SJÖ fordert Lehrlingseinstellungen in den Ministerien

Seit 2000 mehr als 120 Planstellen für Lehrlinge gekürzt!

Wien (OTS) - Andreas Kollross, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), kritisierte am Sonntag im Zuge der Landeskonferenz der Sozialistischen Jugend Niederösterreich den massiven Lehrstellenabbau in den Bundesministerien. Laut Ergebnis einer parlamentarischen Anfrage bilden sechs Ministerien überhaupt keine Lehrlinge mehr aus. "Die Regierungsparteien betonen heuchlerisch immer wieder die Wichtigkeit der Lehrlingsausbildung. Allerdings stehen ihre Worte in krassem Gegensatz zu ihren Handlungen." Nicht nur dass ihre verfehlte Wirtschaftspolitik Arbeitslosigkeit produziert, so wahren die Regierenden nicht einmal den Anschein, indem sie in ihrem eigenen Wirkungsbereich die Lehrlingsausbildung aufrecht erhalten, so Kollross.

Die Nicht-Aufnahme von Lehrlingen argumentierte beispielsweise der Finanzminister mit den laufenden Strukturmaßnahmen in der Verwaltung, die gerade jetzt nicht aufgeweicht werden dürften. Vielmehr wolle er Maßnahmen für die Unternehmen setzen. Kollross vermisst in diesem Wirtschaftskonzept die Berücksichtigung der Betroffenen, und erteilt dieser kalten Politik eine klare Absage.

Laut Kollross muss Beschäftigungspolitik aber gerade bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und im speziellen in der Lehrplatzflaute ansetzen: "Aktive Beschäftigungspolitik bedeutet, dass die Chancen der Menschen auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden, z.B. durch Investitionen in die Aus- und Weiterbildung. Auch der Staat kann und muss seinen Teil als Arbeitgeber dazu beitragen. Die Kürzung von mindestens 180 Planstellen für Lehrlinge in den Ministerien seit dem Jahr 2000 signalisiert allerdings, dass sich die Bundesregierung von der Verantwortung der Schaffung von Arbeitsplätzen schon lange verabschiedet hat.

Für Kollross sind derartig widersprüchliche Argumentationen wie die des Finanzministers eine Farce: "Die Zukunft unserer Jugend beginnt jetzt. Deswegen sind Sofortmaßnahmen gefragt. Steuerzuckerln für die Unternehmen schaffen seit drei Jahren keine zusätzlichen Lehrstellen. Wir fordern konkrete Maßnahmen für Jugendliche am Arbeitsmarkt, nämlich die Erhöhung der Planstellen für Lehrlinge in den Bundesministerien, die Einführung öffentlicher Lehrwerkstätten, die Einführung einer Wertschöpfungsabgabe zur Finanzierung der Lehrlingsausbildung und Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich zur fairen Verteilung vorhandener Arbeit."

Rückfragen & Kontakt:

SJÖ
Wolfdietrich Hansen
Tel.: 01 523 41 23 oder 0699 19 25 48 04
http://www.sjoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SJO0001