- 18.10.2003, 11:45:00
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Caritas: Stift Heiligenkreuz nimmt 21 Asylwerber auf
Caritasdirektor Landau dankt Abt Gregor Henckel-Donnersmarck
Wien (OTS) - Mit einem "herzlichen 'Vergelts Gott’" bedankte sich
der Wiener Caritasdirektor Michael Landau beim Abt des
Zisterzienserstiftes Heiligenkreuz, Gregor Henckel-Donnersmarck. Der
Abt des Stiftes im Wienerwald hatte sich gleich Anfang der Woche, bei
einem zufälligen Zusammentreffen in Lainz, als sich die Situation in
der Unterbringung von obdachlosen und mittellosen Asylwerbern für die
Caritas unerträglich zugespitzt hatte, bereit erklärt auch Asylwerber
aufzunehmen. "Heute vormittag haben nun 21 Asylwerber ihr Quartier in
Heiligenkreuz beziehen können," berichtet Landau.
Nachdem Anfang der Woche in der Konzilsgedächtniskirche in Wien-Lainz
statt der ursprünglich 50 geplanten Asylwerber letztlich 60 Männer
und vier Frauen untergebracht werden mussten, hatte sich bald
herausgestellt, dass weitere Quartiere gesucht werden müssten. "Denn
die Kirche war wirklich nur ein 'Not-Not-Quartier' und auch ein
sichtbarer Hilfeschrei", so Landau.
37 der drei Tage lang in der Konzilsgedächtniskirche in Wien-Lainz
notdürftig beherbergten 64 Asylwerberinnen und Asylwerber wurden am
vergangenen Donnerstag in die Pfarre Schwechat übersiedelt.
Besonders für 19 Minderjährige war es notwendig, durch
Umschichtungen die Aufnahme im Karwanhaus der Caritas der Erzdiözese
Wien möglich zu machen. Die verbleibenden Asylwerber wurden in
Notquartieren in Caritas-Häusern untergebracht. Nur so ist die
notwendige, intensive Betreuung weiterhin zu garantieren.
Denn zwei Drittel der Flüchtlinge sind erst seit maximal sieben
Wochen in Österreich, einige erst seit vergangener Woche. D.h. sie
haben ihren Asylantrag beim Bundesasylamt gestellt, sind weggeschickt
worden und haben keine Ahnung, wann sie ihre Asylgründe vorbringen
dürfen und können. Nach unserer Erfahrung müssen sie mit einer
Wartezeit bis nach Weihnachten rechnen. Das ist eine schwierige
Herausforderung, auch für Betreuerinnen und Betreuer.
Nun wurde die Gruppe in Schwechat noch einmal aufgeteilt - da die
Gemeinde dort zusätzlich selbst schon eine große Gruppe von
Asylwerbern aufgenommen hatte - und 21 Männer wurden in das Stift
Heiligenkreuz gebracht. In diesen Quartieren ist nun der Aufenthalt
zumindest für die nächsten drei Wochen gesichert und damit auch die
Möglichkeit für diese Menschen, jetzt einmal Ruhe zu finden und
durchzuatmen.
"Ein herzliches Danke an alle die geholfen haben, die Pfarre von
Lainz, das Kardinal König Haus der Jesuiten, die Pfarrgemeinde von
Schwechat und an die Zisterzienser von Heiligenkreuz - hier zeigt
sich eine Kirche, die bereit ist für die Armen einzutreten", so
Landau.
Aktion "Mobiles Notquartier" gestartet
Zusätzlich ist nun auch die Aktion "Mobiles Notquartier" gestartet
worden. In deren Rahmen werden bis zum kommenden Frühjahr über 50
Pfarren, darunter sieben evangelische Gemeinden, jeweils für zwei
Wochen Asylwerber in Pfarrsälen und Pfarrheimen einen Ort zum
Schlafen, Essen und Betreuung anbieten. "Zum ersten Mal wird während
der Kernzeit der Aktion dieses Angebot von fünf Pfarren gleichzeitig
angeboten," zeigt sich Caritasdirektor Michael Landau beeindruckt.
Das bedeutet, das weitere 50 Asylwerber nicht in der Kälte auf den
Ausgang ihres Asylverfahrens warten müssen. Die Gemeinden werden bei
der Durchführung dieser Aktion von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
des Referates Pfarr-Caritas unterstützt. Damit werden in den
nächsten Wochen rund 750 Menschen in den Kirchennotquartieren und
Flüchtlingshäusern der Caritas der Erzdiözese Wien versorgt, darunter
etwas mehr als 100 Kinder.
Die Caritas der Erzdiözese Wien hat in den vergangenen Jahren immer
stärker die Notwendigkeit gesehen, für obdachlose, mittellose
Flüchtlinge in Österreich nicht nur einzutreten, sondern sie auch mit
dem Notwendigsten zu versorgen. "Denn ohne diese Unterstützung
stünden Frauen, Männer und Kinder auf der Straße, auch im Winter," so
Landau.
"Für uns ist der Einsatz für Menschen in Not Verpflichtung. Doch
wir sehen uns auch mit der Situation konfrontiert, dass das
Bundesministerium für Inneres trotz zweier klarer Urteile des OGH
seine Verpflichtung, nämlich die Grundversorgung von Flüchtlingen
(ein Dach über dem Kopf, Essen und medizinische Betreuung) nicht
wahrnimmt, sondern diese weiter auf die Kirchen und
Hilfsorganisationen abschiebt," beschreibt Landau, die schwierige
Situation. Für die Caritas aber kein Grund aufzugeben, "wir sind in
unserem Einsatz für Menschen in Not, mit der Unterstützung der
Gemeinden auf einem guten Weg - und mit Gottes Hilfe werden wir diese
schwierige Situation auch zu einem guten Abschluss bringen."
Rückfragehinweis:
Peter Wesely, Pressesprecher der Caritas der Erzdiözese Wien, 01/87812/221, 0664/1838140, p.wesely@caritas-wien.at, www.caritas-wien.at
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