ÖGB-Bundeskongress: Einkommen durch Belastungspakete deutlich dezimiert

Sozialpartner müssen Kollektivvertrags-Autonomie behalten

Wien (ÖGB). Die Steuer- und Abgabenerhöhungen der Belastungspakete ab dem Jahr 2001 haben die Entwicklung der Nettoeinkommen geschwächt. Durch diese politische Entscheidung gingen die Netto-Reallöhne in den vergangenen drei Jahren kumuliert um mehr als ein Prozent zurück. ++++

"Der ÖGB vertritt die Auffassung, dass in der Lohnpolitik autonom zwischen den Sozialpartnern entschieden werden muss. Diese Politik wird durch die Regierung derzeit allerdings in Frage gestellt", sagt Karl Klein, Vorsitzender des Arbeitskreises "Gerechte Einkommen für die Zukunft" und im ÖGB verantwortlich für Kollektivverträge. Die österreichischen Löhne sind jedenfalls kein Hindernis der Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes.

Wesentliches Ziel der Lohnpolitik ist die Sicherung der Kaufkraft der Löhne und Gehälter. Der ÖGB bekennt sich zur Orientierung der Lohnsteigerung an der gesamtwirtschaftlichen Produktivitätssteigerung. Dies ist gleichzeitig Ausdruck der solidarischen Lohnpolitik. Sie hat zum Ziel, auch für schwächere Gruppen eine gleichmäßige Verbesserung des Lebensstandards -unabhängig, ob sie im privaten oder öffentlichen Sektor, in export-oder heimatmarktorientierten oder in Branchen mit raschen oder langsamerem Produktivitätsfortschritt beschäftigt sind - zu ermöglichen. Das schließt die Zielsetzung überdurchschnittlicher Lohn- und Einkommenszuwächse für Bezieher kleinerer Einkommen mit ein, was in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit schwieriger wird, aber umso notwendiger ist.

Der ÖGB fordert außerdem die Orientierung der Lohnsteigerungen an der gesamtwirtschaftlichen Produktivitätsentwicklung und weniger an der branchenspezifischen. Das ist gleichzeitig ein Ausdruck solidarischer Lohnpolitik. Denn in Bereichen mit hohen Produktivitätssteigerungen ermöglicht die Ausrichtung an der gesamtwirtschaftlichen Produktivität eine Kostenentlastung, die in die Preise weitergegeben werden kann, um damit in Branchen mit geringer Produktivitätsentwicklung höhere Reallohnsteigerungen zu ermöglichen.

ÖGB, 15. Oktober 2003
Nr. 863

Der ÖGB-Bundeskongress wird auch live im Internet (www.oegb.at) übertragen.

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