Gradwohl: Verspielt Pröll Chancen auf Ausbau umwelt- und tiergerechter Landwirtschaft?

Vorreiterrolle Österreichs wird neuerlich aufs Spiel gesetzt -Freiräume durch EU-Agrarreform bleiben ungenützt

Wien (SK) Kritik an Landwirtschaftsminister Pröll übt SPÖ-Agrarsprecher Heinz Gradwohl im Zusammenhang mit den Möglichkeiten zur Förderung besonders umwelt- und tiergerecht produzierender Betriebe. "Pröll verspielt die Chancen auf den Ausbau umwelt- und tiergerechter Landwirtschaft, die durch die Umsetzung der EU-Agrarreform entstehen. Die mögliche Umschichtung von Fördermitteln wird von Prölls Ministerium bewusst torpediert, entstehende Freiräume in der Förderung bleiben ungenützt. Der Minister verabschiedet sich damit schon jetzt von der Vorreiterrolle Österreichs im Biolandbau", so Gradwohl Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Gradwohl spricht von "einem fatalen Zeichen für die heimischen Biobäuerinnen und Biobauern sowie die KonsumentInnen". In einer parlamentarischen Anfrage will der SPÖ-Abgeordnete nun wissen, aus welchen Gründen Pröll den erfolgreichen österreichischen Weg in der Landwirtschaft verlassen will. ****

Der heimische Biolandbau gelte in Fachkreisen nach wie vor unumstritten als die größte Zukunftshoffnung für die österreichischen Agrarier. Dies v.a. auf Basis des hohen Umweltbewusstseins der heimischen Bevölkerung, die Jahr für Jahr mehr biologische Lebensmittel kauft. "Bis zu zehn Prozent der bisherigen Fördermittel aus Brüssel können durch die EU-Agrarreform in Hinkunft an besonders umwelt- und tiergerecht produzierende Landwirte zusätzlich ausgeschüttet werden. Das sind 62 Millionen Euro für Flächen- und Tierprämien, die von Österreich nicht kofinanziert werden müssen. Obwohl Bioverbände wie zahllose BäuerInnen Vorschläge unterbreitet haben, wie diese Fördermittel verwendet werden könnten, weigert sich das Landwirtschaftsministerium, diese Chance der Verbesserung zu nützen", kritisierte Gradwohl. Für den SPÖ-Abgeordneten sowohl aus Sicht der Biobauern wie auch aus Sicht der Konsumenten ist diese Vorgangsweise "völlig unverständlich. Pröll hat enormen Erklärungsbedarf, will er nicht als Schutzpatron der industriellen Landwirtschaft in die Geschichte eingehen", so Gradwohl abschließend. (Schluss) ns/mm

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