Bayr: Fachhochschulen in Bedrängnis

Bayr schlägt Alarm: Erfolg darf nicht bestraft werden!

Wien (SK) Anlässlich des Symposiums "10 Jahre FHStG: Fachhochschulen zwischen Bewährung und Reform", das am Donnerstag eröffnet wurde, erinnert Nationalratsabgeordnete Petra Bayr Bildungsministerin Gehrer daran, dass die Fachhochschulen in arger Bedrängnis sind. Für die Jahre 2003 und 2004 gibt es keine finanzielle Bedeckung für zusätzliche AnfängerInnenplätze. Für das Jahr 2004 ist ein Einfrieren des Fachhochschul-Budgets vorgesehen. Da sich in den letzten Jahren immer mehr Studierende für einen Fachhochschulplatz beworben haben, wird es bis zum Studienjahr 2004/05 zu einer extremen Verknappung kommen. Bis zu 3.000 Studienplätze sind gefährdet, obwohl sich bereits jetzt durchschnittlich drei InteressentInnen um einen Studienplatz bewerben, informierte Berger.

Von politischen Überlegungen zu einem nächsten Finanzierungs-und Entwicklungsplan für den FHS-Sektor sei aus dem Ministerium nichts zu hören. Jedenfalls wird für die oft reklamierte Forschung und Entwicklung, die die Fachhochschulen auch betreiben sollen, ein Mehr an finanziellen Mitteln notwendig sein", informierte Bayr.

Für den FH-Bereich gilt ein Entwicklungs- und Finanzierungsplan, der eine jährliche Ausbaurate von 600 zusätzlichen Plätzen bis 2004 vorsieht. Durch die Überführung der Sozialakademien in FH-Studiengänge und durch die starke finanzielle Unterstützung der Länder konnten die FH-Studienplätze schneller ausgebaut werden als geplant. Zur Zeit studieren 18.000 Vollzeitstudierende und Berufstätige an Fachhochschulen, im Vollausbau werden das 2004 gut 23.000 Studienplätze sein. Aber nach den vorliegenden Plänen der Ministerin ist damit Schluss, wenn nicht sogar die Kapazitäten geschmälert werden.

Bayr: "Besonders zynisch ist, dass nach Gehrers Plänen Studiengängen im Vollausbau die Mittel gekürzt werden sollen. Das bedeutet im Klartext: kein Geld für funktionierende Studiengänge, also: kaum erfolgreich - schon gekillt!" Im Zusammenhang damit richtet Bayr noch die Frage an Elisabeth Gehrer, ob diese sich vielleicht eine drastische Budgetmittelkürzung für die Erhaltung des Wissenschaftsministeriums vorstellen könnte, da dieses sich doch seit Jahrzehnten im Vollausbau befinde.

Bayr macht eindringlich darauf aufmerksam, dass Wichtiges im Bereich der Fachhochschulen verändert werden muss: das Angebot für Frauen muss offensiv verstärkt werden, um auch in diesem - grundsätzlich attraktiven - Bildungssektor einen höheren Anteil an weiblichen AbsolventInnen zu erreichen. Das ursprüngliche Ziel, mit dem Angebot der Fachhochschulen vor allem Menschen ohne Matura und Berufstätige zu erreichen, wurde in den letzten Jahren offensichtlich verfehlt und darf nicht länger ohne gegensteuernde Maßnahmen hingenommen werden.

Abschließend weist Bayr auch auf die Notwendigkeit hin, die Ausbildung der höheren medizinischen Fachdienste in Fachhochschul-Studiengänge aufzuwerten. (Schluss) se/mm

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