Vergiftungen: Kleinkinder besonders gefährdet!

Neue Aufklärungsaktion von "Sicher Leben" und hagebau

Wien (OTS) - Kleinkinder erforschen ihre Umwelt mit dem Mund.
Diese Entdeckungsreisen sind wichtig, können aber auch zu Vergiftungen führen. Die Zahlen sind zwar rückläufig, aber noch immer müssen rund 1100 Kinder jährlich wegen einer Vergiftung oder dem Verdacht auf Vergiftung ins Spital. Immer häufiger sind Medikamente die Ursache. Institut "Sicher Leben" und die Baumarkt-Kette hagebau starten eine neue Aufklärungsaktion zur Vorbeugung. Die Vergiftungs-Informationszentrale gibt Tipps zum richtigen Verhalten in Verdachtsmomenten.

Mehr als 1100 Kinder unter 15 Jahren müssen jährlich in Österreich nach einem Vergiftungsfall oder wegen des Verdachtes auf Vergiftung stationär im Spital behandelt werden. Rund die Hälfte davon (45%) sind Kinder unter fünf Jahren. Hauptbetroffen sind Kinder zwischen einem und drei Jahren.

"In den vergangenen Jahren ist die Problematik der Vergiftungsunfälle bei Kindern zurückgegangen, allerdings ist dieses Thema nach wie vor für Eltern wichtig. Früher galt die größte Sorge der Einnahme von Reinigungsmitteln und anderen Haushaltschemikalien. Kindersichere Verschlüsse, die Verwendung weniger giftiger Substanzen und die größere Aufmerksamkeit der Eltern haben diese Fälle seltener werden lassen. Jetzt treten Vergiftungen mit Medikamenten in den Vordergrund", erklärt Dr. Rupert Kisser, Leiter des Instituts "Sicher Leben."

Die neue Aktion "Auch mindergiftig ist für Kinder giftig" soll Eltern kleiner Kinder informieren, wie Vergiftungsunfälle vermieden werden können. 200.000 Folder werden allen Kindergärten kostenlos zur Verfügung gestellt.

"Sicherheit ist bei hagebau ein besonders wichtiges Thema. Vor allem die Sicherheit der Kinder wird in unseren Märkten sehr groß geschrieben. Um hier einen hohen Standard und fachgerechte Information zu bieten arbeitet hagebau bereits seit mehr als einem Jahr mit dem Institut 'Sicher Leben' zusammen. Der sichtbare Erfolg:
In unseren Märkten gibt es ein eigenes Regal mit Kindersicherheitsprodukten. Diese sind alle vom Institut 'Sicher Leben‘ empfohlen. Gemeinsam werden auch Seminare durchgeführt, wo unsere Mitarbeiter speziell zu diesen Produkten geschult werden. Damit gewährleisten wir unseren Kunden die gewohnt kompetente hagebau Beratung. Der aktuelle Folder 'Auch mindergiftig ist für Kinder giftig' ist ein weiterer wichtiger Schritt in unserem Bestreben nach mehr Sicherheit im Alltag", betont Mag. Helmut-Dieter Kus, Geschäftsführer von hagebau.

Wie gefährlich sind Medikamente, Haushaltschemikalien und Pflanzen tatsächlich? Wie haben sich Eltern im Verdachtsmoment zu verhalten? "Bei heiklen Themen wie Vergiftungen bedarf es der Abklärung, was wirklich passiert ist. Im Zweifelsfall informiert die Vergiftungs-Informationszentrale - rund um die Uhr", sagt Dr. Helmut Schiel, Mitarbeiter der Vergiftungs-Informationszentrale im AKH Wien.

Medikamente

Wer Kinder hat, weiß dass Kleinkinder dazu tendieren herumliegende Gegenstände in den Mund zu stecken. Besonders groß ist die Versuchung bei Medikamenten, die oft wie bunte Zuckerl aussehen. Auch machen Kinder den Erwachsene nach, wie sie Tabletten und andere Arzneien zu sich nehmen. Eltern sollen daher Medikamente immer in einem versperrten Haushaltsschrank bzw. in der Hausapotheke aufbewahren und nie frei herumliegen lassen! Nach der Einnahme sollen diese sofort wieder verpackt und versperrt werden. Nach Möglichkeit soll die Einnahme nicht vor dem Kind erfolgen um kein Vorbild zu geben. Keinesfalls sind Medikamente als "Zuckerl" zu bezeichnen. Auch vermeintlich harmlose Medikamente wie Augentropfen können gefährlich für Ihr Kind sein.

Haushaltschemikalien

Handwaschmittel und Seifen sind in der Regel relativ harmlos. Wenn Kinder diese in den Mund bekommen, ist das meist nicht weiter Besorgnis erregend. Prinzipiell sollen aber alle Reinigungsmittel, Lacke, Lösungsmittel, Klebstoffe, Kosmetika usw. immer so aufbewahrt werden, dass sie für kleine Kinder unerreichbar sind. Manche Substanzen sind durchaus gefährlich. Gefahrenzeichen, Warnhinweise und Verwendungshinweise sind unbedingt zu beachten. "Das Andreaskreuz als Zeichen für gesundheitsschädliche Substanzen ist immer noch zu wenig bekannt. Nicht nur der Totenkopf ist ein Zeichen für Gift. Auch das Andreaskreuz als Zeichen für 'gesundheitsschädlich' bzw. 'mindergiftig' oder das Zeichen für 'ätzend‘ bedeutet, dass das Produkt für Kinder gefährlich ist", betont Kisser.

Kein Umfüllen

Eine besondere Gefahr für alle stellen Chemikalien dar, die in Lebensmittelgebinde umgefüllt worden sind (z.B. Mineralwasserflaschen). Chemische Produkte dürfen nur im Originalgefäß aufbewahrt werden um die Kennzeichnung jeder Zeit lesen zu können.

Verätzungen

Besonders gefährlich für Kinder sind ätzende Produkte wie manche Backrohr-, Grill- und Abflussreiniger sowie Essigessenz. "Sicher Leben" kritisiert, dass z.B. die ätzende Essigessenz immer noch im Lebensmittelhandel erhältlich ist.

Inhalationsunfälle

Nicht nur das Verschlucken von Gegenständen kann für Ihr Kind gefährlich sein, auch das Einatmen kann böse ausgehen. Kleine Dinge wie Spielzeugteile, Murmeln, Kirschkernen oder Erdnüssen können in die Lunge geraten und werden nicht immer heraus gehustet. Im schlimmsten Fall besteht akute Erstickungsgefahr. Schwere, nur langsam abklingende Hustenanfälle können ein Alarmzeichen sein. Nach Möglichkeit sind kleine rundliche Gegenstände von Kleinkindern fern zu halten. Auch Schokolade mit ganzen Erdnüssen ist für Kleinkinder nicht geeignet!

Rückfragen & Kontakt:

Institut Sicher Leben
Mag. Alexandra Ludvik
Pressestelle
Tel.: (++43-1) 71 770/225

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