Gemeinsam Chancen nutzen

Bundespräsident Klestil und LH Haider eröffneten 14. Europäischen Volksgruppenkongress des Landes Kärnten

Klagenfurt (LPD) - Die Chancen für Kärnten und Slowenien im gemeinsamen Europa betonte heute Landehauptmann Jörg Haider bei der Eröffnung des 14. Europäischen Volksgruppenkongresses des Landes Kärnten in Bleiburg. Aus einst nach den Ereignissen zweier Weltkriege des 20. Jahrhunderts verfeindeter Staaten seien mittlerweile "verfreundete" Nachbarn geworden. Kritik Haiders gab es an jenen Kräften diesseits und jenseits der Grenze, die es noch nicht verkraften könnten, dass Konflikte und Belastungen weggefallen seien und daher immer noch skandalisieren wollten anstatt Brücken zu bauen. Bundespräsident Thomas Klestil betonte, dass durch den bevorstehenden EU-Beitritt unserer Nachbarn die Teilung Europas endgültig der Vergangenheit angehören werde.

Für Haider sind die Beziehungen zwischen Kärnten und Slowenien "am Weg zur Normalität unter guten Nachbarn". Dort wo noch Belastungen vorhanden seien, müsse die Kraft gefunden werden, diese endgültig zu beseitigen. Auch gehe es darum, die Chancen im neuen gemeinsamen Wirtschaftsraum zu nutzen und gemeinsam in Europa aufzutreten, wie etwa im Tourismus durch das Projekt "Destination Südalpen". Auch trat der Landeshauptmann für einen Schulterschluss "der Kleinen" im größer werdenden Europa ein. So plane Kärnten gemeinsam mit der Steiermark, Slowenien und Friaul-Julisch Venetien ein gemeinsames Vertretungsbüro in Brüssel.

Kärnten habe bereits viele Zeichen des guten Willens und des positiven Miteinanders gesetzt. Er erwähnte in diesem Zusammenhang die Eröffnung des Grenzübergangs Paulitschsattel sowie des Archivalienaustausches zwischen den Archiven Laibach und Klagenfurt. Das seien Zeichen, die in die Zukunft zeigen, betonte der Landeshauptmann. Gleichzeitig sagte er, dass der Realitätssinn und die Sensibilität in Volksgruppenfragen auf beiden Seiten nicht verloren gehen dürfe. Es gehe nicht um das Ausloten des noch Möglichen, sondern um die gemeinsame Umsetzung des Machbaren. Dabei solle "nicht jeder seinen eigenen Schrebergarten alleine sehen". Die ethnische Frage und "ideologischer Wahnsinn" habe im 20. Jahrhundert Europa schon einmal zerbrochen und die Welt in Brand gesetzt.

In diesem Sinn plädierte Haider noch vor dem EU-Beitritt Sloweniens für eine gemeinsame Erklärung von Slowenien und Österreich mit Worten des Bedauerns beider Seiten für die belastete Vergangenheit. Auch ein Kodex für die kulturelle Sicherung von Volksgruppen in beiden Ländern sollte erarbeitet werden.

Klestil unterstrich die ungeheuren Chancen, die sich durch den EU-Beitritt Sloweniens für Kärnten ergeben werden. Er zeige sich auch zuversichtlich bezüglich der Lösung der wenigen noch offenen Fragen. Der Leiter des Volksgruppenbüros, Vladimir Smrtnik, plädierte dafür, dass mit dem Fall der Grenze durch den EU-Beitritt Sloweniens auch die Schranken in den Köpfen der Menschen fallen sollen. Bei der Eröffnung in Bleiburg waren seitens der Kärntner Landesregierung außerdem LHStv. Peter Ambrozy und LR Georg Wurmitzer anwesend. Eine Grußbotschaft des heute durch Krankheit verhindert gewesenen slowenischen Staatschef Janez Drnovsek wurde vom slowenischen Botschafter in Österreich, Ernest Petric, verlesen.

Vor der Eröffnung des Volksgruppenkongresses im "Bleiburger Kulturni Dom" sind Bundespräsident Klestil und LH Haider in St. Michael ob Bleiburg zu einem einstündigen Arbeitsessen mit Kärntner Volksgruppenvertretern zusammen getroffen.
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