WKÖ: Studienplatzbeschränkungen transparent und fair gestalten

Akademikerbedarf von Wirtschaft und Gesellschaft soll Studienangebote und -Plätzeanzahl mitbestimmen

Wien (PWK676) - "Wenn sich mancherorts Studienplatzbeschränkungen zur Sicherung einer qualitativ hochstehenden Ausbildung als erforderlich erweisen, legen wir besonderen Wert auf transparente und faire Verfahren für die Zulassung zur Fortsetzung des Studiums", meint Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung für Bildungspolitik der Wirtschaftskammer Österreich. Während in vielen Studienplänen die Studieneingangsphase gleichsam als Schonraum gestaltet wurde, um die Studierenden behutsam an das Fachgebiet heranzuführen, haben die Mediziner im vergangenen Jahr gezeigt, dass schon aufgrund der Studierleistungen der ersten beiden Semester eine sinnvolle Selektion der Studierenden möglich ist.

Einen Numerus-Clausus lehnt Landertshammer demgegenüber klar ab. "Wenn wir Selektion im Studium brauchen, dann auf der Grundlage einer Bewährung im Studium, denn nur das ist fair und fachlich gerechtfertigt", grenzt sich Landertshammer gegenüber obskuren Zulassungsverfahren wie die Reihenfolge der Anmeldung zu Lehrveranstaltungen oder gar Auslosungen klar ab. Das "Kriterium der schnellsten Füße" möge allenfalls bei der Sportlehrerausbildung eine gewisse Rolle spielen, sei jedoch in der Regel für die Studentenauswahl ohne Bedeutung. Auch die Noten im Maturazeugnis seien kein geeignetes Kriterium, denn der Zusammenhang zwischen Schulleistungen und Erfolg im Studium sei viel zu schwach. "Praxiserfahrungen und konkreten beruflichen Bewährungen vor dem Studium verfügen dabei schon über größere Aussagekraft, doch werden diese derzeit im Zulassungsverfahren noch kaum berücksichtigt", so Landertshammer.

Bei der Festsetzung der Anzahl anzubietender Studienplätze sei klar, dass die zur Verfügung stehenden räumlichen oder personellen Ressourcen gewisse Vorgaben darstellen. "Klar ist aber auch, dass der Akademikerbedarf in Wirtschaft und Gesellschaft eine Zielgröße liefert, die beachtet werden muss. Dabei ist es Sache der Universitäten zu prüfen, wie durch Budgetumschichtungen bestehende Überkapazitäten abgebaut werden können, die dann jenen Studienangeboten zugute kommen, die von Wirtschaft und Gesellschaft gebraucht werden", ist Landertshammer überzeugt. So könnten die Universitätsräte diesbezüglich einen universitätsinternen Diskussionsprozess auslösen, dessen Ergebnisse sowohl den Studierenden als auch dem Arbeitsmarkt nutzen würden.

Bisher gemachte Erfahrungen bei der Studentenauswahl werden zuerst bei den medizinischen Studienkommissionen zu Verfahrensverbesserungen führen. "Dieser eingeschlagene Weg ist richtig", betont der WKÖ-Bildungschef "und sollte daher auch für andere Studienrichtungen erwogen werden, um den Studierenden jene fachliche Betreuung zu gewährleisten, die für eine fachlich hochstehende Ausbildung an unseren Universitäten erforderlich ist." (Ne)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Mag. Markus Nepf
Tel.: (++43-1) 0590 900-4464
Fax: (++43-1) 0590 900-263
presse@wko.at
http://www.wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0005