

flexwork als gemeinnütziges Arbeitskräfteüberlassungsunternehmen ist aber auch betriebswirtschaftlich erfolgreich. Die Erlöse aus Arbeitskräfteüberlassung im Jahr 2002 betrugen 12,6 Millionen Euro. Ein erwirtschafteter Gewinn darf nicht entnommen werden, sondern wird selbstverständlich in Zusatzmaßnahmen für die überlassenen Arbeitskräfte investiert.

50.000 Tage Arbeitslosigkeit erspart: Arbeitslose und Arbeitsmarkt profitieren

Der waff beobachtet regelmäßig im Rahmen eines speziellen Wirkungsmonitoring die arbeitsmarkpolitischen Effekte seiner Maßnahmen. Die Analyse der Wirkungen einer Beschäftigung bei flexwork ergab, dass 2002 die angestellten Zeitarbeitskräfte durchschnittlich pro Jahr einen Einkommenszuwachs von über 5.000,-Euro erzielen konnten. Der gesamte Einkommenszuwachs aller 2002 eingetretenen Arbeitskräfte (644 Personen) beträgt 3,8 Millionen Euro.

Der gesamte Zugewinn an Beschäftigung durch flexwork betrug 55.000 Arbeitstage, die "Ersparnis" an Arbeitslosigkeit rund 50.000 Tage. Für die öffentlichen Haushalte schlagen die Beschäftigungs- und Arbeitslosigkeitseffekte für 100 DienstnehmerInnen von flexwork mit einer Entlastung von rund 50.000,- Euro zu Buche (Synthesis; Juni 2000).

Rund 400 Unternehmen in allen Branchen als Partner - Vorteile für die Firmen

Rund 400 Unternehmen zählen zu den Partnern von flexwork. Die Beschäftigerbetriebe, denen flexwork Arbeitskräfte überlässt, finden sich in nahezu allen Branchen. Kunden sind, abgesehen von Industrieunternehmen und öffentlichen Einrichtungen (z.B. MAN, Philips, Bombardier, Münze Österreich, Hewlett Packard, Kapsch, WGGK), überwiegend kleine und mittlere Unternehmen im Handel und Gewerbe.

flexwork-Kunden ersparen sich Inseratkosten, zeitaufwändige Auswahlverfahren, vermeiden das Risiko einer Fehlbesetzung und haben die Möglichkeit, die MitarbeiterInnen kostenlos zu übernehmen.

Bessere Chancen: "Wenn's keine Arbeit gibt, wird ausgebildet"

Für flexwork ist die Einhaltung der arbeits- und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen eine Selbstverständlichkeit. Die Dienstverhältnisse sind unbefristet, die Bezahlung erfolgt grundsätzlich nach dem "Kollektivvertrag für das Gewerbe der Arbeitskräfteüberlassung".

Ein wesentlicher Unterschied von flexwork zu gewinnorientierten Leiharbeitsfirmen besteht darin, dass die MitarbeiterInnen in den einsatzfreien Zeiten nicht gekündigt, sondern in einer speziellen Einrichtung, der "flexwerkstatt", betreut werden. Zielsetzung der "flexwerkstatt" ist insbesondere die Verringerung der Gefahr neuer Arbeitslosigkeit, die Erhöhung der Integrationsquote und die Qualifizierung der Beschäftigten.

o Rund ein Drittel der Zeitarbeitskräfte nehmen jährlich daran teil o Die durchschnittliche Dauer beträgt zwei Wochen o Die Trainingsschwerpunkte: Bewerbungstraining, Basis-EDV, Kommunikation, Deutsch als Fremdsprache

flexwork Erfolgsbilanz im Geschäftsjahr 2003 (Stand 30. September)

Frauen Männer Gesamt Eintritte neue Dienstverhältnisse) bei flexwork) 194 231 425 Implacement (Übertritte in Dienstverhältnisse bei anderen Unternehmen) 38 130 168 Personalstand 197 243 440 45 % 55 % 100 %

flexwork Erfolgsbilanz: Gesamtübersicht Geschäftsjahre 1997 -2003/09

o Eintritte (neue Dienstverhältnisse bei flexwork): 3.234 o Implacement (Übertritte in Dienstverhältnisse bei anderen Unternehmen): 1.336 o Eintritte / Personalstand Unbefristete Dienstverhältnisse bei flexwork Diese Personen arbeiten im primären Arbeitsmarkt im Rahmen gemeinnütziger Arbeitskräfteüberlassung (entgeltliche Überlassung an Unternehmen zu marktüblichen Preisen) o Implacements Dienstverhältnisse bei Unternehmen Reintegration in den primären Arbeitsmarkt - ein Dienstverhältnis bei flexwork geht nahtlos in eines bei einem Unternehmen über Konkrete Beispiele

flexwork ist eine Einrichtung, die arbeitslosen Menschen hilft am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen und langfristige Jobs zu finden. Das System funktioniert und die von Flexwork vermittelten Arbeitskräfte, aber auch die Unternehmen, die sie beschäftigen, zeigen sich in hohem Grad zufrieden, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen:

o Fr. R. Svancar (Jg. 1952): "Nachdem ich nunmehr, nach 13 Monaten Leiharbeit bei der Firma Siemens SGP Verkehrstechnik GmbH, von dieser übernommen wurde, möchte ich mich für ihre wirklich seriöse und weit über das übliche Maß hinausgehende Unterstützung bedanken". o Hr. L. Hausenberger (Jg. 1943): Nach 35 Jahren Firmenzugehörigkeit verlor er seinen Job. "Da ich mit meinem Alter auf normalen Weg keinen Arbeitsplatz mehr fand, meldete ich mich bei flexwork. Schon nach zwei Wochen bekam ich meinen ersten Einsatz bei der Firma Liebherr in Korneuburg. Mit der vorbildlichen Betreuung und meinem ehrgeizigen Einsatz hatte ich das Glück, eineinhalb Jahre bei Liebherr zu verbringen. Nun ist es endlich soweit, mit 1. Mai 2003 gehe ich in die wohlverdiente Pension". o Hr. Mag. H., Personalleitung: "flexwork ist seit vielen Jahren ein wichtiger Partner für die MAN Sonderfahrzeuge AG und schafft es immer wieder, uns durch hohe Leistungsbereitschaft und - fähigkeit in der Erfüllung unserer Anforderungen an Zeitpersonal zu überraschen".

(Schluss) mmr

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