"profil": Affäre um Grassers Aktiengeschäfte weitet sich aus

Finanzminister verfügt über ein nicht gemeldetes Wertpapiervermögen von 127.835 Euro - besitzt Aktien von mehreren Goldminen

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, weitet sich die Affäre um das Wertpapiervermögen von Finanzminister Karl-Heinz Grasser aus. Grasser wurde von Grünen-Sicherheitssprecher Peter Pilz vorgeworfen, nach seinem Amtsantritt im Februar 2000 vorübergehend Aktien des später kollabierten Internet- und Softwarehauses YLine besessen und diesen Anteilsbesitz dem Unvereinbarkeitsausschuss des Nationalrates verschwiegen zu haben.

"profil" veröffentlicht nun eine Aufstellung des Wertpapiervermögens Grassers, die belegt, dass der Finanzminister dem parlamentarischen Ausschuss eine Vielzahl an Aktieninvestments vorenthalten hat. Demnach verfügt der Minister derzeit über ein privates und nicht gemeldetes Wertpapierportefeuille im Gegenwert von exakt 127.835,15 Euro, verteilt auf 17 vorwiegend US-amerikanische und kanadische Wertpapiere. Sein Anlageschwerpunkt: Aktien von Goldminen und Bergwerksunternehmen.

In Österreich ist Grasser dagegen nur in einem Titel investiert:
Er hält 80 Aktien der Stockerauer Maschinenfabrik Heid.

Die Vermögensübersicht soll dem Unvereinbarkeitsausschuss demnächst übermittelt werden. Grasser gesteht nunmehr ein, bei seinem Amtsantritt "falsch beraten" worden zu sein. Der Minister gegenüber "profil": "Ich bin davon ausgegangen, dass der Gesetzgeber selbst erst ab einer Beteiligung von 25 Prozent die Gefahr einer Einflussnahme oder Bevorzugung sieht." Da er nie maßgebliche Anteile an Unternehmen gehalten habe, sei er der Ansicht gewesen, es sei "auch nicht notwendig, den Ausschuss zu informieren".

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