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Internationaler Tag des Weißen Stockes

Wien (OTS) - Auch im EU-Jahr für Menschen mit Behinderungen sind blinde und sehbehinderte Menschen nach wie vor mit Barrieren konfrontiert. Der ÖBSV - als größte Interessensvertretung und Selbsthilfegruppe von Blinden und Sehbehinderten - fordert daher am Tag des weißen Stockes mehr Aufmerksamkeit und Maßnahmen zum Abbau von Barrieren.

Am Mittwoch, dem 15. Oktober 2003, beging der Österreichische Blinden- und Sehbehindertenverband (ÖBSV) den "Tag des weißen Stocks". Im Jahr 1964 übergab der damalige US-Präsident Johnson im Rahmen eines vielbeachteten symbolischen Akts weiße Langstöcke an Blinde, um auf den Beginn der systematischen Ausbildung Blinder im Mobilitätstraining hinzuweisen. Seither nutzen Blindenorganisationen in aller Welt diesen speziellen Tag, um auf die besonderen Lebensumstände betroffener Menschen aufmerksam zu machen. Der weiße Stock ist Orientierungshilfe und Verkehrsschutzmittel. Er wird seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts mit weißem Anstrich benutzt, denn schon damals war die Gefährdung blinder Menschen durch den Autoverkehr evident. Der weiße Stock gibt stark sehbeeinträchtigten Menschen ein hohes Maß an Mobilität und Selbstbestimmtheit. Zwar ist die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raumes und der Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln in den letzten Jahren verbessert worden: "Aber auch im EU-Jahr für Menschen mit Behinderungen gibt es nach wie vor Hindernisse, die für blinde und sehbehinderte Menschen eine erhebliche Gefahrenquelle bedeuten", betont ÖBSV-Präsident Prof. Klaus Guggenberger.

Hindernisse auf Gehsteigen

Die Zunahme fest installierter Hindernisse wie Fahrrad-ständer, Straßenschilder oder Citylights machen ein Fortkommen auf Gehsteigen immer schwieriger. Nur auf vertrauten Wegen können sich sehbeeinträchtigte Menschen diesen Hindernislauf gut einprägen. Vor allem Fahrradfahrer oder Inline-Skater auf Gehwegen bedeuten für blinde und sehbehinderte Menschen eine potenzielle Gefahr. Denn im Gegensatz zu Autos sind sie kaum zu hören und so schnell unterwegs, dass sie nicht rechtzeitig erkannt werden können.

Eine Stocklänge voraus

Blindenampeln erleichtern die Orientierung auf der Straße ungemein. Aber was tun, wenn vor der Ampel ein Fahrradweg vorbeiführt. Dann wird allein der Weg zur Gehsteigkante schon zum Hürdenlauf. Und das Vorantasten mit dem Blindenstock kann auch für Fahrradfahrer gefährlich werden.

Forderungen des ÖBSV

Daher fordert der ÖBSV den Ausbau des taktilen Leitsystems im öffentlichen Verkehr und vor allem in und zu öffentlichen Gebäuden, sowie von akustischen Blindenampeln. Viele Alltagsprobleme von blinden Personen könnten durch bauliche Maßnahmen und Vorschriften behoben werden, wie etwa die Kennzeichnung von freistehenden Treppen, die Absicherung von Glasflächen durch Kontraststreifen oder der Abbau des Schilderwaldes und Werbetafeln auf Gehsteigen.

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