ÖGB-Bundeskongress: Aktive Gleichstellung statt Stillstand in der Frauenpolitik

Gender Mainstreaming umsetzen, Kindergeld verbessern, Einkommensschere schließen

Wien (ÖGB). "Eine fortschrittliche Frauenpolitik existiert 'dank' dieser Bundesregierung derzeit nicht. Österreich ist bei der Chancengleichheit der Frauen eines der Schlusslichter in der EU. Anstatt dieses Stillstands brauchen wir dringend eine aktive Gleichstellungspolitik", sagt ÖGB-Frauenvorsitzende Renate Csörgits. Die Anträge der Frauenabteilung beim ÖGB-Bundeskongress konzentrieren sich auf die Themen "Kinderbetreuungsgeld", "Gender Mainstreaming" und "Gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit".++++

Beim Kindergeld fordern die ÖGB-Frauen die Aufhebung der Zuverdienstgrenze bei Teilzeitkarenz, einen stärkeren Kündigungsschutz für Väter und eine zusätzliche Geldleistung für karenzierte ArbeitnehmerInnen. Zur Erreichung der Chancengleichheit verlangen die ÖGB-Frauen neben gezielter Frauenförderung die Umsetzung des Gender Mainstreaming. Bund, Länder, Gemeinden, aber auch der ÖGB und die Gewerkschaften werden aufgefordert, in allen Politikbereichen Frauen benachteiligende Strukturen zu beseitigen. Umgesetzt müsse Gender Mainstreaming auch in der Kollektivvertragspolitik werden. Damit Frauen "gleiches Geld für gleichwertige Arbeit" erhalten, sei eine diskriminierungsfreie Arbeitsbewertung nötig, ebenso müssten mehr Frauen in die Kollektivvertragsverhandlungsteams aufgenommen werden, heißt es in den Anträgen der ÖGB-Frauen.

Nachfolgend finden Sie drei der wichtigsten Forderungen der ÖGB-Frauen:

O Kinderbetreuungsgeld - Bonus für ArbeitnehmerInnen
Das Kinderbetreuungsgeld wird als familienpolitische Leistung weiterhin an alle Anspruchsberechtigten ausbezahlt. Berufstätige Eltern sollen aber zusätzlich zum Kinderbetreuungsgeld während der Karenz einen einkommensabhängigen Bonus ("Karenzausgleich") aus der Arbeitslosenversicherung erhalten. Dieser reicht von mindestens 200 Euro als Sockelbetrag bis zu maximal 670 Euro pro Monat.

O Gender Mainstreaming - Anreize für Unternehmen setzen Öffentliche Auftragsvergabe durch Bund, Länder und Gemeinden müssen daran gebunden werden, ob im Förderansuchen Genderaspekte und/oder -bewertung ausgewiesen werden.

O Gleiches Geld für gleichwertige Arbeit
Die Kollektivvertragsparteien sind aufgefordert, die Kollektivverträge im Hinblick auf diskriminierungsfreie Kriterien der Arbeitsbewertung zu untersuchen und die Bewertung dahingehend zu ändern, dass den Frauen zugeschriebene Fähigkeiten genauso hoch bewertet werden wie jene, die den Männern zugeschrieben werden.

Die vollständigen Anträge im Wortlaut finden Sie in der Rubrik "Anträge" auf www.oegb.at/bundeskongress.
ÖGB, 16. Oktober 2003
Nr. 865

Der ÖGB-Bundeskongress wird auch live im Internet (www.oegb.at) übertragen.

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