Kräuter: Grasser hat Y-line Aktien bewusst verschwiegen

FPÖ-Parlamentsklub ist Schuldner im Y-line Konkurs

Wien (SK) SPÖ-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter glaubt in der aktuellen Grasser-Causa nicht an falsche Ratschläge von Ministerberatern, "obwohl sich diese in den letzten drei Jahren zu Hauf und zu Millionenkosten ereignet hätten".
Der SPÖ-Abgeordnete geht davon aus, dass Grasser ganz bewusst keine Informationen über seine Y-line Anteile dem Parlament geben wollte. "Die Verflechtungen zwischen Grasser und Y-line liegen auf der Hand:
Zu dem Zeitpunkt, als der damalige FPÖ-Minister Grasser Aktien der Y-line AG erworben hat, war der FPÖ-Parlamentsklub in engen Geschäftsverbindungen mit diesem Unternehmen. Im Herbst 2001 tauchte der FPÖ-Parlamentsklub als Konkursschuldner der Y-line AG auf und die entsprechende Forderung von anfangs 1,5 Mio. Euro wurde innerhalb von kurzer Zeit auf rund 480.000 Euro reduziert. Diesbezüglich ist eine Klage des Masseverwalters anhängig", so der SPÖ-Rechnungshofsprecher Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Für Kräuter ist auch der Umstand interessant, dass Grassers Homepage-Verein im Jahre 2001 einen Betrag von 110.000 Euro an die Y-line Tochtern FirstInEx für die Registrierung einer nie verwendeten Homepage Adresse bezahlte. "Der damalige FirstInEx Vorstand Dieter Jandl ist ein enger Schulfreund Grassers. Der Zahlung von 110.000 Euro steht eine Null-Gegenleistung gegenüber", zeigte Kräuter auf. "Interessant auch die Investment-Bank die Y-line Aktien bis zu einem Zeitpunkt, zu dem Grasser seine Anteile längst abgestoßen hat, empfohlen hat: Lehman&Brothers. Die Steuerberatung und Bilanzerstellung von Y-line wurden durch die Kanzlei Ernst&Young durchgeführt. Beides hochbezahlte Berater des Finanzministers", so Kräuter, der davon überzeugt ist, dass diese Berater Grasser nicht zur Offenlegung seiner Aktiengeschäfte geraten haben.

"Vor allem die Zahlung von 110.000 Euro an eine Tochter der Y-line AG ohne Gegenleistung, vor dem Hintergrund von mindestens 480.000 Euro Schulden des FPÖ-Parlamentsklubs im Y-line Konkurs, sollte genauestens untersucht werden", argumentiert der SPÖ-Rechnungshofsprecher. "Malversationen eines Finanzministers in dieser Größenordnung unter Duldung des Bundeskanzlers sind für die Zweite Republik ohne Beispiel", schloss Kräuter. (Schluss) cs/mp

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