Ausstellung "130 Jahre 1. Wiener Hochquellwasserleitung"

Kossina eröffnet Eduard Suess-Schau des Wiener Volksbildungswerks Wien (OTS) - Das Wiener Volksbildungswerk lädt anlässlich "130 Jahre 1. Wiener Hochquellenwasserleitung" in Zusammenarbeit mit der Bezirksvorstehung Rudolfsheim-Fünfhaus, den Wiener Wasserwerken und der Geologischen Bundesanstalt zur Eröffnung der Ausstellung "Eduard Suess. Wissenschaftler, Politiker und Initiator der 1. Wiener Hochquellwasserleitung" für Montag, den 13. Oktober 2003, 18.30 Uhr in die "Alte Schieberkammer", Wien 15, Meiselstraße 20 ein.

Die Ausstellung, gestaltet von der Geologischen Bundesanstalt und dem Archiv der Universität Wien, ist dem Wissenschaftler und Politiker Eduard Suess (geb. 1831 in London) gewidmet, der sich als Begründer der modernen Geologie Österreichs große Verdienste um die Entwicklung der Stadt erworben hat. Er schuf die wissenschaftlichen Voraussetzungen für die Erforschung des Bodens in Österreich, insbesondere der Stadt Wien, sowie für die Donauregulierung und schließlich für die Erste Wiener Hochquellenwasserleitung.

Visionär Suess setzte nachhaltige Wasserversorgung durch

Letztere musste er allerdings gegen größere Widerstände im Wiener Gemeinderat auch politisch durchsetzen. Als Reformer in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und an der Universität kämpfte er für die Modernisierung der wissenschaftlichen Infrastruktur. Als weitblickender Stadtpolitiker waren seine Projekte wichtige Voraussetzungen für die Verbesserung der sanitären und gesundheitlichen Verhältnisse in Wien. Wegen seines liberalen Reformwillens und seiner mütterlicherseits jüdischen Herkunft war Suess Anfeindungen antisemitischer Kreise ausgesetzt. Seine überzeugenden Konzepte setzten sich aber auf allen Gebieten durch und so konnte am 24. Oktober 1873, also heuer vor 130 Jahren, die Erste Wiener Hochquellenwasserleitung symbolisch mit der Inbetriebnahme des Hochstrahlbrunnens auf dem Schwarzenbergplatz eröffnet werden. Damit wurden viele Krankheiten, die durch unsaubere Brunnen bislang die Stadtbewohner bedrohten, sehr stark eingedämmt. Die Verdienste von Eduard Suess um die Stadt Wien wurden schließlich mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft gewürdigt. Eduard Suess starb knapp vor dem Ersten Weltkrieg am 26. April 1914.

Eduard Suess wusste schon im 19. Jahrhundert, dass die Versorgung mit Trinkwasser zu den gemeinwirtschaftlichen Aufgaben einer Stadt zählt. Dieser Standard darf auch heute durch keinerlei Experimente im Zusammenhang mit privatwirtschaftlichen Nutzungen gefährdet werden. Die Stadt Wien hat daher ihre Wasserversorgung unter den Schutz der Verfassung gestellt.

Der Bezug der Ausstellung zum 15. Bezirk ergibt sich daraus, dass die zur Schieberkammer des Wasserbehälters in der Meiselstraße führende Straße nach Eduard Suess benannt wurde. Als die Nationalsozialisten im März 1938 Österreich okkupierten, wurde diese sofort in Penckgasse umbenannt. Nach dem Ende des NS-Regimes wurde die Straße wieder ihrem ursprünglichen verdienstvollen Namensgeber Eduard Suess gewidmet.

Die Ausstellung steht unter dem Ehrenschutz von Bürgermeister Dr. Michael Häupl und wird von Umweltstadträtin Dipl. Ing. Isabella Kossina und Bezirksvorsteher Ing. Rolf Huber am 13. 10. 2003 um 18.30 Uhr eröffnet (Einlass: 18.00 Uhr).

o Ort: Alte Schieberkammer, Meiselstraße 20, 1150 Wien Dauer: 13.-23. Oktober 2003 Öffnungszeiten: Mo-Fr 15-19 Uhr, Sa 10-13 Uhr

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