Klimaschutzprogamm der Stadt Wien: Umsetzung schreitet voran

Expertengruppe berät bisherige Umsetzungserfolge sowie Arbeitsschwerpunkte für das nächste Jahr

Wien (OTS) - Die bereits erreichte Reduktion des jährlichen CO2-Ausstoßes, Biomassekraftwerk und andere erneuerbare Energien, Ökomanagement und bessere Brennstoffausnutzung waren nur einige Themen bei der Jahrestagung der Expertinnen und Experten der Wiener Klimaschutzkoordinationsgruppe. Sie berieten unter Leitung von OSR DDr. Christine Fohler-Norek, Chefin der MD-Klimaschutzkoordinationsstelle, in den letzten Tagen nicht nur die bisher durchgeführten Umsetzungsschritte, sie planten auch die Arbeitsschwerpunkte für ein weiteres Jahr, darunter Maßnahmen beim besonderen "Sorgenkind" Verkehr. Während durch Klimaschutzmaßnahmen bei Gebäuden, Kraft-Wärme-Kopplung und Fernwärmeausbau bereits eine wesentliche CO2-Verringerung erfolgte, verursacht der anwachsende Verkehr immerhin ein Drittel der CO2-Emissionen.****

Was konnte bisher erreicht werden?

Die Senkung des Heizenergiebedarfs von Gebäuden (sowohl Altbestand als auch Neubauten) ist ein zentrales Klimaschutz-Anliegen, werden in Wien doch etwa 38% des energetischen Endverbrauchs für Raumwärme und Warmwasser aufgewendet.
Mit Mitteln der Wohnbauförderung konnten hier bereits
Reduktionen des jährlichen CO2-Ausstosses von rund 200.000
Tonnen erzielt werden. Um diese Erfolge noch zu verstärken,
wurden in die Wohnbauförderung erst kürzlich noch stärkere Anreize zu Klimaschutzmaßnahmen wie noch bessere
Wärmedämmung sowie Heizungsumstellungen eingebaut. Selbstverständlich werden auch in den städtischen Gebäuden laufend energietechnische Maßnahmen gesetzt, sowohl
eigenfinanziert als auch im Rahmen von Contractingprojekten.

Seit 1996 konnte die Brennstoffausnutzung in den Wiener Kraftwerken durch Kraft-Wärme-Kopplung (gleichzeitige
Erzeugung von Strom und Fernwärme) von durchschnittlich 60%
auf 70% gesteigert werden. Einen Spitzenwert erreicht hierbei
das Kraftwerk Donaustadt, das einen Wirkungsgrad von sogar
86% vorzuweisen hat. Durch diese Effizienzsteigerung konnte
eine Reduktion der jährlichen CO2-Emissionen um rund 400.000
Tonnen erzielt werden.

Um die Emissionen aufgrund von Heizungen und Warmwasserbereitung zu reduzieren, wird weiterhin die
Fernwärme konsequent ausgebaut. Durch die in Wien
vorhandenen Fernwärmeanschlüsse werden jährlich ca. 700.000 Tonnen CO2 weniger ausgestoßen als emittiert würden, wenn
die entsprechenden Wohnungen und Betriebe stattdessen mit Öl beheizt wären.

Immer mehr setzt die Stadt Wien auch auf erneuerbare Energie:
Ab dem Jahr 2006 sollen in einem neuen Biomassekraftwerk
Strom und Fernwärme erzeugt und damit 144.000 Tonnen CO2
pro Jahr eingespart werden. Schon jetzt gibt es in Wien
zahlreiche Ökostrom- und solarthermische Anlagen, künftig wird vermehrt auch die Erdwärme z.B. aus U-Bahn-Tunneln genutzt
werden.

Auch "Ökomanagement" wird in Wien groß geschrieben: Im
Rahmen des "ÖkoBusinessPlan Wien" werden neben
anderen Umweltschutzmaßnahmen zahlreiche
Klimaschutzaktivitäten in Wiener Unternehmen gesetzt.
Unter dem Projektnamen "PUMA" existieren schon Umweltmanagementsysteme für Teilbereiche des Magistrats.
Derzeit wird dieses erfolgreiche Projekt auf den gesamten
Magistrat ausgeweitet. Und auch die öffentliche Beschaffung
der Stadt Wien wird Schritt für Schritt immer mehr
ökologisiert. Entsprechende Kriterienkataloge werden
kontinuierlich im Rahmen des Projektes "ÖkoKauf Wien" ausgearbeitet.

Das größte Sorgenkind aus Sicht des Klimaschutzes ist der Verkehr, der weiterhin starke Zuwachsraten aufweist und in
Wien etwa ein Drittel der CO2-Emissionen verursacht. Wien
verfügt über ein ausgezeichnetes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln, in das laufend weiter investiert wird. Ebenso
wird ständig an der Attraktivierung des Radfahrer- und Fußgängerverkehrs gearbeitet. So wurde z.B. das
Radverkehrsnetz auf mittlerweile 900 km erweitert,
kontinuierlich werden Lücken geschlossen. Für ca. 15.000 Fahrräder stehen mittlerweile Abstellanlagen im Bereich öffentlicher Verkehrsflächen zur Verfügung. Aufgrund dieser Maßnahmen hat Wien im Vergleich zu anderen Großstädten
einen sehr günstigen Modal-Split: ca. 34% aller Wege
werden mit den Öffis zurückgelegt, 27% zu Fuß, 3% mit dem
Fahrrad (Tendenz steigend!) und nur 36% mit dem PKW.
Vor allem durch stadtplanerische Maßnahmen und Investitionen
in den weiteren Ausbau von Öffis sowie Radverkehrsanlagen wird versucht, die verkehrsbedingten Emissionen einzudämmen.

Wie geht es weiter?

Selbstverständlich müssen die beschriebenen Umsetzungsmaßnahmen intensiv fortgesetzt werden. Darüber
hinaus sind für das kommende Jahr vor allem folgende Arbeitsschwerpunkte geplant:

o Klimaschutzaspekte der Abfallwirtschaft
o Kühlung und Klimatisierung (sowohl von Gebäuden als auch Kraftfahrzeugen)
o Erneuerbare Energie
o Intensivierung des betrieblichen Ökomanagements
o Energieeffizienz von Gebäuden
o Weitere Forcierung der umweltfreundlichen Verkehrsformen (Öffentlicher Verkehr, Radfahrer- und Fußgängerverkehr)

(Schluss) fn/mdkli

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
http://www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Regina Köppl
MD Klimaschutzkoordinationsstelle
Tel.: 0664-5028184

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