Eisen/Metall: Nach der 2. KV-Verhandlungsrunde wurde Einigung erzielt. Ist-Löhne steigen um 2,1 %, KV-Löhne um 2,1 %.

Wien (OTS) - Nach sehr schwierigen Verhandlungen konnten die Kollektivvertragspartner Eisen/Metall in der Nacht auf Dienstag einen Kompromiss erzielen. Für den heurigen Lohn- und Gehaltsabschluss in der Metallindustrie einigten sich die Arbeitgeber und Arbeitnehmer -Gewerkschaft Metall/Textil sowie die Gewerkschaft der Privatangestellten - auf eine Steigerung der Ist-Löhne um 2,1 %, mindestens aber um 35 Euro. Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne steigen um 2,1 %. Die Vereinbarung ist ab 1. November 2003 gültig. Eine Öffnungsklausel wurde nicht vereinbart.

Vereinbart wurde auch eine Verteiloption, die es den Unternehmen mittels Betriebsvereinbarung ermöglicht, individuelle Lohnerhöhungen zu gewähren. Der mögliche Rahmen reicht von 1,8 bis 2,4 Prozent.

Die Verhandlungssituation war in diesem Jahr ausgesprochen schwierig. Denn der seit nunmehr mehr als 2 Jahren prognostizierte und dann immer wieder widerrufene Konjunkturaufschwung hat noch immer nicht statt gefunden. Neben der schwachen weltwirtschaftlichen Situation leidet die Metallindustrie als exportorientierte Branche auch besonders unter dem starken Euro. Auch die EU Osterweiterung sowie die Einhaltung des Kyotozieles werden der österreichischen Metallindustrie noch schwierige Zeiten bescheren. "Alle diese Risken und Belastungen mussten wir in unsere Überlegungen einkalkulieren. Es kann nicht im Sinne der Arbeitnehmer sein, durch zusätzliche Kostenerhöhungen des Faktors Arbeit weitere Arbeitsplätze und auch Produktionsstandorte zu gefährden", erklärt KR Ing. Hermann Haslauer, Verhandlungsleiter Arbeitgeberseite. Dass trotz dieser äußerst schwierigen Situation ein Abschluss erzielt werden konnte, führen beide Seiten auf die funktionierende Sozialpartnerschaft zurück.

Einheitliches Entgeltschema.
Die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite haben trotz intensiver Verhandlungen
die geplante Angleichung des Entgeltschemas zwischen Arbeitern und Angestellten noch nicht finalisieren können. "Wir sind auf einem guten Weg, allerdings zwingt uns die Komplexität der Systeme immer wieder zu neuen Berechnungen, die viel Zeit in Anspruch nehmen", erklärt Haslauer, der aber durchaus zuversichtlich ist, dass die Verhandlungen für das neue einheitliche Entlohnungsschema in den nächsten Monaten positiv abgeschlossen werden können. Trotzdem in der Gestaltung eines einheitlichen Einstufungsschemas für Arbeiter und Angestellte grundsätzlich Übereinstimmung erzielt wurde, ist die Frage der Lohnentwicklung innerhalb einer Beschäftigungsgruppe sicherlich einer der zentralen Diskussionspunkte. Allein die Tatsache, dass es in den Betrieben eine ganz unterschiedliche Beschäftigungsstruktur gibt, manche Unternehmen beschäftigen bis zu 70% Arbeiter, würde für die bisherige Angestelltenseniorität eine spürbare Dämpfung bedeuten.

Auch die Kostenneutralität ist für die Arbeitgeberseite von wesentlicher Bedeutung, "um den Industriestandort für den Metallbereich Österreich nicht noch weiter zu gefährden", deponiert Haslauer, der bei weiteren Belastungen auch die Gefahr von Abwanderungen von Produktionsbetrieben befürchten muss.

Chefverhandler der Arbeitgeberseite ist KR Ing. Hermann Haslauer (Fa. Leitz), sein Stellvertreter DI Christoph Hinteregger (Fa. Doppelmayr). Von Seiten der Gewerkschaft verhandelten Rudolf Nürnberger (GMT) und Karl Proyer (GPA).

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