Aussenministerin Ferrero-Waldner trifft ungarischen Staatsekretär Gottfried im Burgenland:

"Grenzüberschreitende Zusammenarbeit angesichts der bevorstehenden Erweiterung immer wichtiger"

Pamhagen (OTS) - "Wir haben für unser Treffen bewusst nicht Wien oder Budapest gewählt", sagte Aussenministerin Ferrero-Waldner anlässlich der gemeinsamen Pressekonferenz im Anschluss an das Arbeitsgespräch mit dem ungarischen Staatssekretär Gottfried, an dem auch der burgenländische Landeshauptmann Niessl und dessen Stellvertreter Steindl teilnahmen. "Wir erachten es als wichtiges Signal, so kurz vor der bevorstehenden EU-Erweiterung die an die neuen Mitgliedstaaten grenzenden Bundesländer in den Blickpunkt zu rücken. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit trägt nämlich bereits Früchte."

Ferrero-Waldner und Gottfried sprachen über Fragen der Europäischen Integration, der regionalen Integration und über bilaterale Themen. "Österreich und Ungarn haben im Rahmen der morgen in Rom beginnenden EU-Regierungskonferenz eine enge gemeinsame Vorgehensweise in Aussicht genommen," meinte die Aussenministerin. "In unserer Gruppe der Gleichgesinnten ist Ungarn zu einem zentralen Akteur geworden." Gesprächsthema waren aber auch die Beziehungen der EU mit ihren neuen Nachbarn nach der Erweiterung. "Im Hinblick auf die Ukraine gibt es ein österreichisch-ungarisches Arbeitspapier, in dem wir gemeinsame Vorstellungen entwickelt haben" erklärte die Aussenministerin. "Aber auch der Stabilitätspakt für Südost-Europa ist ein Mittel, um die SP-Zielländer in einem regionalen Kontext wirtschaftlich und politisch möglichst weit an die EU heranzuführen".

Gesprochen wurde auch über die Zukunft der Regionalen Partnerschaft und anderer Formen der regionalen Kooperation, wie z.B. die Donauraumkooperation. "Österreich und Ungarn sind in diversen Foren regionaler Kooperation verbunden. Durch unsere vielfältigen partnerschaftlichen Kontakte werden wir - davon bin ich überzeugt -im neuen Europa gemeinsam sehr viel voran bringen", so Ferrero-Waldner.

Bilateral zeichnen sich die Wirtschaftsbeziehungen durch ihren beeindruckenden Umfang aus: Österreich ist Ungarns zweitgrößter Handelspartner und liegt als Auslandsinvestor an vierter Stelle.

Als konkretes Projekt hob die Aussenministerin den Grenzübergang Heiligenbrunn/Strem-Pinkamindszent hervor. Bürgermeister Vadas aus Güssing war hier sehr aktiv. "Ich freue mich, dass die ungarische Seite diesemProjekt nunmehr zustimmt" erklärte die Aussenministerin. Die Umsetzung in Österreich wird nunmehr von den zuständigen Behörden geprüft.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der Regionalentwicklung:
durch die RMB (Regionalmanagement Burgenland GmbH) erfolgte eine Präsentation grenzüberschreitender Projekte. Ein Beispiel für ein solches Regionalprojekt und zugleich für eine funktionierende grenzüberschreitende Nahverkehrsanbindung bildet die Neusiedlerbahn, die zur besseren Anbindung des Seewinkels an die westungarischen Zentren Sopron und Györ einerseits und an den Großraum Wien andererseits, gerade elektrifiziert wird. Ferrero-Waldner und Gottfried besuchten die Bauarbeiten in Pamhagen und St. Andrä/Zicksee an diesem Kernprojekt für den Ausbau der Euregio West/Nyugat Pannonia.

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