Serbien und Montenegro - Geschäftschancen im Herzen des Balkans

Österreich ist Nummer zwei unter Auslandsinvestoren -Erfolgsbeispiel RZB: Mit 20% Marktanteil bei Privatkunden mittlerweile die Nr. 2 unter den Banken Serbiens

Wien (PWK 689) - Die serbische Reformlokomotive hat in den ersten zwei Jahren nach der demokratischen Wende vom 5.10.2000 außerordentlich gute Leistungen erbracht und den "Zug" Serbien & Montenegro näher in Richtung Europa gezogen. "Das Wirtschaftswachstum der letzten drei Jahre liegt weit über dem europäischen Niveau", berichtet Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO) der WKÖ. Durch Stabilisierung des makroökonomischen Umfeldes konnte eine Basis zur wirtschaftlichen Entwicklung gelegt werden, die sich an der europäischen Union orientiert. Koren: "Den österreichischen Exporteuren gelang es im Vorjahr wieder, einen außerordentlichen Zuwachs der Lieferungen (+33%) zu erreichen und es besteht weiteres Potential für Wachstum." Im ersten Halbjahr 2003 machte das Ausfuhrplus 17,1% aus.

"Mittlerweile ist Österreich mit über 120 Firmenniederlassungen vor Ort vertreten, hervorzuheben sind fünf Banken, vier Baufirmen, vier Rechtsanwaltskanzleien, zwei Versicherungen und auch Berater, die allesamt Serviceleistungen nach österreichischen Standards anbieten", berichtet Herbert Preclik, WKÖ-Handelsdelegierter in Belgrad, zur Positionierung österreichischer Unternehmen in Serbien & Montenegro. Als Erfolgsbeispiel nennt Preclik das frühe Engagement der Raiffeisenbank, das sich voll bezahlt gemacht hat: Innerhalb von 2 ½ Jahren hat man 20% Marktanteil bei Privatkundeneinlagen erreicht und belegt damit den zweiten Gesamtplatz in Serbien.

Unter den Auslandsinvestoren nimmt Österreich bereits den zweiten Rang ein. Ein Hauptvorteil der Österreicher war dabei gegenüber anderen Ländern, auch über die zehn Embargojahre hinweg, gute persönliche und wirtschaftliche Kontakte mit dem Land zu unterhalten und damit eine strategische Basis zur Intensivierung unserer Wirtschaftsbeziehungen aufzubauen. Die Investitionen der jüngsten Zeit erfolgten durch Austrotherm (Herstellung von Wärmedämmplatten), Henkel (Erwerb der Waschmittelfabrik "Merima", Krusevac), Siemens (Assembling von Telefonanlagen), Strabag und Durst (Errichtung von Büroflächen) und OMV (Errichtung eines modernen Tankstellennetzes). Die OMV ist seit Juli 2001 in Serbien vertreten und startete im März 2003 mit der ersten Tankstelle nach europäischen Standards. Die angebotenen Serviceleistungen werden durch einen VIVA Markt sowie ein Wiener Café abgerundet. Ein erfolgreicher Markteinstieg gelang auch Österreichs führendem Kaminhersteller Schiedel, der im Mai 2002 seine Geschäftstätigkeit aufnahm und im ersten Geschäftsjahr bereits 3.000 Meter Kaminlänge absetzen konnte. Der Absatz wird dieser Tage bereits bei 10.000 Meter liegen. Zu den jüngsten Erfolgen österreichischer Firmen in Serbien gehört der Vertragsabschluss der Firma S & T System Integration and Technology Distribution mit der serbischen Post (PTT) in Höhe von 2,7 Mio Euro. Die seit 1996 in Serbien vertretene S&T stellt damit unter Beweis, wie groß Marktpotential und Nachfrage nach IT-Dienstleistungen in Serbien sind.

Der größte Wachstumssektor ist zurzeit die Baubranche. Mit Hilfe internationaler Finanzierung (EAR, EBRD, EIB) wird derzeit mit Hochdruck an der Revitalisierung des internationalen Verkehrsnetzes gearbeitet. Im Blickpunkt steht vor allem der europäische Korridor X sowohl im Straßen- als auch im Schienenbereich; auch untergeordnete Straßen werden erneuert. Durch die lange Zeit der Vernachlässigung ist vor allem der Hochbausektor in den Blickpunkt der Investoren gerückt - zurzeit befinden sich alleine in Belgrad über 50.000 m² Bürofläche im Bau.

Mit dem Start der ersten internationalen Lebensmittelketten wird auch der Einzelhandelssektor interessant. Es gilt, sich jetzt mit seinen Marken zu etablieren, denn auch die Ketten Cora und Metro werden in naher Zukunft vertreten sein. Im Baumarktsektor ist zurzeit die belgische Kette "Uradi sam" vertreten; weitere Anbieter wie Baumax und Obi überlegen den Markteintritt. Die Revitalisierung des Energiesektors, die auch eine Umgestaltung des lokalen Versorgers EPS einschließt, bietet nach wie vor Möglichkeiten für Zulieferer. Neuer Fokus ist nach der Gründung eines eigenen Ministeriums der Umweltsektor, der von der Regierung sowie von internationalen Geldgebern zusehends Beachtung erfährt. Hervorzuheben sind dabei Ausschreibungen der EBRD für Wasseraufbereitung und Abwassertechnik für die Städte Belgrad, Nis und Novi Sad. Weitere Projekte existieren von Seiten der Weltbank, die sich unter anderem mit Entsorgung von festem Abfall sowie Klärung von Industrieabwässern in die Donau beschäftigen.

Um der nach wie vor großen Nachfrage nach Präsenz in Serbien & Montenegro gerecht zu werden, ist für November 2003 eine Wirtschaftsmission geplant. Auch dieses Mal haben österreichische Unternehmen wiederum die Gelegenheit sich ein Bild der Lage vor Ort zu machen und neue Geschäftspartner zu finden. (BS)

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