Enorme Kostenerhöhungen in der Abfallwirtschaftsbranche aufgrund neuer gesetzlicher Bestimmungen -

Entsorgung von Abfällen wird ab 1.1.2004 wesentlich teurer

Wien (OTS) - Der VÖEB (Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe) rechnet mit einer Kostensteigerung im Bereich Abfallsammlung, Abfallbehandlung und Entsorgung in Höhe von rund 40 %. Diese Kostensteigerung wird - über teils erhebliche Preiserhöhungen - von allen Wirtschaftsbereichen aber auch Kommunen getragen werden müssen.

Nicht nur die Deponieverordnung führt zu enormen Mehrkosten, zusätzlich wird die Einführung des Road Pricings und der damit verbundene Verwaltungsaufwand in den Unternehmen, die Erhöhung der Mineralölsteuer, die Energieabgabe und Steigerungen bei Versicherungs- und Personalkosten einen Kostenschub in der Entsorgung von Abfällen auslösen.

Road Pricing

Die mit 1.1.2004 verpflichtend zu leistende "fahrleistungsabhängige Maut" (Road Pricing)
führt auch im Entsorgungsbereich zu einer starken Kostenbelastung.

So wird im Nahverkehrsbereich mit einer Steigerung der Sammel- und Transportkosten von ca. 5 %, im sogenannten Streckengeschäft mit bis zu 25 % gerechnet.

Die im VÖEB vertretenen Unternehmen rechnen für die Branche mit Belastungen von 16 Mio. Euro (ohne Fremdfrächter) bzw. von 25 Mio. Euro (mit Fremdfrächter).

Deponieverordnung

Bis zum 31.12.2003 ist es möglich, unbehandelte Abfälle auf Deponien abzulagern. Ab 1.1.2004 sind Abfälle, insbesondere Haus- und Sperrmüll, Gewerbe- und Industrieabfälle so zu behandeln, dass diese den Anforderungen der Deponieverordnung - zweifelsohne ein wichtiger Meilenstein in der österreichischen Umweltpolitik - entsprechen. Dies erfolgt in der Regel über eine thermische Behandlung (Verbrennung) oder in mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen (MBA). Insgesamt fallen in Österreich über 3 Millionen Tonnen dieser Abfallarten an und sind daher ab Jahresbeginn zu behandeln.

Die Kosten für diese beiden Methoden der Abfallbehandlung betragen zum Teil das doppelte der derzeitigen Deponierungskosten für unbehandelte Abfälle.

Aus diesem Grunde werden hier Kostensteigerungen erwartet, die direkt den "Abfallproduzenten" weiterzuverrechnen sind.

Mineralölsteuer

Im Budgetbegleitgesetz im Sommer 2003 wurde beschlossen, die Mineralölsteuer auf den "Dieseltreibstoff" um 3,5 Cent je Liter zu erhöhen.

Dies bedeutet, dass die Aufwendungen für Treibstoffe nicht nur für Unternehmen der Entsorgungswirtschaft um rund 7 % steigen werden.

Nachdem der Anteil der Treibstoffkosten (neben den Personalkosten) im Kalkulationsansatz für Sammel- und Transportleistungen einen sehr wesentlichen darstellt, ist auch hier mit tariflichen Erhöhungen zu rechnen.

Energieabgabe

Auf alle Energiearten (Strom, Gas, Kohle u.a.) wird ab 1.1.2004 eine Abgabe eingehoben, die eine Verteuerung von bis 10 % bewirkt.

Die Verwertung und Entsorgung von Abfällen, die bisher einer Vorbehandlung unterzogen wurden (wie z.B. Sortierung von Verpackungen und Bauschutt, Kompostierung von biogenen Abfällen, CP-Behandlung gefährlicher Abfälle, Recycling von Kunststoffen etc.), wird sich daher ebenfalls verteuern.

Die österreichische Entsorgungswirtschaft - mit mehr als 20.000 Mitarbeitern ein maßgeblicher Wirtschaftsteil - ist gerüstet, die oben angeführten neuen gesetzlichen Bestimmungen umzusetzen. Ein Investitionsvolumen von über 750 Mio. Euro wird dazu erforderlich sein.

Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VÖEB) ist die unabhängige Interessenvertretung der kommerziellen Entsorgungsunternehmen in Österreich. Der Verband repräsentiert heute über 220 Mitglieder; damit sind mehr als 70 % der in der Branche tätigen Unternehmen - sowohl umsatzmäßig als auch nach der Anzahl der Beschäftigten - vertreten. Der VÖEB ist somit die mitgliederstärkste freiwillige Interessenvertretung der kommerziell geführten österreichischen Entsorgungsbetriebe.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Daisy Schulze-Bauer
VÖEB (Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe)
1030 Wien, Lothringerstrasse 12
Tel.: 01 / 713 02 53

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0004