Kreditzinsen – AKNÖ kämpft weiter

Stellungnahmen von Bawag/PSK-Gruppe sowie Volksbanken- und Raiffeisensektor werden bis 31.10 erwartet.

Wien (AKNÖ) – Das Urteil des Obersten Gerichtshofes (OGH) in Sachen Kreditzinsen vom August dieses Jahres löste sowohl bei den Konsumentenschützern als auch bei den Banken absolutes Unverständnis aus. Dazu Günther La Garde, Konsumentenschützer in der NÖ Arbeiterkammer: "Positives Ergebnis des Urteils für die Banken ist, dass ihnen eine Verjährungsfrist von drei Jahren zuerkannt wird. Negative Folgewirkung daraus ist allerdings, dass sie bei ihren Kunden enorm an Glaubwürdigkeit verlieren." Für La Garde ist diese Entscheidung eine moralische Verfehlung, die zu Lasten des Kreditnehmers geht, während die Banken vor den berechtigten Forderungen von betroffenen Kreditnehmern geschützt werden sollen. "Vor Kreditnehmern geschützt, die ihren Kredit bereits ausbezahlt haben und möglicherweise auch jahrelang zu viel an Zinsen bezahlt haben. Das ist Geld^, mit dem die Banken gearbeitet haben und noch arbeiten!", zeigt sich La Garde entrüstet.

Der Sparkassensektor hat auf dieses Urteil bereits reagiert. Für den Konsumentenschützer auch die einzig richtige Entscheidung: nämlich die beanstandeten Kredite anhand der aktuell gültigen Zinsanpassungsklausel rückwirkend neu zu berechnen und die Zinsendifferenz zu 70 Prozent an die betroffenen Konsumenten rückzuerstatten. Dazu La Garde: "Diese Entscheidung ist konsumentenfreundlich. Bedeutet sie doch, dass die betroffenen Kreditnehmer schnell und unbürokratisch zu ihrem Geld kommen!" Leider reagieren nicht alle Kreditinstitute so rasch: In der Zwischenzeit haben sich Gespräche mit der Bawag/PSK-Gruppe sowie dem Volksbanken- und Raiffeisensektor angekündigt. Auch hier gilt es für Kunden dieser Institute eine konsumentenfreundliche Vereinbarung am Beispiel des Sparkassensektors zu treffen.

Positive Rückmeldungen von einzelnen Banken

La Garde berichtet von teilweise positiven Rückmeldungen dieser Banken: "Aktuell zeigen gerade Einzeläußerungen, die von Vertretern des Volksbankensektors getroffen wurden, dass die jeweiligen Institute durchaus überlegen, von ihrer bisherigen Haltung abzugehen und sich der Vereinbarung, die mit dem Sparkassensektor getroffen wurde, anzuschließen!" Interessant in diesem Zusammenhang ist die unterschiedliche Stimmung bei den Regionalbanken sowohl von der Volksbanken- als auch der Raiffeisengruppe. Gerade in diesen Sektoren hat die Meinung der Dachorganisation keinen direkten Weisungs-, sondern lediglich einen Empfehlungscharakter. Die Konsumentenschützer der AKNÖ sind gespannt, ob sich die jeweiligen Dachorganisationen mit einer einheitlichen Vorgehensweise durchsetzen werden.

Gespräche mit der Bawag

Mit Spannung werden die Gespräche mit der Bawag/PSK-Gruppe erwartet. Hat sich doch dieses Kreditinstitut im gesamten Zinsenskandal durch seine uneinsichtige Haltung ausgezeichnet.

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