Pirker: EP-Innenausschuss will Organhandel europaweit bekämpfen

Vorschlag für effektive Strafverfolgung angenommen

Brüssel/Klagenfurt, 4. Oktober 2003 (ÖVP-PK) "Organhandel ist eine der schlimmsten Formen der menschlichen Ausbeutung. Der Handel mit menschlichen Organen und Geweben hat dramatische Ausmaße angenommen. Kriminelle Organisationen zahlen verzweifelten Menschen gerade einmal 3000 Euro für eine Niere und verschachern diese dann für 100.000 Euro weiter", sagte heute, Samstag, der österreichische Europaparlamentarier Dr. Hubert Pirker. "Der Organhandel ist ein lukratives Betätigungsfeld für die organisierte Kriminalität geworden. Wir brauchen daher europaweit einheitliche Maßnahmen zur effektiven Bekämpfung dieses verbrecherischen Geschäfts - und genau das hat der Innenausschuss des Europäischen Parlaments nun auf Druck der EVP beschlossen", so Pirker. ****

Der Sicherheitssprecher der EVP-ED-Fraktion begrüßt ausdrücklich den Beschluss des Innenausschusses für einen Rahmenbeschluss zur Bekämpfung des Organhandels. Diese von Griechenland auf Ratsebene eingebrachte Initiative formuliert erstmals europaweit einheitliche Begriffsbestimmungen und definiert die einschlägigen Straftaten. "Für Delikte unter besonders schweren Umständen ist ein Mindeststrafrahmen von zehn Jahren Freiheitsstrafe vorgesehen. Dies ist angesichts der Schwere der gegenständlichen Straftaten angemessen" umreißt Pirker den Inhalt des Rahmenbeschlusses. "Besonders wichtig ist auch die vorgesehene Begründung einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit für Unternehmen, welche im Organhandel tätig sind."

"Der Handel mit menschlichen Organen ist auf das Schärfste zu verurteilen. Diese Form des Menschenhandels verstößt gegen grundlegende Menschenrechte, insbesondere gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Menschenwürde. Der Menschen wird auf die Funktion eines Ersatzteillagers für Organe und Gewebe reduziert", zeigt sich Pirker empört. In vielen Staaten im Osten Europas versuchen Menschen, mit weniger als durchschnittlich 30 Euro pro Monat zu überleben. "Viele Menschen sehen daher einen letzten Ausweg im Verkauf einer ihrer Nieren. Internetangebote wie 'Tausche Niere gegen alten Opel Kadett' sind keine Seltenheit. Das große Geld verdienen aber die skrupellosen Vermittler der Organtransplantationen, die zu 100.000 Euro für die Vermittlung eines gesunden Organs verlangen", so Pirker.

Für Pirker kann dieser nun im Ausschuss verabschiedete Rahmenbeschluss aber nur ein erster Schritt sein. "Als nächstes muss eine Richtlinie kommen, welche die Mitgliedstaaten zur Umsetzung der genannten Bestimmungen zwingt. Kommission und Rat sind hier zum Handeln aufgefordert", so Pirker abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

gen: MEP Dr. Hubert Pirker, Tel.: 0032-2-284-5447
(hpirker@europarl.eu.int) oder Mag. Philipp M. Schulmeister, EVP-ED
Pressestelle, Tel.: 0032-475-79 00 21 (pschulmeister@europarl.eu.int)

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPK0002