KfV: Kampf dem Alkohol am Steuer

Massiver Anstieg bei Alkohol-Unfällen, KfV, ORF und BMI präsentieren heute Verkehrssicherheitskampagne gegen Alkohol am Steuer

Wien (OTS) - "Alkohol am Steuer tötet - das ist eine Tatsache. Während Rauchen inzwischen bei der Bevölkerung als massive Bedrohung für die Gesundheit wahrgenommen wird und jedes kleine Kind weiß, dass Zigaretten schädlich sind, wird die Gefahr durch alkoholisierte Lenker nach wie vor unterschätzt. Dabei gefährden alkoholisierte Lenker nicht nur sich selbst, sondern auch andere unschuldige Verkehrsteilnehmer. Im ersten Halbjahr 2003 waren von den 30 getöteten Menschen bei Alkoholunfällen 73 Prozent nicht alkoholisiert", betont Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Massiver Anstieg bei Alkohol-Unfällen und Verletzten

Die Unfallbilanz des ersten Halbjahres 2003 ist ernüchternd: Bei 1.272 Alkohol-Unfällen wurden 1.843 Personen verletzt und 30 getötet. Das bedeutet einen Anstieg zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um rund fünf Prozent bei den Unfällen und um vier Prozent bei den Verletzten. Die Zahl der Getöteten sank von 39 im ersten Halbjahr 2002 auf 30. "Vor allem im Bereich der Unfälle und Verletzten zeigt sich ein steter Trend nach oben. Man muss sich immer vor Augen halten, dass eine Verletzung bei einem Alkohol-Unfall nicht gleich bedeutend mit einem kleinen Kratzer ist. Schwer verletzt kann heißen:
Ein Leben im Rollstuhl oder eine lebenslange Behinderung - nach dem Unfall ist nichts mehr wie vorher", so Thann. Während vor fünf Jahren der höchste Anteil alkoholisierter Lenker bei 20-jährigen war, liegt dieser nun bereits bei den 20 bis 27-jährigen.

Alkohol am Steuer: Frauen holen auf

Männer sind traditionell häufiger unter den alkoholisierten Lenkern zu finden. Sie stellen den Löwenanteil von 90, 2 Prozent. Diese fragwürdige Spitzenposition kann ihnen das weibliche Geschlecht kaum streitig machen. Dennoch, obwohl Frauen im Auto meist durch "Grips ohne Schwips" auffallen, befindet sich ihr Anteil als alkoholisierte LenkerInnen eindeutig im Vormarsch: Heuer wurde erstmals fast die Zehn-Prozent-Grenze erreicht.

"Sorgenkind Alkohol"

Dem KfV ist das "Sorgenkind Alkohol" ein besonderes Anliegen. Direktor Thann: "Wir wünschen uns den raschen Einsatz von Vortestgeräten, mit der Konsequenz, dass ein schnelleres Testergebnis erzielt und die Amtshandlung verkürzt würde. Außerdem könnten mehr Kontrollen durchgeführt werden und eine höhere Überwachungsdichte wäre ohne zusätzlichen Personalaufwand der Exekutive möglich." Laut eines EU-weiten Reports des europäischen Verkehrssicherheitsrates (ETSC) könnten Unfälle um die Hälfte reduziert werden, gäbe es mehr Kontrollen.

Wer erwischt wird - zahlt

Das Wissen jederzeit überwacht und gegebenenfalls bestraft zu werden, würde laut KfV viele Lenker dazu anhalten entweder nicht zu trinken oder nicht zu fahren. Aber für viele zählt eben nur eins: Wer erwischt wird - zahlt. Strafen bis zu 5.813 Euro und der Verlust des Führerscheins für mindestens vier Monate drohen. Ab 1,2 Promille heißt es zudem noch zur Nachschulung. Ab 1,6 Promille wird zusätzlich eine verkehrspsychologische Untersuchung angeordnet.

Kampagne gegen Alkohol am Steuer

Um zu verhindern, dass weiterhin zahlreiche Menschen ihr Leben durch das sorglose Verhalten von unverantwortlichen Lenkern verlieren, starten heute KfV, ORF und das Bundesministerium für Inneres eine Verkehrssicherheitskampagne. Unter dem Slogan "Alkoholselbstkontrolle" soll das Bewusstsein für den Verzicht auf Alkohol am Steuer geschärft werden. "Wenn ich fahr´, dann trink´ ich nicht", lautet die Botschaft des neu gestalteten Spots.

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