Pirklhuber: Regierung muss Nichtigkeitsklage gegen EU-Gentech-Entscheid rechtzeitig einbringen

Neue Langzeitstudien bestätigen Oberösterreichs Risiko-Argumente

Wien (OTS) "Die Bundesregierung muss umgehend aktiv werden und im Namen der Republik das Bundesland Oberösterreich durch Einbringen einer Nichtigkeitsklage beim Europäischen Gerichtshof in der Causa Gentechnik-Verbotsgesetz unterstützen", fordert der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber. Solange es keine EU-einheitlichen Regelungen für die Etablierung gentechnikfreier Bewirtschaftungsgebiete gebe, müsse der nationale Handlungsspielraum durch die Schaffung von gentechnikfreien Zonen maximal genutzt werden.

Britische Langzeitstudien, die kürzlich veröffentlicht wurden, bestätigen erneut wesentliche Umweltauswirkungen beim Anbau von gentechnisch verändertem (GVO) Raps und GVO-Rüben. Der weltweit bisher längste Praxisversuch (Laufzeit seit 1999) zeigte, dass in den Feldern mit GVO-Raps und GVO-Zuckerrüben Insekten und Wildpflanzen signifikant abnahmen. Weitere Untersuchungen zeigten, dass GVO-Pollen von emsigen Bienen bis 26 km weit transportiert werden (acht Mal weiter als bisher von der Wissenschaft angenommen), und dass nach dem Anbau von GVO-Raps die Felder noch lange mit den Samen, die mehr als zehn Jahre im Boden überdauern können, belastet sind, so dass konventionelle Nachfolgekulturen verunreinigt werden und als GVO gekennzeichnet werden müssen. Die Ergebnisse für GVO-Mais sind im Vergleich zu konventionellem Mais zwar günstiger ausgefallen, diese Ergebnisse sind jedoch als hinfällig zu bezeichnen, da in diesen Vergleichen der konventionelle Mais mit Atrazin behandelt wurde, das inzwischen EU-weit wegen seiner krebserregenden und hormonalen Wirkungen verboten wurde.

"Mit der Studie zeigt sich wie wichtig es ist, auf Dauer eine GVO-freie Linie zu erhalten. Bei Risikotechnologien muss der Rückzug im Fall von negativen Auswirkungen offen gehalten werden", erklärt Pirklhuber. Die Zulassung von GVO ist aufgrund der Risiken bis auf weiteres zurückzustellen und der Anbau muss zumindest in ökologisch sensiblen Gebieten, wie Regionen mit hoher Biobauern-Dichte, Nationalparks, Natura 2000-Gebieten, den Alpen und Hochalpingebieten usw. verhindert werden. Gerade dies sollte der oberösterreichische Gesetzesvorschlag im Sinne des Vorsorgeprinzips für die nächsten drei Jahre sicherstellen.
"Damit die Wahlfreiheit für eine gentechnikfreie Produktion erhalten bleibt, muss auch für Saatgut das Reinhaltegebot weiterhin Gültigkeit haben", so Pirklhuber und weist auf eine diesbezügliche Aktion der Grünen Bäuerinnen und Bauern unter dem Motto ‚Rettet unser Saatgut -Gentechnikfreiheit ist Wahlfreiheit’ hin. (Fotos dazu unter www.gruene.at zum downloaden)

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