Interkonfessioneller Andachtsraum in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen eingeweiht

Strasser: "Andachtsraum soll für Religion im Allgemeinen stehen, als Quelle und Ausdruck menschlichen Lebenswillens"

Wien (OTS) - "Die heimliche Ausübung von Religion oder auch nur
die stille religiöse Überzeugung hat eine große Bedeutung für das Überleben im Lager gehabt - unabhängig von der jeweiligen Konfession. Das wissen wir aus den Erfahrungsberichten von KZ-Überlebenden. Die Neugestaltung des Andachtsraums soll dieser Tatsache Rechnung tragen", sagte Innenminister Dr. Ernst Strasser bei der ökumenischen Segnung der neu gestalteten Kapelle in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen am 9. Oktober 2003. "Der Andachtsraum soll für Religion im Allgemeinen stehen, als Quelle und Ausdruck menschlichen Lebenswillens", betonte der Minister.

Die Kapelle ist von der Tiroler Künstlerin Mag. Michaela Schwarz zu einem interkonfessionellen Raum umgestaltet worden - neutral gestaltet für Angehörige aller Glaubensgemeinschaften. Die ökumenische Segnung erfolgte durch Vertreter mehrerer Glaubensgemeinschaften. Die Wiener Philharmoniker spielten im Anschluss das Schönberg-Stück "Verklärte Nacht". Die Kosten für die Umgestaltung haben das Bundesministerium für Inneres und das Land Oberösterreich je zur Hälfte übernommen.

Im Lager Mauthausen wurden von 1938 bis 1945 fast 200.000 Menschen verschiedenster Herkunft, verschiedenster Sprachen und auch verschiedenster Konfessionen gefangen gehalten. Systematischer Terror, gezielte Tötungen, Arbeitsausbeutung, mangelnde Ernährung und fehlende medizinische Versorgung führten zum Tod von etwa 100.000 Gefangenen.

Reforminitiative KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Die Umgestaltung der Kapelle ist ein weiterer Baustein der Reforminitiative KZ-Gedenkstätte Mauthausen, die von Strasser im Herbst 2000 ins Leben gerufen worden ist. Am 11. Mai 2003 ist das neue Besucherzentrum eröffnet worden - als Ausgangs- und Endpunkt eines Besuchs der Gedenkstätte. Den Besuchern wird die Möglichkeit gegeben, sich umfassend zu informieren und die gewonnenen Eindrücke nachträglich zu verarbeiten und zu vertiefen. Ein System von Informationsstellen und Audioguides gibt den Besuchern einen Einblick in die Topographie und Entwicklung des ehemaligen Konzentrationslagers. Führungen durch die Gedenkstätte können über die Homepage der KZ-Gedenkstätte http://www.mauthausen-memorial.at online angemeldet werden. Die Homepage enthält eine Grundinformation in 28 Fremdsprachen.

Die Gedenkstätte Mauthausen soll eine internationale Einrichtung werden, die demokratische Grundwerte vermittelt; die Gedenkkultur soll weiter entwickelt und den Opfern des nationalsozialistischen Terrors ein würdiges Andenken bewahrt werden.

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