Wirtschaftskammer NÖ: Handelsobmann Schirak zieht positive Bilanz über neue Öffnungszeiten.

Schirak: "Das viel kritisierte NÖ-Modell der Ladenöffnungszeiten hat sich bewährt und wird von den Konsumenten gut angenommen."

Wien (OTS) - Im Vorfeld des NÖ Handelstages am 4. Oktober in St. Pölten zog der Obmann der Sparte Handel in NÖ, Komm.-Rat Ing. Sepp Schirak, eine erste positive Bilanz über die faktischen Änderungen bei den Offenhaltezeiten: "Nach zwei Monaten lässt sich schon sagen:
Es ist zwar zu keinen generellen und flächendeckenden Veränderungen der Öffnungszeiten gekommen, aber es sind interessante Entwicklungen festzustellen: Der Donnerstag- bzw. der Freitagabend sowie die Stunde am Samstag zwischen 17.00 und 18.00 h haben sich ganz klar als Schwerpunkte für die Erweiterung der Öffnungszeiten herauskristallisiert."

Einkaufszentren haben Anpassungen vorgenommen

Die großen Einkaufszentren haben sich als erstes zur Erweiterung der Öffnungszeiten entschlossen. So hat etwa die SCS genauso wie der Wr. Neustädter Fischapark am Donnerstag einen Abendverkauf bis 21.00 h eingeführt und die Offenhaltezeit am Samstag von 17.00 auf 18.00 h erweitert. Die SCS hat zwischenzeitig angekündigt, von November bis Jänner auch am Freitag bis 21.00 h offen zu halten.

Interessant ist, dass kleinere Einkaufszentren, wie etwa der St. Pöltner Traisenpark, City Center Wieselburg, City Center Amstetten, Kremser Bühl Center, oder das EKZ Mistelbach diesem Vorbild nicht gefolgt sind und die Öffnungszeiten beibehalten oder nur geringfügig angepasst haben.

Somit lässt sich sagen, dass kleinere Einkaufszentren bezüglich der Erweiterung der Öffnungszeiten eine eher abwartende Haltung einnehmen.

Novelle ist Denkanstoß für Einkaufsstädte

Uneinheitliche Öffnungszeiten wurden und werden immer wieder als bedeutende Nachteile der traditionellen Einkaufsstädte gegenüber zentral gemanagten Centern genannt. Durchaus positiv ist, dass die aktuelle Erweiterung der Öffnungszeiten in den meisten Bezirksstädten eine Diskussion zur Vereinheitlichung und Erweiterung der Öffnungszeiten ausgelöst hat.

Der bereits bestehende hohe Kostendruck, die unterschiedlichen einzelbetrieblichen Situationen und das Nichterwarten von zusätzlichen Umsatzmöglichkeiten sind dabei die Haupthindernisse einer stärkeren Vereinheitlichung bzw. Erweiterung der Öffnungszeiten.

Dass es noch nicht gelingt, die Öffnungszeiten in den Stadt- und Ortszentren besser abzustimmen, ist für Schirak der Wermutstropfen bei der Liberalisierung der Öffnungszeiten.

Schirak weist jedoch auch auf positive Beispiele hin: So werden vom Stadtmarketing Stockerau konkrete Überlegungen angestellt, einen langen Einkaufsabend am Donnerstag oder Freitag einzuführen. Auch die Stadt Wr. Neustadt plant ab 9. Oktober probeweise einen langen Donnerstag mit Öffnungszeiten bis 21.00 h. Verschiedene weitere Orte haben sich entschlossen, an einzelnen Tagen Abendeinkauf in Verbindung mit speziellen Veranstaltungen anzubieten. Diese oft als "Shopping Night" o.ä. bezeichneten Veranstaltungen dienen vor allem dazu, zusätzliche Kundenkreise auf die Innenstädte aufmerksam zu machen.

Schirak: "NÖ hat einen mutigen Liberalisierungsschritt gesetzt. Das Thema Öffnungszeiten sollte damit abgehakt sein!"

"Im Hinblick auf die bevorstehende EU-Erweiterung haben wir mit dem Land NÖ einen mutigen und zukunftsweisenden Schritt gesetzt, der unseren Betrieben mehr Flexibilität ermöglicht", so Schirak. Insbesondere mit der Festlegung eines wöchentlichen Gesamtoffenhalterahmens von 66 Stunden sei die Vielfalt bei den Anbietern im NÖ Handel garantiert.

"Es kann nicht im Interesse der Allgemeinheit liegen", so Schirak, "dass sich der Handel aus den kleinen Orten gänzlich zurückzieht und nur mehr vier oder fünf große Ballungsräume die blau-gelbe Einkaufslandschaft dominieren." Die ersten Erfahrungen mit dem neuen Gesetz zeigen, dass für NÖ ein zufriedenstellender Ausgleich zwischen den Interessen der KMU-Betriebe im Handel und Betrieben, die höhere Flexibilität fordern, gefunden werden konnte. "Ich wünsche mir daher, dass wir das Thema abhaken und uns zukünftig noch stärker wichtigen Fragen, wie der Sicherung des Handels in unseren Stadt- und Ortszentren, zuwenden können", so Schirak.

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