PRÖLL: Beschränkung der "Industriegase" wichtige Maßnahme für Klimaschutz

Auch die Europäische Union soll aktiv werden, um Anstieg europaweit einzudämmen

Wien (OTS) Ohne entsprechende Maßnahmen würden die Emissionen der extrem klimaschädigenden Industriegase (FKW, HFKW, SF6) in Österreich bis 2010 um mindestens 75 % steigen. Dies würde qualitativ mehr als 10 % der Menge an Treibhausgasen entsprechen, die Österreich laut dem Kyoto-Klimaschutzprotokoll bis 2008/2012 einsparen muss. Dieser negativen Entwicklung soll mit einem maßgeschneiderten Maßnahmenpaket, das in der österreichischen Klimastrategie verankert ist, entgegengewirkt werden. Die jetzt fertiggestellt Informationsbroschüre zur österreichischen Industriegas-verordnung und zum "Maßnahmenpaket Industriegase" enthält dazu detaillierte Informationen, erklärte Umweltminister Josef Pröll anlässlich der Vorstellung der Broschüre "Die Industriegasverordnung, ein wichtiger Beitrag Österreichs für den Klimaschutz."****

Österreich nimmt neben Dänemark und der Schweiz eine europaweite Vorreiterrolle bei der Reduktion der klimaschädigenden Industriegase ein. Die österreichische Industriegasverordnung, die Ende 2002 in Kraft getreten ist, stellt eine wichtige Maßnahme für den Klimaschutz dar. Entsprechende Initiativen auf gesamteuropäischer Ebene sind aus Sicht Österreichs ebenfalls absolut notwendig, betont Lebensminister Josef Pröll.

Industriegase (FKW, HFKW, SF6) sind synthetische Fluorverbindungen, die in der Natur nicht vorkommen. Sie haben ein bis zu 24.000-fach höheres Treibhauspotential als Kohlendioxid (CO2). Industriegase werden derzeit europaweit vor allem in Kälte- und Klimaanlagen, als Löschmittel, im Bauwesen (Schaumstoffe, Dämmplatten) und in der Elektronikindustrie eingesetzt. Ihre Verwendung ist europaweit stark im Anstieg begriffen. Auch in Österreich würden laut Experten ohne entsprechende Maßnahmen die Emissionen der Industriegase bis 2010 um mindestens 75 % steigen. Hauptverantwortlich für diese negative Tendenz ist der verstärkte Einsatz von teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffen (HFKW) in Kälteanlagen und im Bauwesen (Dämmplatten, Schäume). Mengenmäßig gesehen beträgt der prognostizierte Anstieg rund 1,2 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente. Dies entspricht mehr als 10 % der Menge an Treibhausgasen (bezogen auf CO2-Äquivalente), die Österreich laut dem Kyoto-Klimaschutzprotokoll bis 2008/2012 einsparen muss.

In der Österreichischen Klimastrategie, die im Juni 2002 vom Ministerrat beschlossen wurde, ist daher ein ambitioniertes Maßnahmenpaket für Industriegase enthalten. Der zentrale Baustein des Maßnahmenpaketes ist die österreichische Industriegasverordnung, die bereits Ende 2002 in Kraft getreten ist. Sie legt für den Zeitraum 2002 bis Ende 2007 stufenweise Beschränkungen für Industriegase fest. Weitere Initiativen des "Maßnahmenpaketes Industriegase" setzen in der Wohnbauförderung und im öffentlichen Beschaffungswesen an.

Die Broschüre "Die Industriegasverordnung – ein wichtiger Beitrag Österreichs für den Klimaschutz" ist im Internet unter www.lebensministerium.at / Bereich Publikationen verfügbar. Druckexemplare können kostenfrei beim Bürger- und Umweltservice des Lebensministeriums unter der Telefonnummer 0800 240 260 (Mo. - Fr. von 08:00 bis 12:00 Uhr) angefordert werden.

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