Workshop "Frauen machen Frieden" mit afghanischer und österreichischer Frauenministerin erfolgreich abgeschlossen - neue Projekte in Planung.

Wien (OTS) - Der gestern zu Ende gegangene zweitägige Workshop "Frauen machen Frieden. Friedensarbeit durch Frauenförderung in Afghanistan" des Instituts Umwelt-Friede-Entwicklung in Kooperation mit der Politischen Akademie der ÖVP, der Initiative "Frauen für Frauen", der Österreich-Afghanistan-Gesellschaft (ÖAG) und der Gesellschaft zur Unterstützung der Rechte afghanischer Frauen und Kinder (GURAF) hat erstmals Vertreterinnen der unterschiedlichen afghanischen Exil-Gruppen in Österreich zusammengebracht und weitere Projekte für afghanische Frauen initiiert.

"Unser Anliegen im Sinn eines globalen Nachbarschaftsdenkens war es, sich mit den Bedürfnissen der afghanischen Frauen auseinanderzusetzen, Erfahrungen mit bestehenden Projekten zu diskutieren und eine Plattform für weitere, gemeinsame Aktivitäten zu bieten. Im Rahmen des Workshops sind sogar mehrere konkrete Projektideen entwickelt worden, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nun umgesetzt werden", bilanziert Petra Gruber, Geschäftsführerin des Instituts Umwelt-Friede-Entwicklung.

~ Afghanische Frauenministerin setzt auf Erwerbstätigkeit von Frauen ~

Beim Workshop "Frauen machen Frieden" waren prominente Politikerinnen zusammengekommen, um über frauenpolitische Strategien zur Unterstützung der afghanischen Frauen zu beraten. Die afghanische Frauenministerin Habiba Sarabi verwies beim Workshop darauf, wie wichtig es ihr sei, den afghanischen Frauen eine Erwerbstätigkeit zu ermöglichen und sie auch politisch zu "trainieren". Als große Probleme nannte sie u.a. die schlechte medizinische Versorgung, die vor allem Frauen treffe. So seien 70% der Tuberkulose-Opfer Frauen. Die afghanischen Frauen würden unter der Tradition des Landes leiden, die keine Gleichberechtigung kenne. Soziale und häusliche Gewalt sei das Hauptproblem. In den vergangenen eineinhalb Jahren habe man in Afghanistan aber durchaus Fortschritte gemacht. So werde die neue Verfassung Klarheit über den rechtlichen Status der Frauen schaffen. Heiraten und Scheidungen würden künftig staatlich registriert. Sarabi: "Wir tun unser Bestes, um Veränderungen zu erreichen. Aber es braucht viel Zeit, um Traditionen zu verändern."

Stenzel: "Wahlen in Afghanistan dürfen keine Farce werden!"

Die Leiterin der ÖVP-Delegation im Europäischen Parlament, Ursula Stenzel, berichtete, das Europäische Parlament verfolge die Entwicklung in Afghanistan mit großer Aufmerksamkeit. Gelinge es nicht, das Land zu stabilisieren, werde dies in Europa nicht ohne Folgen bleiben, sagte sie mit Blick auf die Drogenproblematik und die illegale Migration. Zu den für Juni 2004 geplanten Wahlen erklärte Stenzel: "Bevor man Wahlen hat, die eine Farce sind, sollte man die Wahlen verschieben. Es darf bei den Wahlen auch keine Einschüchterung der Frauen geben." Österreich sei ein "loyaler Helfer" in Afghanistan, der Schwerpunkte in der Entminung, der Geschlechtergerechtigkeit und der Drogenbekämpfung setze.

~ Rauch-Kallat: Österreich unterstützt politische Bildung von afghanischen Frauen ~

Frauenministerin Maria Rauch-Kallat erinnerte an die spontane Gründung der Initiative "Frauen für Frauen" vor über zwei Jahren, um angesichts der Schreckensberichte über das Taliban-Regime die afghanischen Frauen unterstützen zu können. Dies habe man mit dem Hilfswerk Austria als Projektpartner auch tun können. Sie erklärte, dass in einem Arbeitsgespräch mit der afghanischen Frauenministerin Projekte im Bereich der politischen Bildung und der Ausbildung von Journalistinnen vereinbart worden seien. Bestehende Projekte für afghanische Frauen und Mädchen wurden beim Workshop "Frauen machen Frieden" u.a. von Caritas Austria, Ärzte ohne Grenzen, Frauen ohne Grenzen, Öko-Himal und Hilfswerk Austria präsentiert.

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