"Die Presse" - Kommentar: "Abgehoben" von Hedi Schneid

Ausgabe vom 13.10.2003

Wien (OTS) - Der AUA-Streik hat stattgefunden, und kaum ein Passagier hat's gemerkt - die inzwischen tägliche Bombendrohung mit Räumung des Terminals erzeugt mehr Aufsehen. Management und Gewerkschaft haben sich heftig befetzt - ebenfalls ohne Wirkung, denn gebetsmühlenartig wurden die alten Argumente wiederholt. Nach diesem Wochenende der scharfen Worte und leeren Drohungen müssten die Kontrahenten eigentlich genug Luft abgelassen haben. Dass Gewerkschafter an Streiktagen tief in die Emotionskiste greifen und Sprüche klopfen, ist man gewohnt.
Nicht gerade klug verhielt sich freilich auch das bis dato zurückhaltende Management. Das - demokratiepolitisch diskutable -Verbot der Betriebsversammlung hat wahrscheinlich die Mehrheit der Austrian-Mitarbeiter erst richtig mobilisiert. Und Vorwürfe wie "Cockpit-Erstürmung" oder "Nötigung" vergiften nur die ohnehin schlechte Stimmung.
Es wird höchste Zeit, dass die Kontrahenten zurück an den Verhandlungstisch finden, denn ein eskalierender Arbeitskampf würde niemandem nützen - nur den Absturz der finanziell angeschlagenen AUA beschleunigen. Und nicht nur ein paar Spitzengehälter, sondern tausende Jobs gefährden.

h.schneid@diepresse.com

Ein langer Arbeitskampf gefährdet die ganze AUA, Vernunft ist wieder gefragt.

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