K: Verheimlicht Dörfler Subventionen beim FCK?

SPÖ deckt auf: Zwischen offiziellen Aussagen und Förderunterlagen gibt es eine Differenz von rund 250.000 Euro

In OTS 0104 müsste es in der angehängten Dringlichen Anfrage an LR Dörfler richtig heißen:

2001/2002 LR Dörfler Unterlagen
FC Kärnten 1.190.000,-- 2.000.000,--
Bundesnachwuchszentrum 500.000,-- 2.115.000,-- Jugendsportakademie 2.300.000,-- 3.460.000,--
insgesamt 3.990.000,-- 7.575.000,--
Differenz 3.585.000,-- Schilling

Korrigierte Fassung:

Klagenfurt (SP-KTN) – Bereits im Juli 2001 beschäftigte der FC Kärnten und seine Unterorganisationen den Landtag. Damals gab Dörfler auf eine Anfrage die Subventionssummen von FCK, Bundesnachwuchszentrum und Jugendsportakademie mit rund vier Millionen Schilling (300.000 Euro) an. „Aber eine Recherche der SPÖ ergab, dass diese Summe nicht korrekt sein kann, da laut Subventionsunterlagen in der Saison 2000/2001 fast doppelt soviel Geld, nämlich 7,5 Millionen Schilling (rund 550.000 Euro), in den FCK, das Bundesnachwuchszentrum und die Jugendsportakademie gepumpt wurde“, deckt SP-Klubchef Adam Unterrieder die widersprüchlichen Aussagen von FP-Sportlandesrat Gerhard Dörfler auf.

In der kommenden Landtagssitzung fordert die SPÖ daher Aufklärung von Dörfler in Form einer Dringlichkeitsanfrage. „Wir wollen wissen, wieso Dörfler 2001 bewusst die Unwahrheit behauptet hat und die zusätzlichen Subventionen verschwieg, zu einem Zeitpunkt, als die Förderungen bereits überwiesen waren. Dieses Chaos in der Sportförderung ist untragbar“, fordert Unterrieder Klarheit von Dörfler. Im Sinne der Nachwuchsförderung fordert die SPÖ eine Aufklärung dieser Geldflüsse. „Wir wollen aber dezidiert feststellen, dass die Förderung des sportlichen Nachwuchses nicht ein schiefes Licht gerückt wird“, so Unterrieder. Andererseits müsse aber rigoros durchgegriffen werden, sollte der Landesrechnungshof den Verdacht erhärten.

Anbei die Anfrage im Wortlaut:

An den
Kärntner Landtag
Landhaus
A-9010 Klagenfurt

Klagenfurt, im Oktober 2003

Dringlichkeitsanfrage an LR Gerhard DÖRFLER gemäß § 24 K-LTGO

Betreff: Widersprüchliche Aussagen des Landessportreferenten

zu Förderungen für den FC Kärnten, dem Bundesnachwuchszentrum und der Jugendsportakademie

Antragsteller: Abgeordnete Klubobmann Adam UNTERRIEDER, Mag. Nicole CERNIC, Dr. Peter KAISER und Anita WULZ

1. In der 30. Sitzung des Kärntner Landtages am 12. Juli 2001

wurde in der Fragestunde die Anfrage eines Abgeordneten mit dem Wortlaut " Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Aufgrund der Situation, daß viele Vereine und Dachverbände Zusagen über Förderungen bekommen haben, aber bis dato eigentlich nur sehr wenig Geld geflossen ist, erhebt sich die Frage, was der Grund dieser Verzögerung ist. Herr Landesrat, ich frage Sie: In welcher Höhe wurden Subventionen aus Sportförderungsmitteln in der Meisterschaftssaison 2000/2001 an den FC Kärnten, an das Bundesnachwuchszentrum beim FC Kärnten und an die Jugendsportakademie ausgezahlt ?" vom FPÖ Sportlandesrat Gerhard Dörfler ,wie folgt beantwortet: "Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter! An den FC Kärnten wurden aus Sportförderungsmitteln in der Saison 2000/2001 1,190.000 Schilling ausbezahlt. Das ist die Spitzensportförderung in der Höhe von einer Million, gleich wie für den KAC und den VSV. Dann wurden für Sportgeräte 100.000 Schilling zur Verfügung gestellt und noch einmal 90.000 Schilling für verschiedene Maßnahmen, das heißt der FC Kärnten hat aus Sportförderungsmitteln in dieser Saison 1,190.000 Schilling an Förderung erhalten.
Wenn man dem den sportlichen Erfolg der letzten Monate und Wochen gegenüberstellt, ist das eine gut angelegte Förderung:
österreichischer Meister der 1. Division, aufsteigende Max-Bundesliga, Österreichischer Cupsieger, Österreichischer Supercupsieger, UEFA-Cup-Teilnehmer, gestern volles Haus im Stadion. Ich meine, es ist selten eine Sportsubvention so gut angelegt worden wie diese 1,190.000 Schilling, die der FC Kärnten aus Sportförderungsmitteln erhalten hat. (LH Dr. Haider: Sehr bescheiden!)
Das Bundesnachwuchszentrum hat bei einem Gesamtbudget von 4,5 Millionen Schilling aus Sportförderungsmitteln eine Förderung von 500.000 Schilling erhalten. Auch dieses Nachwuchszentrum hat sich bestens bewährt. Ich konnte mich gestern davon überzeugen, daß der FC Kärnten einer der wenigen Vereine ist, die einen hohen Anteil an Eigenbauspielern und Kärntner Spielern haben. Ich meine, wenn man weiß, was im internationalen Fußballgeschäft an Geld fließt, wenn man denkt, daß Spieler bereits eine Milliarde Schilling kosten, dann ist es wohl so, daß ein Bundesnachwuchszentrum eine entsprechende Förderung haben sollte. Wenn ich das auch vergleiche, zum Beispiel mit der seinerzeitigen Vereinbarung, die mit der Stadt Villach getroffen wurde, daß wir für das nordische Leistungszentrum Villach einen Abgang von 1,2 Millionen heuer und nächstes Jahr 1,4 Millionen zu begleichen haben, ist auch dieser Ansatz, würde ich sagen, vom Preis-Leistungs-Verhältnis eine sehr preiswerte Förderung im Nachwuchssport.
Die Jugendsportakademie wurde ja seinerzeit unter dem Sportreferenten Michael Ausserwinkler gegründet. Die Jugendsportakademie hat bei einem Gesamtbudget von etwa neun Millionen Schilling 2,3 Millionen Schilling aus dem Bereich Sport erhalten. Sie wissen, daß dort die Hauptaufgaben die Schulkooperationen sind; Persönlichkeitsseminare, die im Sport immer wichtiger werden; Nachmittagsbetreuung, Lernbetreuung; sportmedizinische Tests; Lehrlingsmodelle; Jugendsportprojekte. Wir konnten uns in Basel vorige Woche von der Nachwuchsarbeit in der Schweiz überzeugen. Dort ist es so - und das ist im internationalen Fußball üblich -, daß im Bereich des Nachwuchssports die Vereine und die Strukturen, und damit auch die öffentliche Hand sehr, sehr gefordert sind. Dies deshalb, weil im internationalen Bereich - ich komme noch einmal darauf zurück, daß ein Spieler bereits eine Milliarde Schilling kosten kann - die Nachwuchsarbeit sozusagen sehr, sehr wichtig ist.
Ich möchte daher noch einmal unterstreichen, daß diese Fördermittel vom Preis-Leistungs-Verhältnis, wenn man davon reden kann, und auch vom sportlichen Erfolg her bestens eingesetzt wurden! (Beifall von der FPÖ-Fraktion)."

Quelle: Stenographisches Protokoll der 30. Sitzung des Kärntner Landtages - 28. Gesetzgebungsperiode Donnerstag, 12. Juli 2001

2. Demgegenüber sollen aber dem FC Kärnten - laut vorliegenden

Unterlagen und Medienberichten - allein im Jahr 2000 über 2.000.000 Schilling und im Jahr 2001 weitere Fördermittel von über 2.000.000 Schilling zugeflossen sein.

Im einzelnen können dem "Subventionsbericht Sport 2000" aus VA 1/26911/5 Breiten- bzw. Gesundheitssport Förderungen von 75.000 Schilling, aus VA 1/26912/5 Leistungs- bzw. Spitzensport eine Förderung von 1.000.000 Schilling und aus VA 1/26917/5 Sportstätten Sporteinrichtungen und LZ 1.345.000 Schilling an Förderungen für den FC Kärnten entnommen werden.

Weiters können den - erst auf ausdrückliches Verlangen des Kärntner Landtages - vom Landessportreferenten übermittelten Unteralgen betreffend Sport für das Jahr 2001 aus VA 1/26911/5 Breiten- bzw. Gesundheitssport Förderungen von 30.000 Schilling, aus VA 1/26912/5 Leistungs- bzw. Spitzensport eine Förderung von 2.000.000 Schilling und aus VA 1/26917/5 Sportstätten Sporteinrichtungen und LZ 20.000 Schilling an Förderungen für den FC Kärnten entnommen werden.

Quelle: Subventionsbericht Sport 2000 und dem Kärntner Landtag übermittelte Unterlagen zu Zahl KSK-SAG1-

3. Dem Bundesnachwuchszentrum wurden im Jahre 2000 angeblich

keine Förderungen (zumindest enthält der Subventionsbericht Sport keine diesbezügliche) und im Jahre 2001 Förderungen von insgesamt 4.300.000 Schilling vom Land Kärnten überwiesen.

Im einzelnen handelt es sich bei den Förderungen für das Jahr 2001 um eine Überweisung aus VA 1/26912/5 Leistungs- bzw. Spitzensport in Höhe von 3.500.000 Schilling und aus VA 1/26917/5 Sportstätten Sporteinrichtungen und LZ um Überweisungen von 300.000 Schilling und von 200.000 Schilling. (Insgesamt: 4.300.000 Schilling)

Quelle: Subventionsbericht Sport 2000 und dem Kärntner Landtag übermittelte Unterlagen zu Zahl KSK-SAG1-

4. Der Jugendsportakademie wurden im Jahr 2000 aus VA 1/26917/5

Sportstätten Sporteinrichtungen und LZ 2.000.000 Schilling an Förderungen und im Jahr 2001 Insgesamt 4.9200.000 überwiesen.

Im einzelnen handelt es sich dabei um Überweisungen aus VA 1/26917/5 Sportstätten Sporteinrichtungen und LZ 4.900.000 Schilling und aus VA 1/26911/5 Breiten- bzw. Gesundheitssport Förderungen von 20.000 Schilling.

Quelle: Subventionsbericht Sport 2000 und dem Kärntner Landtag übermittelte Unterlagen zu Zahl KSK-SAG1-

5. Stellt man die Aussagen des Landessportreferenten Dörfler den

aus den vorliegenden Unterlagen zu entnehmenden Zahlen gegenüber , zeigt sich folgendes Bild (Anmerkung: eine exakte Zuordnung der Förderungen für die Saison 2000/2001 ist nicht zur Gänze möglich, da dies den diesbezüglichen Unterlagen nicht entnommen werden kann; plausibel scheint aber eine Halbierung der in den Jahren 2000 und 2001 gewährten Förderungen):

2001/2002 LR Dörfler Unterlagen FC Kärnten 1.190.000,-- 2.000.000,-- Bundesnachwuchszentrum 500.000,-- 2.115.000,-- Jugendsportakademie 2.300.000,-- 3.460.000,-- insgesamt 3.990.000,-- 7.575.000,-- Differenz 3.585.000,-- Schilling 5. Aufgrund der in keinster Weise nachvollziehbaren Differenz

von zumindest 260.532,11 Euro (3.585.000 Schilling) stellen die Unterfertigten an den Landessportreferenten folgende Fragen:

Warum haben sie dem Kärntner Landtag bei ihrer Beantwortung am 12. Juli 2001 nicht dahingehend unterrichtet, dass bereits zu diesem Zeitpunkt (!) ihrerseits an den FC Kärnten, an das Bundesnachwuchszentrum und an die Jugendsportakademie weit mehr als die von ihnen behaupteten Förderungen überwiesen worden waren ?

Welche Gründe haben sie gehabt, dem Kärntner Landtag das wahre Ausmaß der bereits überwiesenen Förderungen zu verschweigen ?

Haben sie bereits oder werden sie Anzeige an die Staatsanwaltschaft erstatten ?

Welche konkreten Rückforderungen und gegen wen haben sie bereits erhoben ?

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