"Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Ein Grund zum Schwarzsehen (von Manfred Posch)

Ausgabe vom 05.10.2003

Klagenfurt (OTS) - Eine Pensionsreform, deren Erstentwurf Hunderttausende als eine Art Zynismus empfunden haben, Milliarden für Eurofighter, für die sich hierzulande außer ein paar Militärs und Technofreaks kaum wer begeistert, Arbeitslosigkeit, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr vorhanden war: Nur drei Beispiele dafür, was Kanzler Schüssel unter "Reformpolitik" versteht. Kein Wunder, dass sich, die Zukunft ihrer Partei betreffend, selbst treue ÖVP-Wähler als Schwarzseher deklarieren.

Die neueste Umfrage liefert besagten Schwarzsehern jede Menge Befürchtungsnachschub. Laut Umfrage des ISMA-Instituts käme die ÖVP bei Nationalratswahlen (Sonntagsfrage) derzeit auf 36 Prozent, während die SPÖ nicht nur dramatisch aufgeholt hat, sondern die Schüssel-Partei mit satten 41 Prozent überflügeln würde. Für eine Fortsetzung der schwarz-blauen Bundeskoalition sprechen sich gar nur sechs (!!!) Prozent der Befragten aus.

In die Regierungsmisere ist bekanntlich Kärnten involviert in Gestalt des Landeschefs, dem 60 Prozent der Österreicher die Schuld am Niedergang der FPÖ geben, jenes Regierungspartners also, der sich auf der Liste der Koalitionstotengräber an zweiter Stelle befindet. Zu diesem Ärger gesellt sich für Jörg Haider ein weiterer: Lediglich 14 Prozent der "Sonntagswähler" glauben, Herbert Haupt sei für den freien Fall der Freiheitlichen verantwortlich.

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