AK-Test: Keine Medikamenten-Rückstände im Geflügelfleisch

Antibiotische Leistungsförderer im Futter jetzt, und nicht erst 2006, verbieten

Wien (AK) - Ein AK-Test bei 20 Geflügelproben auf 33 Tierarzneimittel zeigt: In keiner Probe wurden Rückstände der untersuchten Tierarzneien gefunden. AK-Lebensmittelexperte Heinz Schöffl: Konsumenten können sich aber nicht verlassen, dass keine Arzneien verwendet wurden, da bei ordnungsgemäßer Einhaltung von Wartefristen meist keine nachweisbaren Rückstände im Endprodukt zu finden sind. Die Konsumenten brauchen mehr Sicherheit, daher fordert die AK: Die Datenlage zum Einsatz der Arzneimittel in der Tiermast muss im Interesse der Konsumenten verbessert werden. Wachstumsförderndes Antibiotika im Futter sollen schon jetzt in Österreich verboten werden.

Tierärzte sollen Arzneien so restriktiv wie möglich einsetzen. Außerdem sollen Aufzeichnungen über den Arzneimitteleinsatz transparent gemacht werden, diese Informationen sollen nicht bloß auf Tierarzt und -halter beschränkt sein. Die Behörde sollte künftig diese Daten bekommen und die Konsumenten informieren, fordert die AK. Die Tierhaltungsbedingungen müssen besser werden, um Krankheiten vorzubeugen. Die Kontrolle illegaler Arzneien ist nach wie vor äußerst schwierig. Daher muss verstärkt direkt am Hof kontrolliert werden, um allfälligen Arzneimissbrauch rascher aufdecken zu können.

Ein AK-Test zeigt, dass in keiner Geflügelfleischprobe Rückstände der untersuchten Arzneien nachgewiesen wurden. Insgesamt wurden 20 Hühnerfilets, Hühner- und Truthahnbrüste im August und September von Qlab Austria untersucht. Eingekauft wurden Waren von Wech, Titz, Tschiltsch, Hubers Landhendl, Landgut, Aia, Guts Gold, Landjunker in Wiener Supermärkten. Geprüft wurde auf insgesamt 33 Stoffe: verbotene Stoffe, wie Chloramphenicol und Furazolidon; Kortikoide; Stoffe mit antibakterieller Wirkung, wie zB Antibiotika, Kokzidiostatika und Leistungsförderer.

In Europa werden in der Tiermast rund 5.000 Tonnen Antibiotika als Leistungsförderer im Futter und zur Therapie eingesetzt. Das führt dazu, dass immer mehr Bakterienstämme resistent werden und medikamentöse Behandlungen - bei Mensch und Tier - dann nicht mehr so greifen, wie sie sollten, sagt Schöffl. So sind bereits zB in regional stark unterschiedlichen Ausmaßen Antibiotikaresistenzen bei Salmonellen, Campylobakter, Enterokokken oder Escherichia Coli und Staphylokokken festzustellen. Das ist für Menschen im Krankheitsfall bei der Behandlung bakterieller Infektionen gefährlich.

Seit Oktober sind auf Grund des Tierarzneimittelkontrollgesetzes die Tiergesundheitsdienste bundesweit einheitlich neu organisiert. Diese sollen sicherstellen, dass durch tierärztliche Betreuungsverträge Tierhaltungsbetriebe regelmäßig kontrolliert und der Gesundheitszustand der Tiere verbessert wird. Der Einsatz von Arzneien soll auf das unbedingt notwendige Maß reduziert und die Tierhaltungsbedingungen regelmäßig kontrolliert werden. Die Auswirkungen dieser Aktivitäten im Hinblick auf die Reduktion des Arzneimittelverbrauchs müssen sich in der Praxis jedoch erst bewähren. Regelmäßige Berichte müssen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

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