FCG: 15. Bundestag unter dem Motto "Für Gerechtigkeit und Frieden"

Neugebauer: "Politik heißt nicht, jede Woche eine andere Sau durchs Dorf zu treiben" Wien (OTS) - Der 15. Bundestag der Fraktion Christlicher Gewerkschafter im ÖGB wurde durch ein Referat von Pater Ulrich Zankanella zum Motto heute Vormittags feierlich eröffnet.

Pater Ulrich erklärte, dass die Gerechtigkeit eine äußere und innere Dimension habe. Nur wenn beide Dimensionen übereinstimmten, könne es zu objektiv und subjektiv empfundener Gerechtigkeit kommen. Die Aufgabe der Politik, insbesondere von christlichen Gewerkschaftern wäre es, Gerechtigkeit innerhalb der Gesellschaft herzustellen. Dabei gilt es, sich an die Leitprinzipien der Würde des Menschen, der Personalität, der Subsidiarität und der Solidarität zu orientieren. Wirtschaftliche Gerechtigkeit könne auch nur durch nachhaltiges Wirtschaften hergestellt werden, wobei hier der Staat die Rahmenbedingungen vorgeben müsse. Damit sei auch Nachhaltigkeit ein katholisches - bzw. christlich-soziales - Ordnungsprinzip. Zu den Rahmenbedingungen gehöre aber auch die Sicherung der "Tauschgerechtigkeit" zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie der arbeitsfreie Sonntag.

Zum Frieden meinte Pater Ulrich, dass Frieden "die Frucht der Gerechtigkeit" sei. Nur wer einen objektiv gerechten Anteil von der Gerechtigkeit erhalte, könne diese auch Subjektiv akzeptieren und so Frieden finden. Das älteste Friedensprinzip ist "Liebe deinen Nächsten, denn er ist wie du".

"Globalisierung der Gerechtigkeit ist die Voraussetzung für den Frieden", so Pater Ulrich abschließend.

Grußworte von Diözesanbischof Dr. Maximilian Aichern und NR Präs. Dr. Andreas Khol

Fritz Neugebauer ergänzte im Zuge seiner Begrüßung, dass die Römer früher den Grundsatz hatten "wenn du den Frieden willst, rüste zum Krieg". Für christliche Gewerkschafter müsse es heißen, "wenn du den Frieden willst, schaffe Gerechtigkeit!". Für die christlichen Gewerkschafter gelte es Politik so zu gestalten, dass die Menschen auch "mitkommen". Oder, wie es einmal Julius Raab ausgedrückt hat, "Politik heißt nicht, jede Woche eine andere Sau durchs Dorf zu treiben".

ÖGB-Vizepräsident Fritz Neugebauer erklärte, dass die FCG die Überparteilichkeit garantiere und der ÖGB tue gut daran, auch in Zukunft diese Überparteilichkeit hoch zu halten.

Diözesanbischof Dr. Maximilian Aichern dankte den Gewerkschaften, insbesondere den christlichen Gewerkschaftern, für ihre Arbeit. Sie würden für die Gerechtigkeit im Arbeitsleben eintreten und sie stünden in der ersten Reihe bei der Vermittlung der Werte der Katholischen Soziallehre.

Die Würde des einzelnen, Solidarität, Subsidiarität und die Nachhaltigkeit wären als katholischen Prinzipien wichtiger denn je, wenn man nicht möchte, dass eine zukünftige Gesellschaft nur von Konsum und Profit geleitet sein soll.

NR Präs. Univ. Prof. Dr. Andreas Khol bekannte sich zu den Gewerkschaften sowie zur Arbeit der Personalvertretung und der Betriebsräte. Er selbst merkte an, Personalvertreter im Europarat gewesen zu sein. Er sagte, dass er sich eine starke Sozialpartnerschaft wünsche, denn "Macht" brauche einen Ausgleich.

Er würdigte ausdrücklich den christlich-sozialen Pionier Leopold Kunschak, den er als Vater des Gedankens der Einheitsgewerkschaft nannte. Er bekannte sich zum innergewerkschaftlichen Pluralismus und fügte an, dass die FCG durch das "Christlich" im Namen besonders gefordert sei.

"Wir brauchen das scharfe Profil christlich sozialer Werte sowie es die FCG vertritt", sagte der NR Präsident.

Khol erklärte, dass Christen die Pflicht hätten, sich an der Politik zu engagieren. Nur so könne die Katholische Soziallehre bzw. die Evangelische Sozialethik umgesetzt werden. Er merkte aber an, dass es "ohne Solidarität in der Entscheidung auch keine Solidarität in der Mitbestimmung" geben könne.

Ehrungen

Aus den Händen von ÖGB-Vizepräsidenten Fritz Neugebauer und FCG-Bundessekretär Karl Klein empfingen folgende Kolleginnen und Kollegen das Goldene Ehrenzeichen der FCG: Helga Schrumpf, Rosa Roller, Hermann Hämmerle, Josefine Winkler und Ernst Kepplinger. Neben dem Goldenen Ehrenzeichen der FCG erhielt der ehemalige Zentralsekretär der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Mag. Gerhard Neugebauer, auch die höchste Auszeichnung, die der ÖGB zu vergeben hat, die Johann Böhm-Plakette. (HSH/Fortsetzung folgt)

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