LH Haider: Wir haben Chance auf Zusammenleben ohne Feindbilder und Vorurteile

Deklaration zwischen Österreich und Slowenien wünschenswert -Kritik an ORF-Doku - Mehr Hilfe seitens des Bundes gefordert

Klagenfurt (LPD) - Mit einem Totengedenken mit Kranzniederlegung sowie einer gemeinsamen Feier des Landes und der Kärntner Heimatverbände wurde heute des Abwehrkampfes und der Volksabstimmung im Jahre 1920 gedacht. Landeshauptmann Jörg Haider erinnerte an den einzigartigen Beitrag Kärntens zur Einheit des Landes und zur Staatswerdung Österreichs. Vorurteile und Feindbilder hätten sich oft verfestigt, doch sei es nun auf einer neuen Grundlage möglich, in Frieden, Freiheit und guter Nachbarschaft zu leben und eine Zukunft ohne Feindbilder und Vorurteile aufzubauen. Mäßigung auf beiden Seiten sei dazu nötig, mahnte Haider.

Er halte es für klug, wenn sich Österreich und Slowenien noch vor dem EU-Beitritt zu einer gemeinsamen Deklaration finden könnten, in welcher ein Wort des Bedauerns zu Verbrechen und Vertreibung gesagt werde. Es stünde uns gut an, dies nicht im Sinn des Auf- und Abrechnens zu tun, sondern der Klarheit wegen, denn viele versuchten, sich über die Geschichte drüberzuschwindeln, so Haider.

Ein freies und friedliches Europa werde es gebe, wenn es sichere und anerkannte Grenzen gebe. Denn Europa sei kein Einheitsbrei, sondern ein Europa der Vielfalt. Grenzen schaffen Heimat und ermöglichen gute Nachbarschaft. In diesem Sinn brauche es auch den Schulterschluss der Kleinen gegenüber den Großen in Europa als Antwort auf den Zentralismus und die Hegemonie der Großen. Europa müsse ein Europa der Heimat- und Vaterländer sein. Die Eigenständigkeit dürfe jedenfalls nicht in Frage gestellt werden, das müsse auch Österreich erkennen.

Wie die Geschichte zeige, haben die Kärntner ein besonders stark ausgeprägtes Heimatbewusstsein, sozusagen einen besonderen genetischen Code, sie seien auch sehr friedlich, sehr tolerant und sehr demokratisch. Die Heimat schützen und wahren und die Grenzen sichern, das sei das Vermächtnis jener schwierigen Zeit des Abwehrkampfes und der Volksabstimmung.

Das größere Europa bringe neben Chancen auch Gefahren und Risken, betonte Haider. Er erwarte sich daher entsprechende Unterstützung seitens des Bundes, damit Kärnten gute wirtschaftliche Voraussetzungen habe. Es dürfe kein Ausverkauf stattfinden und die Sicherheitsstrukturen dürften auch nicht in Frage gestellt werden. Nur ein freies, starkes Kärnten könne einen guten Beitrag in Österreich und Europa leisten.

Kritik übte der Landeshauptmann auch an der Pflege des Partisanenmythos. Partisanen können nicht als Berfreier gesehen werden. Er erwarte sich auch, dass die im ORF ausgestrahlte Dokumentation, die eine Geschichtsfälschung darstelle, korrigiert werde.

An den Feierlichkeiten nahmen neben Heimatverbänden, Bundesheer, Militärmusik und Vertretern des öffentlichen Lebens auch viele Ehrengäste teil, unter ihnen Vizekanzler Herbert Haupt, LHStv. Karl Pfeifenberger, LHStv. Peter Ambrozy, die Landesräte Georg Wurmitzer und Reinhart Rohr, Landtagspräsident Jörg Freunschlag, Generalmajor Gerd Ebner und Diözesanbischof Alois Schwarz.
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