ÖAMTC AKADEMIE: Saubere Kraftstoffe und Zero Emission in Kerngebieten sind ein Gebot der Stunde

Projekt von ÖAMTC AKADEMIE, TU Wien und Wiener Linien für umweltfreundliche urbane Bus- und Güterverkehrssysteme

Wien (ÖAMTC-Presse) - Die ÖAMTC AKADEMIE ist gemeinsam mit der TU Wien und den Wiener Linien Partner im Projekt "Umweltfreundliche urbane Bus- und Güterverkehrssysteme - Saubere Kraftstoffe und Zero Emission in Kerngebieten" und verantwortlich für die Entwicklung von Umsetzungsstrategien.

Im Rahmen des Forschungsprogramms Austrian Advanced Automotive Technology (A3) des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie fand am Dienstag, den 21. Oktober 2003, ein internationaler Experten-Workshop "www.sauberer-stadtverkehr.info" an der Technischen Universität Wien statt.

Der Workshop bot eine interessante Informationsplattform hinsichtlich Praxistauglichkeit und Umsetzbarkeit sowie einen Erfahrungsaustausch zwischen hochkarätigen Experten und Praktikern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. "Ziel des Projektes ist es, aus den Interessen unterschiedlichster Zielgruppen einen gemeinsamen Handlungsauftrag zu formulieren, weitere Partner damit zu integrieren, politische Entscheidungsträger zu motivieren, Vorbildfunktion für umweltpolitisches Trendsetting zu übernehmen und die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, um die Attraktivität von 'Zero Emission in Kerngebieten' für Wirtschaft und Handel zu wecken", betonte Dr. Christine Zach, die Geschäftsführerin der ÖAMTC AKADEMIE.

Trotz einer ständigen Absenkung der Abgas-Emissionsgrenzwerte ist es in den vergangenen Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Partikel-Emissionen und zu einem leichten Anstieg der NOx-Emissionen in städtischen Ballungsräumen gekommen. Dies erfordert eine Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnologie hin zu extrem abgasarmen und in bestimmten Situationen abgasfreien Antriebskonzepten. "Da noch immer erhebliche Barrieren und auch Informationsdefizite betreffend den Einsatz von neuen Antriebstechnologien existieren, müssen organisatorische, politische und technische Einführungsstrategien weiterentwickelt werden", führte ao.Univ.-Prof. Dr. Ernst Pucher aus und präsentierte Praxisbeispiele aus den USA.

Das Projekt "Sauberer Stadtverkehr" informiert über alternative und saubere Lösungen für den urbanen Bus- und Güterverkehr. Die Emissions-Reduzierungen durch den Einsatz von alternativen Kraftstoffen und Antriebstechnologien spielen dabei eine Schlüsselrolle.

In Österreich wird nicht nur das Fahrzeug-Angebot mit alternativen Antrieben erweitert sondern auch die dafür nötige Tankstellen-Infrastruktur.

Steigender Schwerverkehr und zunehmender Dieselanteil

Dr. Othmar Glaeser und Dipl.Ing. Alexander Kranabetter von der Salzburger Landesregierung thematisierten die Überschreitung von Immissions-Grenzwerten in Ballungsgebieten: "Die Entwicklung der Jahresmittelwerte von Stickstoffdioxid seit 1990 an verschiedenen Salzburger Messstellen zeigt, dass die höchsten Konzentrationen Anfang der 90er-Jahre gemessen wurden. In den darauf folgenden Jahren verringerte sich kontinuierlich die Stickstoffoxid-Konzentration, was auf den positiven Effekt der Katalysator-Einführung bei Otto-Motoren zurückzuführen ist. Seit Ende der 90er-Jahre ist allerdings wieder ein Anstieg in den Konzentrationen an allen Messstellen zu beobachten. Dies wird vor allem auf den steigenden Verkehr, insbesondere den Schwerverkehr, aber auch auf den zunehmenden Dieselanteil zurückgeführt."

Hauptverursacher bei Stickstoffdioxid ist zum überwiegenden Teil der Straßenverkehr. Hierbei wiederum trägt der Schwerverkehr, der in den vergangenen Jahren überproportional stark an Durchzugsstraßen zugenommen hat, einen beträchtlichen Anteil bei. Aber auch der stark wachsende Dieselanteil an der Autoflotte wirkt sich negativ vor allem im innerstädtischen Bereich auf die Stickstoffdioxid-Konzentrationen aus. Fast zwei Drittel der Neuzulassungen bei Pkw sind mit Dieselmotoren ausgestattet, die ein Vielfaches an Stickoxiden gegenüber den Otto-Motoren emittiert

Orientierung an EU-Projekt "Cleaner-Drive" zur Steigerung des europäischen Marktpotenzials für saubere Fahrzeuge

"Sauberer Stadtverkehr" orientiert sich auch am EU-Projekt "Cleaner-Drive", das die Forderung des Marktes nach neuen Fahrzeugen und Antriebssystemen evaluiert und überwiegend durch umwelttechnische Vorteile begründet. Das Ziel von "Cleaner-Drive" ist, europäische Lösungen für drei Themenbereiche zu entwickeln: Informationen für Fahrzeug-Flottenbetreiber, Bewertung der Umweltverträglichkeit der Fahrzeuge, Infrastrukturpolitik für gasförmige Kraftstoffe, also Wasserstoff und Erdgas.

Die Simulation des Umweltverhaltens der neuen Fahrzeuge hat folgendes gezeigt: Wenn sich die Zahl alternativer Fahrzeuge bis 2010 durch eine geeignete Steuerpolitik verdoppeln würde, ergäbe sich eine Verminderung der CO2-Emissionen von 4 auf 8 Prozent.

Fahrzeugkonzepte für die Zukunft

Gasmotoren sind derzeit wichtige Alternativen. Erdgas nimmt dabei immer mehr an Bedeutung zu, aber auch Flüssiggas ist ein wesentlicher Antrieb für umweltfreundliche Busse und Nutzfahrzeuge. Die Flüssiggas-Busse der Firma Neoplan werden von den Wiener Linien eingesetzt und der ÖAMTC testet derzeit Opel Erdgas-Zafira als Pannenfahrzeuge.

General Motors und Opel haben inzwischen die dritte Generation von Brennstoffzellen-Fahrzeugen entwickelt, den "HydroGen3" auf Basis des Opel-Serienmodells Zafira. "Wasserstoff-betriebene Brennstoffzellen-Fahrzeuge bieten das größte Potenzial. Denn mit ihnen lassen sich Treibhausgase stark reduzieren und auf lange Sicht sogar völlig eliminieren", berichtet Dr. Franz Winter von Opel Rüsselsheim. Mit der Serieneinführung von Brennstoffzellen-Fahrzeugen rechnen GM und Opel um das Jahr 2010.

Homepage als Informationsplattform

Eine eigens eingerichtete Homepage unter
http://www.sauberer-stadtverkehr.info/ fungiert als
Informationsplattform über das Projekt. "Interessierte Kommunen sind eingeladen, sich über diese Homepage am Aufbau eines Netzwerkes für einen sauberen Stadtverkehr zu beteiligen", so Christine Zach von der ÖAMTC AKADEMIE abschließend.

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ÖAMTC-Pressestelle/Hannes Kerschl

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