Dolinschek: ÖGB präsentiert Pensionsmodell mit höheren Abschlägen

ÖGB-Vorschlag sieht keine Regelung für Schwerarbeiter vor

Wien, 2003-10-10 (fpd) - Beim ÖGB-Modell zur Pensionsreform stelle sich heraus, daß es gegenüber der beschlossenen Pensionsreform wesentliche Verschlechterungen beinhalte, erklärte heute der freiheitliche Sozialsprecher Sigisbert Dolinschek. ****

So sei im ÖGB-Vorschlag keine Regelung für Schwerarbeiter enthalten, kritisierte Dolinschek. Außerdem sehe das vom ÖGB vorgeschlagene Modell eine lebenslange Durchrechnung vor, was vor allem alle Arbeitnehmer mit einer Lehrausbildung benachteiligen würde, weil auch die Lehrzeit mit niedrigen Beiträgen zur Berechnung herangezogen würde. Bei der beschlossenen Pensionsreform sei eine Durchrechnung von max. 40 Jahren gestaffelt bis 2028 vorgesehen. Bei den Abschlägen von 4% pro Jahr vor dem Regelpensionsalter von 65 Jahren sei keine Deckelung von 10 % wie derzeit vorgesehen, was bedeute, daß jemand, der 5 Jahre vor dem Regelpensionsalter in Pension gehe, 20% Abschlag hinnehmen müßte. Diesem Vorschlag zur Harmonisierung der Pensionssysteme fehle jede soziale Komponente, es gebe keine Abschlagsdeckelung, keine Hacklerregelung, keinen Härteausgleich und lebenslange Durchrechnung, sagte Dolinschek.

Eine Umschichtung von ASVG-Beiträgen in die Abfertigungskassen, wie es der Vorarlberger AK-Präsident Fink fordert, kommt für Dolinschek überhaupt nicht in Frage. Vielmehr sollte Fink darüber nachdenken, den Dienstgeberbeitrag von 1,53% in Abfertigungskassen schrittweise anzuheben. "So kann es wohl nicht sein, daß Arbeitnehmer ihre Abfertigungsansprüche auch noch selbst bezahlen. Bei solchen Anregungen fragt man sich: Ist Fink AK-Präsident oder WK-Präsident?", schloß Dolinschek. (Schluß)

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