Lebensqualität für schwer kranke Menschen. Für ein Leben in Würde - bis zuletzt - Bild

Österreichisches Rotes Kreuz präsentiert fünf Forderungen zur Hospizarbeit

Wien (Rotes Kreuz) - Anlässlich des Internationalen Welthospiztags am 4. Oktober präsentiert das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) fünf Forderungen zur Hospizarbeit. "Der aktuellen Diskussion über das Gesundheitsproblem müssen Taten folgen. Hier ist kein Platz für Sonntagsreden - es herrscht Handlungsbedarf. Das Rote Kreuz kann zukunftsweisende Konzepte anbieten", so Rotkreuz-Präsident Fredy Mayer.

Die fünf Forderungen des ÖRK im Überblick:
Erstens:
Die Prinzipien von Palliative Care und die Grundsätze der Hospizidee müssen in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens implementiert werden. Hospize und Palliativstationen müssen als Lern- und Forschungsorte und somit als Vorzeigeeinrichtungen im Gesundheitssystem fungieren. Um Forschungsaktivitäten im Bereich Palliative Care in Österreich anzukurbeln, ist ein für Lehrstuhl Palliative Care zu schaffen.

Zweitens:
Freiwillige MitarbeiterInnen sind ein entscheidender Bestandteil der Hospizarbeit. Sie sind es, die Sterbebegleitung erst wirklich zu zwischenmenschlicher Begegnung machen. Freiwillige Arbeit ist von besonderer Alltagsnähe gekennzeichnet, von Freiwilligen werden Qualitäten eingebracht, die so von angestellten Mitarbeitern nicht erbracht werden können. Daher müssen Ausbildung, professionelle Begleitung und Supervision von Freiwilligen sichergestellt werden:
sowohl organisatorisch als auch finanziell.

Drittens:
Derzeit wird in Österreich die Einrichtung von Palliativstationen am Krankenhaus gefördert, weil deren Finanzierung durch den Österreichischen Krankenanstalten- und Großgeräteplan (ÖKAP/GGP) gesichert ist. Für Hospize und mobile Hospizbetreuung gibt es kaum Geld. Aber auch Hospizbetten mit palliativer Betreuung in Pflegeheimen müssen im Sinne bedarfsorientierter Betreuung durch öffentliche Regelfinanzierung abgesichert werden.

Viertens:
Mangelhaftes Schnittstellenmanagement - medizinische und pflegerische Versorgung greifen sachlich und zeitlich nicht ineinander - führt zu deutlicher Qualitätsminderung und zu Reibungsverlusten. Um die Betreuung der Patienten bedarfsgerecht zu gestalten, müssen Brückenteams zwischen den verschiedenen Versorgungseinrichtungen (Krankenhäuser, Hausärzte, Tageshospiz, Hauskrankenpflege usw.) etabliert werden. Diese Formen einer strukturierten und übergreifenden Zusammenarbeit müssen geschaffen und finanziert werden.

Fünftens:
83 % der Menschen in Österreich wünschen sich daheim zu sterben. Um diesen Wünschen zu entsprechen, ist der Ausbau von mobilen, interdisziplinären Support-Teams zu forcieren, die eng mit allen bestehenden Versorgungseinrichtungen (mobile Hospizteams, Hauskrankenpflege, Krankenhäuser, Pflegeheime, etc.) kooperieren. Das ÖRK hat sich in den letzten Jahren zu einem Vorreiter in Sachen Hospizarbeit entwickelt. Neben den mobilen Hospizdiensten betreibt das ÖRK in Salzburg ein stationäres Hospiz. Mayer dazu: "Unter dem Motto "Lindern, wo Heilung nicht mehr möglich ist" werden Patienten, die unheilbar krank sind, im "Helga-Treichl-Hospiz" ganzheitlich betreut und begleitet." Das Angebot des multiprofessionellen Teams reicht dabei von Schmerzbehandlung und Symptomlinderung bis hin zu psychosozialer Betreuung und Trauerbegleitung der Angehörigen. "Nur wenn unsere Forderungen erfüllt werden" fasst Mayer zusammen "können wir unser gesetztes Ziel erreichen: Lebensqualität für schwer kranke Menschen. Für ein Leben in Würde - bis zuletzt."

Weitere Informationen finden Sie unter:
http://hospiz.roteskreuz.at, http://www.hauskrankenpflege.at und http://www.roteskreuz.at

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